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Für Marco Walter, den Trainer der SG Wohnbach/Berstadt, geht es in den verbleibenden Spielen der Saison ums nackte Überleben in der Fußball-Kreisliga A Friedberg. (Foto: Nici Merz)

Im Interview

SG Wohnbach/Berstadt Abstiegskampf pur trotz drei Siegen in Folge

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Die SG Wohnbach/Berstadt steckt mitten im Abstiegskampf der Fußball-Kreisliga A Friedberg. Dort wird es noch schwer, sagt Trainer Marco Walter - obwohl das Team zuletzt dreimal gewonnen hat.

Die SG Wohnbach/Berstadt hat zuletzt drei Spiele am Stück gewonnen. Dabei steckt der A-Ligist mitten im Abstiegskampf. Wie es dazu kam, welche Weichen schon für die kommende Saison gestellt worden sind, und warum die SG keine gute Ausgangsposition im Kampf um den Klassenerhalt hat, erklärt Trainer Marco Walter.

Herr Walter, was hat Sie bei der SG Wohnbach/Berstadt zuletzt abseits vom Sportlichen am meisten gefreut?

Marco Walter: Wir haben endlich ein Vereinsheim in Berstadt. Der Verein leistet viel, der Bau ist in Eigenleistung entstanden.

Auf dem Platz ist zuletzt auch wieder einiges entstanden. Sie haben aus den letzten fünf Spielen zehn Punkte geholt. Klingt nicht nach Abstiegskampf. Tatsächlich stecken Sie aber mittendrin.

Walter: Wenn wir diese Punkte nicht geholt hätten, dann wären wir wohl schon abgestiegen. So stehen wir auf dem Relegationsplatz einen Punkt vor dem FC Olympia Fauerbach II auf einem direkten Abstiegsplatz und punktgleich mit der SG Melbach auf dem ersten Nichtabstiegsplatz. Wir haben aber keine gute Ausgangsposition.

Die Ergebnisse waren in vielen Spielen schlechter als die Leistung

Marco Walter

Warum das?

Walter: Wir spielen nicht mehr gegen einen direkten Konkurrenten. Fauerbach II spielt noch gegen den punktlosen Tabellenletzten Petterweil – das sind sichere drei Punkte. Also müssen wir auch punkten. Wir haben aber mit der SG Dorn-Assenheim/Weckesheim, dem TuS Rockenberg und dem Traiser FC nur Gegner aus dem oberen Tabellendrittel.

Sie stecken in dieser Situation, weil ihre Mannschaft zwischen dem 19. Oktober und dem 4. April acht Spiele am Stück verloren hat.

Walter: Wobei die Ergebnisse in vielen Spielen schlechter waren als unsere Leistungen. Wir lagen aber in allen acht Spielen in Rückstand, unserer jungen Mannschaft hat einfach der Knotenlöser gefehlt. Beim 3:0 gegen Hoch-Weisel vor drei Wochen war es dann soweit, da hatten wir endlich mal wieder Spielglück.

Und direkt eine Serie von vier ungeschlagenen Spielen gestartet, zuletzt drei in Serie gewonnen. Die kommenden Aufgaben können Sie also mit breiter Brust angehen.

Walter: Zumal uns die spielstarken Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte besser zu liegen scheinen. Die Partien gegen die direkten Konkurrenten haben wir meist verdient verloren, da waren wir nicht abgezockt genug. Aber beispielsweise Dorn-Assenheim/Weckesheim haben wir in der Hinrunde geschlagen.

Wie sehr haben Sie sich im Verein mit den möglichen Szenarien beschäftigt?

Walter: Wir haben in der Winterpause schon angefangen, zweigleisig zu planen. Die Mannschaft bleibt aber auch bei einem Abstieg zu 95 Prozent zusammen. Nur Andrzej Paskuda, der in den vergangenen Spielen ausgeholfen hat, wird wahrscheinlich nicht mehr dabei sein. Aber darüber ist noch nicht gesprochen worden.

Je höher die Altersklasse, desto schwieriger wird es, die Jugendlichen für Fußball zu begeistern

Marco Walter

Mit Christopher Melius haben Sie sogar schon einen Neuzugang.

Walter: Christopher kommt von SG Obbornhofen/Bellersheim als Spielertrainer. Wir werden uns die Aufgabe dann teilen. Er hat als Trainer die B-Lizenz und wird die Mannschaft auf dem Platz mit seiner Erfahrung führen.

Die Reserve spielt derweil eine solide Rolle in der C-Liga. Haben sich dort Spieler für die erste Mannschaft empfohlen?

Walter: Justin Schmidt und Dominik Ittner, zwei Stürmer. Sie haben schon ihre Einsätze bekommen, aber angesichts der aktuellen Situationen sollen sie in der kommenden Saison ein festerer Bestandteil werden.

Im Jugendbereich sind beide Stammvereine der SG Teil der JFV Wetterau. Wie sieht es da im Hinblick auf Spieler, die in den Seniorenbereich wechseln könnten, aus?

Walter: Wir haben mit Björn Bonarius nur einen Spieler in der A-Jugend. Und der ist zudem noch mit den Keglern der SG Wölfersheim/Wohnbach unterwegs, die meistens auch sonntags spielen. Das hat Priorität.

Hört sich nicht nach vielversprechendem Nachwuchs an.

Walter: Je weiter es runter geht, umso mehr Nachwuchs haben wir. In der E- und F-Jugend platzen wir aus allen Nähten. Aber von dort ist es ein weiter Weg. Ob da wirklich was hängen bleibt, ist zweifelhaft. Je höher die Altersklasse, desto schwieriger wird es, die Jugendlichen für Fußball zu begeistern.

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