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Hier lässt es sich aushalten: Die Tennisanlage des TC Wöllstadt bekommt neben den sechs Sandplätzen und der Beachvolleyball-Anlage ein weiteres Angebot hinzu. FOTO: PV

Lokalsport

TC Wöllstadt: Mehr als nur Tennis

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Die Tennisplätze dürfen wieder genutzt werden. Die Freude darüber ist auch beim TC Wöllstadt groß. Der Verein ist in den vergangenen Jahren gewachsen und bietet mittlerweile mehr als nur Tennis.

Still ruhte der Tennisplatz des TC Wöllstadt in den vergangenen Wochen. Klar, die Coronavirus-Pandemie macht auch vor Wöllstadt nicht Halt. Dabei ist hier alles am Wachsen, also im positiven Sinne.

Immer mehr Menschen kommen auf die Anlage, immer mehr können sie dort erleben. "Wir müssen den Familien etwas anbieten", sagt Raimund Klingl, der seit 2012 Vereinsvorsitzender beim TCW ist. Die Konkurrenz ist groß, vor allem südlich von Wöllstadt. Durch den fortlaufenden Zuzug von Familien in die Gemeinde bieten sich hier aber Chancen, das Vereinsleben anzukurbeln. "Bis auf Fußball und Turnen gibt es in Wöllstadt kein großes Sportangebot", sagt Klingl.

Vor allem im Nachwuchsbereich haben sich laut dem 67-Jährigen bei der Mitgliedergewinnung erste Erfolge eingestellt. In den vergangenen Sommerferien übernahm der Verein an zwei Tagen die Ferienbetreuung von Grundschulkindern aus Wöllstadt und Ilbenstadt. Insbesondere zur Fritz-Erler-Grundschule und der Kita Nieder-Wöllstadt, beides direkte Nachbarn der Tennisanlage, hat Klingl ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut. "Den Grundschülern bieten wir seit 2013 eine Tennis-AG an, die Kita-Kinder dürfen jederzeit auf die Anlage und sich dort austoben", sagt Klingl. Für die Drei- bis Sechsjährigen organisiert der TCW zudem eine Ballschule. Zudem kooperiert der Verein seit November vergangenen Jahres mit der Rosbacher Tennisschule "Tennislucky" von Daniel Rafalski.

Die wachsende Zahl an Tennisspielern führte im vergangenen Jahr zudem dazu, dass erstmals ein Belegungsplan erstellt werden musste. "Dabei haben wir Probleme in der mittleren Alterstruktur", sagt Klingl, der seit über einem Jahrzehnt auch im Parlament von Wöllstadt sitzt und dafür die Bronzene Ehrennadel der Gemeinde verliehen bekam.

Nur 21 der 174 Mitglieder sind zwischen 19 und 40 Jahren. Hinzu kommt, dass ambitionierte Spieler in den umliegenden Vereinen oft bessere sportliche Voraussetzungen finden. Für die diesjährige Medenrunde hat der TCW in der U 10, U 12 und U 14 gemischte Teams sowie eine männliche U 18-Mannschaft gemeldet, allesamt in der Kreisliga A. Das Herrenteam spielt in der Kreisliga B. Und trotzdem feiert der Verein einen bislang noch nicht dagewesenen Erfolg: Die Damen 60 stiegen als Nachrücker als erstes Team in der über 50-jährigen Geschichte des TCW in die Hessenliga auf.

Durch die Coronavirus-Krise lässt der erste Ballwechsel in dieser Spielklasse aber noch auf sich warten. "Die meisten Spielerinnen haben zu große Angst, sich anzustecken", sagt Klingl. Deshalb werde man die Mannschaft wohl für die diesjährige Medenrunde zurückziehen. Der Hessische Tennis-Verband hat allerdings geregelt, dass die Ligazugehörigkeit für die Medenrunde 2021 dadurch nicht beeinflusst wird.

Eine Neuerung kommt dann aber doch schon in diesem Jahr, schließlich will Klingl das Angebot auf der Anlage auch über Tennis hinaus attraktiv gestalten. 2017 weihte der Verein die Beachvolleyball-Anlage ein, die er mit Unterstützung des Turnvereins Nieder-Wöllstadt baute. In den kommenden Tagen soll eine Boule-Anlage hinzukommen. Diese dürfte unter Beachtung der Hygieneregeln alsbald eingeweiht werden. Doch das Hauptaugenmerk liegt auf den sechs Sandplätzen. Denn auf Tennisspielen, sagt Klingl stellvertretend für die Vereinsmitglieder, "haben nach der Coronavirus alle richtig Lust".

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