Die Handballer dürfen wieder trainieren. Allerdings unter strengen Auflagen.
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Die Handballer dürfen wieder trainieren. Allerdings unter strengen Auflagen.

Handball

WhatsApp regelt den Einlass: So starten die Handballer ins Corona-Training

  • vonPeter Hett
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Seit knapp zwei Wochen dürfen Handballer wieder unter dem Hallendach trainieren. An Handball im herkömmlichen Sinn ist aber nicht zu denken ist. Trotzdem ist man bei den heimischen Vereinen voller Tatendrang.

Nachdem die Corona-Krise den Sport für längere Zeit nahezu komplett lahmgelegt hatte, sorgte der Wonnemonat Mai für erste Wiederbelebungen. Und wie sieht es mit dem Handballsport aus?

Nun, auch hier ist einiges in Bewegung, seit am 14. Mai die Sporthallen wieder freigegeben wurden. Mittlerweile gibt es konkrete Ziele, die von den Verbandsoberen mit markig klingenden englischen Schlagwörtern an die Öffentlichkeit gebracht werden. Für die Eliteklassen wurde eine "Taskforce Return to Competition" ins Leben gerufen, mit dem Ziel, den Spielbetrieb am 2. September mit dem Spiel um den Pixum-Cup in Düsseldorf neu aufleben zu lassen.

Und was passiert an der Basis? Dem Goethe-Zitat "Es ist nicht genug zu wollen, man muss es auch tun" folgend, hat der Deutsche Handball-Bund (DHB) bereits Ende April ein Positionspapier für die Wiederaufnahme des Handballsports im Amateurbereich veröffentlicht. Es nennt sich "Return to Play", und zeigt den Vereinen an der Basis in einem Acht-Stufen-Plan den Weg zurück zur Normalität auf. Zusätzlich stehen noch eine Reihe weiterer Bausteine zur Verfügung, die professionell aufbereitet sind und enorme Hilfestellungen bieten, um dem Handballsport unter Beachtung aller geltenden Regeln wieder Leben einzuhauchen. Alles ist der Maxime der gesundheitlichen Risikominimierung untergeordnet, wohl wissend, dass es die hundertprozentige Garantie dafür nicht geben kann.

Spielbetrieb: Drei Szenarien möglich

Mit Schreiben vom 21. und 23. Mai teilte die spielleitende Stelle des Handballbezirks Gießen den Vereinen mit, dass es für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs drei unterschiedliche Szenarien gibt. Ein normaler Starttermin ist für Mitte September geplant. Sollte zu diesem Zeitpunkt noch kein Spielbetrieb stattfinden können, ist eine Alternative, die Runde Mitte Oktober zu starten. Die ausgefallenen ersten Spieltage müssten an die Runde angehängt werden. Sollte auch dies nicht möglich sein, ist eine einfache Runde (nur Rückrunde) ab Januar geplant.

Doch vor dem Wettkampf steht das Training. Und das gestaltet sich trotz der Lockerungen derzeit noch sehr umständlich. Bei der TG Friedberg wird nach einer Videokonferenz, bei der alle Trainer und Betreuer ihre Bereitschaft signalisierten, seit Montag mit aller Vorsicht wieder trainiert. Für den Aktiven-Bereich ist geplant, ab Mitte Juni wieder mit dem gemeinsamen Training, in der dann möglichen Form, zu beginnen. "Natürlich haben wir uns am Acht-Stufen-Plan des DHB orientiert", sagt Uli Kaffenberger, Abteilungsleiter bei der TG. Ihm ist es wichtig, dass immer die Freiwilligkeit und der Willen auf Trainer-, Betreuer- und Spielerseite zu berücksichtigen ist. Jede Trainingsgruppe soll vor dem Einstieg klar die Regeln besprechen und sich der bei deren Einhaltung gegenseitig unterstützen. "Wir Handballer, wie auch andere Teamsportarten, brauchen sich mit ihren Konzepten sicherlich nicht hinter den Fußballern zu verstecken. Vielleicht reden wir nur nicht so gerne darüber und machen einfach", sagt Kaffenberger.

Auch bei der HSG Mörlen freut man sich über die Öffnungen. Sämtliche Einstiegsmaßnahmen wurden gemeinsam mit dem Stammverein TSV Nieder-Mörlen besprochen und festgelegt. Zunächst wurde lediglich Einzeltraining im Freien durchgeführt, ehe ab dem 18. Mai mit dem Gruppentraining in der Halle angefangen wurde. "Alle, egal ob Trainer, Betreuer- oder auch Spieler waren heiß ohne Ende, dass es wieder losgeht, was eigentlich auch nachvollziehbar ist", sagt HSG-Abteilungsleiter Siggi Bläsche.

Noch ist die Tür versperrt: Die Sporthalle in Nieder-Mörlen ist noch nicht freigegeben. Die Handballer der HSG Mörlen stehen aber in den Startlöchern für ihr erstes Training nach der Corona-Zwangspause. FOTO: HEP

Bisher trainieren bei der HSG nur die Aktiven, allerdings auch auf freiwilliger Basis. "Die finale Verantwortung ist auf uns als Verein übertragen, wir sind für die Einhaltungen aller Regeln und Vorgaben verantwortlich. Bei den jüngeren Jahrgängen können wir derzeit noch nicht gewährleisten, dass alles funktioniert", begründet er die Entscheidungen. Nur die A-Jugend sollte eigentlich auch schon in dieser Woche mit dem Training beginnen, doch in Ober-Mörlen ist die Halle noch nicht freigegeben, in Nieder-Mörlen funkt die Gemeindeversammlung dazwischen.

Sowohl bei der HSG als auch bei der TG in Friedberg sieht man sich in einem ständigen Lernprozess und analysiert die gemachten Erfahrungen, um den Trainingsablauf kontinuierlich zu entwickeln. Die Befürchtung aufgrund der Corona-Pause Spieler zu verlieren, hat sich nicht bestätigt. Bisher hat man keine negative Resonanz von Jugendlichen und Eltern.

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