Kritik anderer Sportarten

Wird der Erstliga-Fußball bevorzugt?

(sid). Stefan Holz, Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga (BBL), und Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL), sehen die Unterschiede bei Quarantänemaßnahmen zwischen dem Fußball und anderen Mannschaftssportarten kritisch. »Vielleicht ist da bei einem Gesundheitsamt die Beißhemmung eine andere«, sagte Holz: »Da kommen 150 TV-Leute, bei uns eine Handvoll.

« Die Ämter würden es sich deshalb »vielleicht dreimal« überlegen, »eine Mannschaft in Quarantäne zu schicken und damit ein Fußball-Bundesligaspiel abzusagen, als ein Handball- oder Basketballspiel«.

Bohmann wurde deutlicher. »Ich erwarte durch die Gesundheitsämter eine Gleichbehandlung aller Berufssportler«, sagte der Handball-Ligachef: »Die Annahme, dass bei Hallensportarten ein anderer Maßstab bei der Risikobetrachtung anzulegen ist, ist wissenschaftlich widerlegt. Es gibt keine unterschiedlichen Risiken zwischen Freiluft- und professionell durchgeführten Indoor-Veranstaltungen.« Von daher fordere man zwar keine Quarantäne für den FC Bayern München, »wir wenden uns aber an Politik und Behörden, dies bei ihrer Risikoeinschätzung mit zu berücksichtigen«.

Im Basketball ist derzeit s.Oliver Würzburg in Quarantäne, die Basketball Löwen Braunschweig wurden bereits mehrfach in Isolation geschickt. Im Handball musste Rekordmeister THW Kiel aufgrund der Corona-Infektion eines Spielers zuletzt mehrere Spiele absagen. In beiden Sportarten wurden in den vergangenen Monaten zahlreiche Partien verlegt, dagegen hat es in der Fußball-Bundesliga noch keine Absage gegeben, lediglich in der 2. Liga.

Holz wüsste gerne, warum der Fußball eher von Quarantänemaßnahmen verschont bleibt: »Die Frage stellen wir uns ja auch. Ich bin mir offen gestanden nicht ganz sicher, ob das zweierlei Maß ist.«

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