BBL wittert die große Chance

  • schließen

(dpa). Den Kampf gegen den drohenden Saison-Abbruch lässt sich die Basketballer einiges kosten. Auf eine Million Euro beziffert die Spitze der Basketball-Bundesliga die Ausgaben für den Plan, die Spielzeit ab Anfang Juni mit zehn Teams in zwei Fünfer-Gruppen und anschließenden Playoffs ohne Zuschauer in München fortzusetzen. Geld, das laut den Verantwortlichen gut investiert ist, um den Sport in Deutschland populärer zu machen. "Wir wollen den Basketball ins Schaufenster stellen", sagt BBL-Geschäftsführer Stefan Holz.

Schließlich wäre die Basketball-Bundesliga neben dem Fußball die einzige Mannschaftssportart, die in der Corona-Krise wieder spielt. Im Handball, Eishockey und Volleyball sind die Spielzeiten längst abgebrochen, erhöhte Aufmerksamkeit wäre den Korbjägern gewiss.

Vorausgesetzt, Politik und Behörden geben ihre Zustimmung für das ausgearbeitete Hygiene- und Sicherheitskonzept, würden alle Spiele aus dem Münchner Audi Dome live bei MagentaSport zu sehen sein. Auch Sport1 will übertragen, die ARD und das ZDF hätten zudem ebenfalls Interesse an Ausschnitten bekundet.

Doch bis wirklich wieder Basketball gespielt wird, wartet noch viel Arbeit auf die zehn Klubs. Gibt die Politik ihre Zustimmung, sollen die Vereine dezentral an ihren Orten mit der Vorbereitung beginnen. Drei Wochen sollen die Spieler erhalten, um wieder in Form zu kommen. In dieser Zeit schlafen Spieler, Trainer und Betreuer zu Hause, werden dabei aber engmaschig auf das Coronavirus getestet. Gibt es einen positiven Fall, entscheidet das zuständige Gesundheitsamt, wie lange der betroffene Spieler in Quarantäne muss und ob auch seine Teamkollegen betroffen sind.

Bringen alle zehn Vereine diese drei Wochen erfolgreich hinter sich, reisen sie nach München, wo nach den Vorstellungen der Liga am ersten Juni-Wochenende das Turnier beginnen soll. Alle sportlich Beteiligten beziehen für den kompletten Turnierverlauf ein Hotel, pro Klub sieht das 45-seitige Konzept der Liga 22 Personen vor. Hinzukommen zwölf Schiedsrichter. Alle bekommen Einzelzimmer, Kontakt zum Hotelpersonal ist ebenso verboten wie zu Personen, die nicht zur Gruppe der aktiv Beteiligten gehören.

Drei Wochen lang werden die Spieler dann nur Hotel, Trainingshalle und Spielstätte sehen - eine Aussicht, die nicht jedem behagt.

Pro Tag sollen zwei Spiele stattfinden, kein Team soll innerhalb von 24 Stunden zweimal antreten müssen. Wie bei einer EM oder WM. Bei den Partien sollen nur 130 Personen in und vor der Halle sein. 50 Aktive (Spieler, Trainer, Schiedsrichter), 60 Passive (Schiedsgericht, Medienvertreter, Ordner), 20 vor dem Audi Dome (Sicherheitspersonal).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare