Am Samstag will der Vorstand des Hessischen Fußballverbandes über die Modalitäten eines Saisonabbruchs entscheiden.
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Am Samstag will der Vorstand des Hessischen Fußballverbandes über die Modalitäten eines Saisonabbruchs entscheiden.

Saisonabbruch geplant

Widerstandsgruppe gegen HFV-Pläne wächst - Auch SC Dortelweil kämpft um Aufstieg

  • Philipp Keßler
    vonPhilipp Keßler
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Die Gruppe der Vereine, die den Hessischen Fußballverband zum Umdenken bei den Modalitäten eines Saisonabbruchs bewegen wollen, wächst - nun ist auch der SC Dortelweil dabei.

Der Druck auf die Vertreter des Hessischen Fußballverbandes (HFV vor der virtuellen Sitzung des Vorstands am Samstagvormittag wächst - der Streitpunkt ist weiterhin der Umgang mit den Relegationsteilnehmern bei Abbruch der Saison aufgrund der Coronavirus-Pandemie. 45 Vereine haben am Mittwochabend ein Schreiben mit Forderungen verschickt - darunter ist auch der SC Dortelweil, als einziger Klub aus dem Fußballkreis Friedberg.

"Die Kernaussage des Schreibens teilen wir grundsätzlich", sagt der Vereinsvorsitzende Martin Gunkel auf Nachfrage. Er hatte das Schreiben namentlich mit unterzeichnet - und damit zumindest insofern für eine kleine Überraschung gesorgt, hatte doch sein Sportlicher Leiter Hans Wrage in den vergangenen Wochen und Monaten mehrfach betont, der nach Anwendung der Quotientenregelung aktuell Zweite der Fußball-Gruppenliga Frankfurt-West würde sich zwar über einen Aufstieg in die Verbandsliga Süd freuen, aber jede Entscheidung des HFV bezüglich der Relegationsplätze akzeptieren. Dies schränkt Gunkel nun ein.

Seiner Meinung nach würde mit dem bislang favorisierten Modell, wonach es bei einem Saisonabbruch und einer Wertung der Tabelle mittels Quotient keine Absteiger und nur Aufstiege für die Teams auf den Aufstiegsplätzen gebe, eine Ungerechtigkeit entstehen. "Bei den Absteigern wird gesagt, sie könnten für die aktuelle Lage nichts und ihnen wäre das wirtschaftlich nicht zuzumuten, aber auch die Teams auf den Relegationsplätzen haben doch viel Aufwand und Mühe in eine bislang gute Saison gesteckt. Der wirtschaftliche Schaden wäre auch für uns immens. Daher finde ich, hier wird mit zweierlei Maß gemessen und das kann nicht sein", sagt er. "Wir hatten das Ziel, um den Aufstieg mitzuspielen, haben uns entsprechend aufgestellt, sind Zweiter gewesen und plötzlich zählt das nicht mehr." Er fordert daher eine Lösung vom HFV, die der sportlichen Lage mehr Rechnung trägt - und im Idealfall mit einem Aufstieg für den SCD endet, obwohl "wir sicher nicht so weit gehen würden, dass wir zwangsläufig aufsteigen müssen".

Dass die Dortelweiler, die auch mit ihrer zweiten Mannschaft in der Kreisliga A Friedberg auf einem Relegationsplatz stehen, nun gemeinsam mit Klubs auf einer Unterschriftenliste aufgeführt werden, die bereits öffentlich angekündigt haben, es nicht nur bei dem schriftlichen Aufruf belassen zu wollen, sondern notfalls auch vor Gericht zu ziehen, stört Gunkel nicht.

Andere Meinungen auch innerhalb des Vereins

"Ich habe am Wochenende erst von der Initiative erfahren und die Mehrheit unseres Vorstands findet die Formulierungen im Schreiben nicht dramatisch", erklärt der SCD-Boss. Er sei "vorsichtig skeptisch", ob sein Klub im Falle einer negativen Entscheidung wirklich rechtliche Schritte gehen werde, wolle sich die Option aber bewusst offen lassen. "Wir wollen keine schmutzige Wäsche waschen, sondern lediglich unsere Position darlegen. Ich finde, das sollte gesagt werden dürfen. Dabei ist mir aber wichtig zu betonen, dass wir in der Vergangenheit immer gut daran getan haben, mit den Vertretern des Verbandes zu kooperieren, und diesen Pfad werden wir sicher nicht verlassen", erklärt er.

Dass es innerhalb des Vereins diesbezüglich auch andere Meinungen gebe, verhehlt Gunkel nicht. Der Vorstand habe sich erst am Dienstagabend mehrheitlich für den nun eingeschlagenen Weg entschieden, denn "dabei geht es vor allem um die Außendarstellung des SC Dortelweil".

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