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HSG Wetzlar: Mund abwischen, weitermachen

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Das Spitzenspiel in der Handball-Bundesliga ist Geschichte. Der unangefochtene Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen hat am Sonntag in beeindruckender Manier gegen die HSG Wetzlar bewiesen, warum man mit 22:0 Punkten vom Platz an der Sonne grüßt.

Nach einer holperigen ersten Halbzeit zeigte das Löwenrudel von Trainer Nikolaj Jacobsen Krallen und wies die bis dahin unerschrocken aufspielenden Wetzlarer in die Schranken. Die Grün-Weißen hatten zuvor gezeigt, warum sie auch nach dieser Niederlage in der Spitzengruppe der Liga verweilen. Die Gründe:

Da wäre zunächst die sattelfeste Deckung um Abwehrchef Evars Klesniks. Mit Kristian Bliznac im Mittelblock hält der Lette hinten den Laden zusammen, dirigiert seine Nebenleute. Blockt, schiebt und rackert, um Keeper Andreas Wolff die Arbeit zu erleichtern. Dass selbst er Löwen-Kreisläufer Rafael Baena nicht halten konnte, zeugte von der Klasse des spanischen Kolosses.

Nach Startschwierigkeiten zu Beginn der Saison hat vor allem Wolff zu alter Stärke gefunden, brillierte auch in Mannheim im HSG-Gehäuse. Lohn für die gelungenen Auftritte ist die erneute Berufung zur Nationalmannschaft für den Supercup im November. Er hält seinen Vorderleuten in kniffeligen Situationen immer wieder den Rücken frei.

Im Angriff sind es vor allem die Neuzugänge Joao Ferraz, Jannik Kohlbacher und Filip Mirkulovski, die die Fan-Herzen höherschlagen lassen. Auch Florian Laudt spielt auf hohem Niveau. Er und Mirkulovski ergänzen sich auf der Mittelposition trefflich, ziehen jeder auf seine Art die Fäden im Aufbau. In Mannheim musste Laudt durchspielen, da Mirkulovski verletzt ausfiel. Ferraz scheint förmlich unter Wandschneider zu explodieren, gewöhnt sich mehr und mehr an den rauhen Bundesliga-Alltag. In Mannheim merkte man ihm jedoch an, dass die unter der Woche erlittene Rückenblessur kaum ausgeheilt war. Jungspund Kohlbacher räumt am Kreis ab und ist stets abgezockt im Abschluss.

Problematisch wird es für die HSG, wenn die erste Rückraumreihe einen schlechten Tag erwischt. Ohne die Tore von Steffen Fäth und Ferraz wird es in der Bundesliga gegen jeden Gegner schwer. Bliznac und Vladan Lipovina können die beiden Shooter kaum adäquat ersetzen, höchstens für die dringend notwendigen Verschnaufpausen sorgen. Dazu fehlt dann das Abräumen auf die Außenpositionen, wo links Maximilian Holst und rechts Guillaume Joli oder Tobias Hahn auf Wurfchancen lauern.

Verbesserungswürdig auch das Gegenstoßspiel in erster und zweiter Welle.

Am Samstag kann der Klassenerhalt, das eigentliche Saisonziel des Überraschungsteams, gegen Bahlingen gefühlt perfekt gemaxcht werden. (Foto: pfl)

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