Wimpernschlag fehlt zum WM-Ticket

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(web). Herausragende Ergebnisse erzielten Steven Müller (LG Ovag Friedberg-Fauerbach) und Marc Tortell (TV Rendel) bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Berlin. Müller feierte den ersten Freilufttitel seiner Laufbahn. Marc Tortell (TV Rendel) sicherte sich Platz zwei über 1500 Meter.

Müller ist genau an den Ort zurückgekehrt, wo er im vergangenen Jahr bei den Europameisterschaften als bester Deutscher im Halbfinale über 200-Meter stand. Auch am Sonntag war er wieder bester Deutscher und schnellster 200 Meter-Läufer im Jahr 2019! Mit persönlicher Bestzeit von 20,42 Sekunden war Steven Müller im Halbfinale ins Ziel gekommen. "Ich wollte im ersten Lauf die WM-Norm von 20,40 Sekunden laufen, leider hat es dann knapp nicht gereicht. Die Norm wäre heute noch das Sahnehäubchen gewesen", so Müller zu leichtathletik.de. Im Finale am Abend finishte der 28-Jährige dann in 20,63 Sekunden und wurde souverän zum ersten Mal deutscher Freiluftmeister. Ein großer Erfolg, nachdem er bereits 2018 in der Halle Meister über die 200-Meter-Distanz geworden war. Trainer Otmar Velte sagt: "Wir sind sehr zufrieden. Persönliche Bestzeit und Meister, das ist super." Am Wochenende gehts für das erfolgreiche Duo direkt weiter zu den Team-Europameisterschaften nach Polen - vielleicht klappt es ja da mit den 20,40 Sekunden und dem WM-Ticket.

Für Stabhochspringer Gordon Porsch endete die Medaillenjagd in Berlin früher als gedacht. Der 24-Jährige scheiterte drei Mal knapp an seiner Anfangshöhe von 5,31 Metern. Das war natürlich eine große Enttäuschung für den Stabartisten, der sich in den vergangenen Wochen in immer stärkerer Form gezeigt und seine persönliche Bestleistung auf 5,61 Meter gesteigert hatte. Doch das ist eben der Stabhochsprung, oft ein Lotteriespiel, zumal auch die Windbedingungen in der Kurve des Berliner Olympiastadions nicht die einfachsten waren. Bei 5,31 Metern scheiterte die Konkurrenz reihenweise, unter anderem der international erfahrene Karsten Dilla (Leverkusen). "Stabhochspringer gehen immer ein großes Risiko und im Wettkampf legen sie immer noch eine Schippe drauf", bilanziert Trainer und Vater Dietmar Porsch und Gordon fügt hinzu: "Drei Versuche haben leider nicht gereicht, um alle Variablen auf einen Nenner zu bringen. Hartes Urteil - aber beim Landauer Stabhochmeeting gibt’s die nächste Chance."

Lars Hieronymi war in Berlin der dritte Starter aus der Kreisstadt. Der Sprinter trat gegen starke Konkurrenz über 400 Meter an und schlug sich gut. Als Vierter seines Vorlaufs kam er in 47,98 Sekunden ins Ziel und blieb damit nur knapp über seiner persönlichen Bestzeit.

Nach der U23-DM war das Training von Mittelstreckler Marc Tortell (TV Rendel) darauf ausgerichtet, in Berlin eine noch höhere Spurtgeschwindigkeit bei schnellerem Anfangstempo laufen zu können. Tortell siegte im Halbfinale mit der schnellsten Zeit aller Teilnehmer: 3:49,37 Minuten zeigte die elektronische Zeitnahme. Der taktische Rennverlauf im Endlauf kam Marc Tortell am Sonntag entgegen. Mit vielen Positionskämpfen und dem Sturz von Timo Benitz war das Finale unruhig und schwierig zu laufen. Als dann in der letzten Runde die Post abging, war Marc Tortell zunächst auch eingeklemmt, sodass er mit etwa fünf bis sieben Metern Rückstand auf die führenden vier Läufer auf die Zielgerade einbog. "Ich dachte, dass der Abstand dadurch zu groß ist, um noch weiter nach vorne zu kommen", sagt Tortell. Aber seine letzten 100 Meter waren wahrlich phänomenal. Er wurde im Olympiastadion mit 3:56,76 Zweiter. 42 Hundertstel trennten ihn vom neuen Deutschen Meister der LG Eintracht Frankfurt, Amos Bartelsmeyer.

Seine Schwester Lara Tortell feierte als Deutsche Jugendmeisterin ihre DM-Premiere über 800 Meter bei den Aktiven in Berlin. Sie absolvierte mit 2:09,67 Minuten und Platz elf einen souveränen Vorlauf und gewann Rennerfahrung hinzu.

Für Lukas Abele (SSC Hanau-Rodenbach) war die Qualifikation für das 1500-Meter-Finale reine Formsache, während sein drei Jahre jüngerer Bruder Marius im Vorlauf erwartungsgemäß ausschied. Für den Dauernheimer war es trotzdem ein Erlebnis, im Olympiastadion auf der blauen Bahn zu laufen. Im Endlauf mischte Lukas Abele von Beginn des taktisch geprägten Rennens in der Spitzengruppe mit. Auf den letzten 100 Metern fehlte ihm allerdings der entscheidende Kick, sodass er in 3:57,22 Minuten als Fünfter ins Ziel kam.

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