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WM-Teilnehmer kontra Bundesligist

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(jms) Die Vorfreude bei Peter Schubert von der Turngemeinde Friedberg ist riesengroß. Wenn der 70-Jährige am Montagabend ab 19 Uhr in der Friedberger Dieffenbachhalle zum Mikrofon greift, um die Mannschaftsaufstellungen vorzulesen, darf der rührige Friedberger Namen aus der großen Handball-Welt ankündigen. Statt der Bezirksoberliga Gießen/Marburg bekommt das sportbegeisterte Friedberger Publikum am Montagabend Handballsport aus der Weltspitze geboten. Aus der Bundesliga tritt mit der HBW Balingen-Weilstetten eine sympathische Mannschaft aus Schwaben gegen den WM-Teilnehmer Saudi-Arabien an.

»Wir freuen uns alle sehr auf dieses handballerische Großereignis und wollen doch hoffen, dass viele Zuschauer den Weg in die Diefenbachhalle finden, damit das Spiel auch den gebührenden Rahmen bekommt«, sagt Schubert, der als Bindeglied zwischen dem ausrichtenden Verein TG Friedberg und der Nationalmannschaft Saudi-Arabiens fungiert und dieser Tage einen großen organisatorischen Aufwand zu betreiben hat.

Mittlerweile hat es schon Tradition, dass eine Nationalmannschaft Saudi-Arabiens in Deutschland die Vorbereitung auf ein bedeutendes Turnier ausübt. Bei der Fußball-WM 2006 gastierte das Fußball-Team der Saudis im schicken Dolce-Hotel Bad Nauheim, das auch diesmal den Kontakt hergestellt hatte. Ursprünglich wollte das Team der Saudis in Friedberg nur trainieren, doch dann ergab sich die Möglichkeit zweier Freundschaftsspiele.

Vor allem das Duell mit der HBW Balingen-Weilstetten ist sehr interessant. Die HBW ist vom Leistungsvermögen ungefähr dem mittelhessischen Erstligavertreter HSG Wetzlar gleichzusetzen, mitten im Abstiegskampf und immer für eine Überraschung gut. Zuletzt gelang dem Team von Trainer Rolf Brack ein 30:29-Sieg über den Meisterschaftsanwärter SG Flensburg/Handewitt, bevor gegen den TBV Lemgo mit 22:28 verloren wurde. »Balingen-Weilstetten hat eine sehr interessante und gute Mannschaft. Es ist natürlich toll, solch ein Team in Friedberg begrüßen zu können«, sagt Schubert, für den solch eine Begegnung im Herzen der Wetterau keine Selbstverständlichkeit ist, denn die Wetterauer Handballfreunde müssen schon ein bisschen Fahrtzeit in Kauf nehmen, um sich ein Handballspiel einer Bundesligamannschaft ansehen zu können.

Entweder in Wetzlar oder beim TV 05/07 Hüttenberg, der gegenwärtig den dritten Platz in der Südgruppe der zweiten Bundesliga belegt und leise an das Bundesligator klopft, gibt es Handball der Spitzenklasse zu sehen. »Umso schöner ist es, dass wir so eine Partie austragen können. Für die vielen Handballer hier in der Region ist dieses Spiel eine Besonderheit, und ich denke, dass wir auch einige Zuschauer begrüßen dürfen. Die Eintrittspreise sind jedenfalls sehr moderat«, hofft Schubert auf regen Zuspruch.

Inwiefern die Saudis das Prädikat »Spitzenmannschaft« verdienen, wird sich zeigen. Gemeinsam mit den starken Südkoreanern und Kuwait haben sich die Saudis in der Asien-Qualifikationsrunde für die Handball-WM in Kroatien, die vom 16. Januar bis zum 1. Februar im kommenden Jahr ausgetragen wird, qualifiziert. Im Zuge dieser WM treffen die Saudis in Gruppe D auf Dänemark, Norwegen, Ägypten, Brasilien und Serbien. Bei der Weltmeisterschaft 2007 in Deutschland war die Nationalmannschaft Saudi-Arabiens nicht vertreten. Damals hatte sich neben Kuwait und Südkorea auch Katar für die WM-Endrunde qualifiziert.

Am kommenden Freitag werden die Saudis ein weiteres Freundschaftsspiel gegen die TG Friedberg spielen. Auch eine Partie gegen die HSG Wetzlar ist in Planung, bevor das Nationalteam von Bad Nauheim aus ins schweizerische Winterthur umzieht, um dort an einem internationalen Turnier mitzuwirken. Vor der WM in gut einem Monat werden die Saudis nicht mehr nach Hause fliegen.

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