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Trainer Nils Arne Wielpütz will den SV Ober-Mörlen in der Fußball-Kreisliga A etablieren.

Fussball

Wie Nils Arne Wielpütz den SV Ober-Mörlen entwickeln will

  • VonThomas Brannekämper
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Nils Arne Wielpütz ist ein Ober-Mörler Bub. Nach Verbandsliga-Spielzeiten ist der 28-Jährige zu seinem Heimatverein in die Fußball-Kreisliga A als Trainer zurückgekehrt.

Jahrelang hatte der SV 1920 Ober-Mörlen zum Inventar der heutigen Fußball-Kreisoberliga Friedberg gezählt. Als »Fahrstuhlmannschaft« pendelten die Grün-Weißen dann zwischen den Kreisligen A und B. Inzwischen ist der SVO wieder in der A-Liga angekommen. Zwar musste man in der Corona-Saison 19/20 den Weg über die Quotientenregelung gehen, um als Tabellenzweiter aufzusteigen, doch nun - so scheint’s - hat man sich in der A-Liga akklimatisiert. Dies lassen zumindest die letzten Ergebnis der abgebrochenen Spielzeit vermuten.

Gestartet mit drei Niederlagen wurde im Anschluss das Feld von hinten aufgerollt, zum Rundenabbruch belegten die Ober-Mörler den vierten Tabellenplatz. Einen großen Verdienst hieran haben Spielertrainer Nils Arne Wielpütz sowie der Vorstand. Trotz seiner erst 28 Jahre und obwohl bis dato als Trainer nur im Jugendbereich tätig, ist es Nils-Arne Wielpütz gelungen, die Mannschaft auf ein gutes A-Liga Niveau zu bringen.

Auch im Verein selbst ist eine Aufbruchstimmung zu bemerken. Viele neue Projekte und Veränderungen sind angestoßen worden, um auf allen Ebenen weiter wettbewerbsfähig zu bleiben. »Wir haben von der Gemeinde Ober-Mörlen eine Änderung unseres Nutzungsvertrages bekommen. Dies ermöglicht uns in unserem Vereinsheim komplett neue Möglichkeiten. Es ist geplant, zu dem bestehenden Büro für unseren Spielausschuss einen weiteren Besprechungsraum für Spieler- und Vorstandssitzungen, aber auch externe Veranstaltung, wie zum Beispiel Termine des Kreisschiedsgerichtes, herzurichten. Ebenfalls in der Mache ist ein Fitnessraum für unsere Spieler. Dieser soll mit weiteren Spinningrädern und einer Wärmekabine ausgestattet werden. Dies dient dazu, uns professioneller aufzustellen, unseren Senioren- und Jugendspielern etwas zu bieten« wagt Klaus Kliehm, als Vorstandsmitglied für den Bereich Sport einen Blick in die Zukunft.

Am Sportgelände wurde zudem Hand angelegt. »Diverse Renovierungs- und Sanierungsarbeiten haben wir in Eigenregie erledigt. Ferner steht dieses Jahr noch die Sanierung der Heimkabine mit Duschen und des Schiedsrichterraumes an. Und im Dialog mit der Gemeinde Ober-Mörlen sollen im nächsten Jahr weitere Sanierungsmaßnahmen besprochen und umgesetzt werden«, ergänzt Kliehm das weitere Vorgehen. »Nur das Thema Sportplatz an sich gerät immer wieder aus dem Focus der Gemeindevertreter. Auch dieses Jahr wird es mit der Bewässerung wieder sehr knapp, wir hoffen, dass unsere Plätze weiterhin vernünftig bespielbar bleiben. Abhilfe durch eine Brunnenbohrung ist hier erst für Herbst angedacht«.

Dass die Mannschaft sich hiervon unbeeindruckt weiter in der A-Liga etablieren will und wie dies gelingen soll erklärt der Ober-Mörler Spielertrainer Nils Arne Wielpütz.

Herr Wielpütz, wie bewerten Sie die abgebrochene Saison Ihrer Mannschaft in der A-Liga?

Als Aufsteiger haben wir bis zum Abbruch eine ordentliche Runde gespielt. Nach Startschwierigkeiten und drei knappen Niederlagen zu Beginn ist beim Auswärtsspiel in Beienheim der Knoten geplatzt. Danach haben wir uns sehr gut in der neuen Umgebung zurechtgefunden und unsere Punkte geholt. Lediglich bei unserem Auftritt in Kaichen waren wir chancenlos.

Nach langen Jahren als Spieler in der Verbandsliga trainieren Sie nun Ihren Heimatverein. Wie hat sich dies auf die Mannschaft und Verein ausgewirkt?

Ich kenne den Verein seit meiner Kindheit, ich habe selbst bis zu den D-Junioren das grün-weiße Trikot getragen. Ich wohne in Ober-Mörlen, habe viele Freunde in der Mannschaft. Natürlich ist das Tempo, die taktische Ausbildung der Spieler in der Verbandsliga auf einem anderen, höheren Niveau. Doch daran arbeiten wir in jeder Trainingseinheit. Wir wollen unseren sehr jungen Kader Stück für Stück besser machen und auf ein neues Niveau bringen. Dafür haben wir mittlerweile ein Trainerteam in Ober-Mörlen. Unterstützung bekomme ich von unserem spielenden Co-Trainer Daniel Beul, der aus Steinfurth zu uns gewechselt ist. Die zweite Mannschaft wird von Steven Coltman betreut, das Torwarttraining leitet Jan Krause. Um die Teams herum wird auch eine Menge möglich gemacht. Wir sind dabei einen Fitnessraum einzurichten, und mit der Physiopraxis Therapie Hoch4 in Bad Nauheim haben wir eine Vereinbarung geschlossen, die uns sportmedizinisch neue Möglichkeiten bitten. Allein, dass unserer Mannschaft eine Physiotherapeutin zur Verfügung steht, ist für unsere Verhältnisse überragend.

Nach dem vierten Platz zum Abbruch der letzten Runde rollt der Ball wieder. Wie sehen die Zielsetzungen aus?

Wir haben in Ober-Mörlen eine sehr homogene Truppe, der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft ist sehr gut. Die Jungs bleiben nach dem Training sitzen, und auch in der Freizeit wird viel gemeinsam unternommen. Dies liegt an der hohen Identifikation mit dem Verein, fast 95 Prozent unserer Spieler kommen aus Ober-Mörlen oder wohnen hier. Wir sind seit geraumer Zeit wieder im Vorbereitungstraining, erste Testspielergebnisse zeigen auf, an was wir noch arbeiten müssen. Unser Kader ist komplett zusammengeblieben. Zwar schmerzt, dass wir mit Matthias Weckler unseren Torjäger aufgrund von Verletzung verlieren. Aber mit Elias Ben Fdhila von der Spvgg 08 Bad Nauheim haben wir hier Ersatz gefunden. Ferner erhöhen unsere weiteren Zugänge Daniel Beul und Dominik Ammelung, der von der SG Eschbach/Wernborn kam, die Qualität des Kaders ebenfalls. Und unsere Jugendarbeit trägt Früchte. Neu im Seniorenkader sind mit Max Daschke, Tom Heil und Tim Zuber drei hoffnungsvolle Nachwuchstalente. Insgesamt betrachtet konnten sich die Neuzugänge bis jetzt schnell integrieren. Interessant wird es zu beobachten sein, wie die Jungs sich schlagen, wenn wir wieder eine komplette Runde mit 30 Spieltagen absolvieren. Wir wollen beide Mannschaften weiter entwickeln und unseren jungen Spielern eine gewisse Konstanz in den Leistungen beibringen. Ich sehe dann keine Probleme, auf einem guten A-Liga-Niveau zu spielen. Weiterhin liegt die Zielsetzung darauf, uns in der A-Liga zu etablieren und eine gute Rolle zu spielen. Wir wollen - wie in der letzten Saison - schon früh in Sache Klassenerhalt klare Verhältnisse schaffen.

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