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Die Beachvolleyball-Saison soll möglichst im Mai beginnen.

»Wir Sportler wollen endlich wieder spielen«

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Die Corona-Pandemie hat im vorigen Jahr auch die Beachvolleyballer ausgebremst. Das soll so nicht noch einmal passieren. Markus Pfahlert, Vorsitzender der Beachkommission des Hessischen Volleyball-Verbandes (HVV), äußert sich im Interview mit Stefan Moritz über die Saisonplanung, die Spielvariante vier gegen vier (»Quattro«) und das Problem mit den Corona-Pfunden.

Herr Pfahlert, wie fällt Ihr Fazit aus nach einem Jahr Corona-Pandemie?

Katastrophal. Das war wirklich ein trauriges Jahr. Wir Beachvolleyballer waren extrem vorsichtig, zumal ja alle noch wenig über das Virus und seine Verbreitung wussten. So haben leider so gut wie keine Turniere stattgefunden.

Stattgefunden hat aber immerhin die Hessenmeisterschaft Ende August in Langen, wenn auch nur als Einladungsturnier und ohne Zuschauer.

Das war ein Lebenszeichen für den hessischen Beachvolleyball. Und sportlich war vor allem das Männerturnier sehr gut besetzt, weil sich unsere Topteams dort einspielen wollten für die Deutsche Meisterschaft.

Wie sehen die Planungen aus für die Saison 2021?

Wir planen zunächst einmal eine ordentliche Saison. Absagen kann man ja immer noch. Unsere zwei Spitzenturniere der Kategorie A werden aber nicht stattfinden, weil die ohne Zuschauereinnahmen, mit denen wir ja derzeit noch nicht planen können, finanziell nicht zu stemmen sind. In den Leistungskategorien B, C und Mixed aber wollen wir jeweils acht bis zehn Turniere hinbekommen, das wäre super. Los gehen soll es im Mai, möglichst Anfang des Monats, spätestens zu Pfingsten. Entscheidend ist aber, dass die Teams vorher mehrere Wochen lang trainieren können.

Was spricht dafür, dass diese Saison 2021 besser wird?

Wir haben einiges gelernt. Wir haben Hygienekonzepte und vielleicht helfen uns auch die Schnelltests. Vielleicht bekommen wir es hin, dass die Turnierveranstalter welche anbieten. Im Gegenzug könnten wir als Verband auf die Turniergebühren verzichten. Dann verdienen wir zwar nichts, aber wichtiger wäre, dass wieder Beachvolleyball gespielt wird.

Erstmals möchte der HVV jetzt auch Quattro-Beachvolleyball anbieten, also Spiele mit vier gegen vier statt zwei gegen zwei. Was sind die Hintergründe?

Der Deutsche Volleyball-Verband möchte das schon länger anbieten und ab 2022 auch eine Deutsche Meisterschaft für Viererteams veranstalten. Unser Gedanke ist, dadurch auch die Hallenvolleyballer, deren Saison ja ausgefallen ist, schnellstmöglich wieder zurück in unseren Sport zu bringen. Vier gegen vier auf Sand ähnelt auch mehr dem sechs gegen sechs in der Halle, so dass das attraktiver sein könnte. Eine Hallenmannschaft könnte zwei Teams für die Quattro-Runde melden. Und auch das bieten wir kostenlos an.

Aber stehen Viererteams nicht im Gegensatz zur verbreiteten Vorgabe, zur Eindämmung der Corona-Pandemie möglichst Kontakte zu reduzieren?

Grundsätzlich schon. Aber wir müssen aufpassen, dass wir nicht päpstlicher werden als der Papst. Es ist Sport an der frischen Luft, und auch vier Spieler in einer Hälfte, von den anderen vier ja getrennt durch das Netz, sind immer noch nur eine Kleingruppe. Und wenn wir das organisieren, bekommen wir das Abstandhalten rund um die Spiele sicherlich besser hin als freie Spielgruppen in den Parks, die wir im vergangenen Sommer gesehen haben. Wir Sportler wollen endlich wieder spielen. Und neben Corona macht mir auch mein Herz-Kreislauf-System Sorgen, unsere Corona-Pfunde sind auch alles andere als gut für unsere Gesundheit.

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