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Wiedersehen in Crimmitschau

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(mn) Die Eispiraten Crimmitschau haben die Eishockey-Party der Roten Teufel gesprengt. Nach einem Zwei-Tore-Rückstand konnte der EC Bad Nauheim am Freitagabend den fünften Vergleich in der Best-of-seven-Playdown-Serie zwischenzeitlich ausgleichen, verlor vor 3490 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion am Ende aber mit 2:4 (0:1, 0:0, 2:3). Spiel sechs findet am Sonntag (17 Uhr) in Crimmitschau statt.

Einmal mehr spielentscheidend: die Über- und Unterzahlformationen. Bad Nauheim konnte fünf Powerplay-Situationen, darunter eine zweiminütige Fünf-gegen-Drei-Überzahl, nicht zu einem Treffer nutzen. Die RT-Tore erzielten mit Daniel Oppolzer und Kevin Lavallee auch diesmal Spieler der nominell dritten Reihe. RT-Trainer Daniel Heinrizi hatte eine »verkrampfte EC-Mannschaft« gesehen, während sich die Gäste als »angeschlagener Boxer« präsentiert habe – zwei Schläge hätten gesessen, der Knockout sei jedoch verpasst worden.

Heinrizi hatte sich trotz der Serie von drei Siegen in Folge für eine Umstellung auf den Kontingentpositionen entschieden. Michael Dorr, der Top-Torjäger der Meisterschaftsrunde, rotierte wieder in den Kader; dafür blieb Taylor Carnevale, der zweitbeste Playdown-Scorer der Mannschaft, draußen und wurde vor allem im Powerplay vermisst.

Fabian Dahlem, Coach des Tabellenschlusslichts, versuchte es diesmal mit einem kraftraubenden wie aggressiven Forechecking. Die Eispraten störten ungewohnt früh und äußerst giftig, was den Hausherren in einem temporeichen ersten Abschnitt zunächst Probleme bereiten und zu Ungenauigkeiten in der Befreiung und dem Aufbau verleiten sollte. Gerade Matt Beca war anfangs immer wieder die Zielscheibe des körperbetonten Gäste-Spiels, und der Goldhelm der Roten Teufel holte in der Schlussminute des ersten Abschnitts auch eine doppelte numerische Überzahl-Situation heraus, als er sich auf die Provokationen und Angriffe der Sachsen nicht eingelassen hatte. Zu diesem Zeitpunkt führte Crimmitschau mit 1:0 – und dies gar nicht unverdient. Als Kevin Lavallee vorm eigenen Tor zu Fall gekommen war, nutzte T.J. Fast seinen Freiraum vor Guryca (19.).

Der EC Bad Nauheim konnte das doppelte Überzahlspiel zur Eröffnung des zweiten Abschnitts nicht nutzen, und in der Folgezeit entwickelte sich ein sogenanntes »Wild-West-Hockey«, es ging oft recht unorthodox hoch und runter. Ab der 35. Minute spielten die Gastgeber schließlich bis zur Pause dank dreier Hinausstellungen gegen die Eispiraten fast durchgängig in Überzahl – allerdings zunehmend fahrig und erfolglos.

Der Schlussabschnitt begann mit einem Rückschlag. Als Alex Baum die Strafbank drückte, traf Harrison Reed zum 2:0 für die Gäste (44.). Quasi im Gegenzug erzielte Daniel Oppolzer den Anschluss – das Signal zum Sturmlauf, bei dem die Zeit davonzulaufen schien; erst recht, da auch die fünfte Überzahl-Möglichkeit nicht genutzt werden konnte. 3:44 Minuten vor Schluss hämmerte schließlich Kevin Lavallee den Puck zum Ausgleich in die Maschen. Das Stadion stand kopf – doch nur 30 Sekunden später folgte die kalte Dusche, markierte Marco Heinisch nach einem Konter den abermaligen Führungstreffer der Gäste. Als Bad Nauheim den Torwart vom Eis genommen hatte, versetzte Scott Pitt den Teufeln den endgültigen Knockout.

EC Bad Nauheim: Guryca – Versteeg, Ringwald, Baum, Götz, Ketter, McMonagle – Beca, Helms, Dorr, Reimer, Lange, Strauch, Pinizzotto, Oppolzer, Lavallee, Schlicht.

Eispiraten Crimmitschau: Nie – Kirschbauer, Fast, Heider, Hüfner, Thomson, Tramm – Schietzold, Heinisch, Reed, Walsh, Campbell, Pitt, Kimmel, Forster, Bucheli, Kronawitter.

Steno: Tore: 0:1 (19.) Fast (Campbell, Pitt), 0:2 (43.) Reed (4-5), 1:2 (44.) Oppolzer (Pinizzotto), 2.2 (57.) Lavallee (Oppolzer), 2:3 (57.) Heinisch (Schietzold, Fast), 2:4 (60.) Pitt (5-6). – Schiedsrichter: Sascha Westrich. – Strafminuten: Bad Nauheim 6 plus zehn Minuten (Götz), Crimmitschau 12 plus zehn Minuten (Hüfner). – Zuschauer: 3490.

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