Wetzlar fordert Rhein-Neckar Löwen heraus

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(ra). Gegen den SC M agdeburg gewonnen, der SG Flensburg/Handewitt und der TSV Hannover-Burgdorf einen Punkt abgeknöpft. Handball-Bundesligist HSG Wetzlar will heute Abend um 19 Uhr im Heimspiel in der Rittal-Arena gegen die vor der Saison als Titelanwärter gehandelten Rhein-Neckar Löwen einen ähnlichen Sturm entfachen wie Orkan "Sabine". Mit dem hatte der Busfahrer vergangenen Sonntag auf der Rückfahrt aus Nordhorn derart zu kämpfen, das er zeitweilig sogar die windempfindliche Sauerlandlinie verlassen musste. Vom Parkett fegen wird die Wandschneider-Truppe die Mannheimer zwar bestimmt nicht, aber die HSG will den Favoriten richtig kämpfen lassen.

Die Ausgangslage: Der Druck liegt eindeutig bei den Rhein-Neckar Löwen, die im Titelkampf mit dem Heim-30:33 gegen Melsungen vor Wochenfrist noch mal haben Federn lassen und sich absolut nichts mehr erlauben können, wenn sie bei der Vergabe der Meisterschaft noch ein kleines Wörtchen mitreden wollen.

Nur vier (Plus) Pünktchen trennen den Rangachten HSG Wetzlar (24:20) vom Sechsten Rhein-Neckar Löwen (28:14). Da muss man gleich zweimal auf die Tabelle schauen. Da die Grün-Weißen mit zwei Siegen gegen den Bergischen HC und bei der HSG Nordhorn-Lingen ins Jahr 2020 gestartet sind, können sie die Uwe Gensheimer und Co. mit breiter Brust empfangen.

Die Personalien: Bis auf Stefan Kneer, der auf sein Comeback hinarbeitet, kann die HSG Wetzlar personell aus dem Vollen schöpfen. "Alle sind fit und gesund", hat Trainer Kai Wandschneider in der Vergangenheit nicht allzu oft vermelden können und hofft, dass dies auch so bleibt.

Die ambitionierten Badener hoffen, dass Neuzugang Ymir Örn Gislason spielberechtigt sein wird. Der isländische Kreisläufer soll gegen Wetzlar sein Debüt geben. Fehlen werden verletzungsbedingt auf jeden Fall weiter der Ex-Wetzlarer Steffen Fäth sowie Jesper Nielsen.

Die Leistungsträger: Dreh- und Angelpunkt bei der HSG Wetzlar ist weiterhin Filip Mirkulowski, der wohl unauffällig-wirkungsvollste Spielmacher der Liga. Dabei können an guten Tagen Stefan Cavor im rechten Rückraum, Torhüter-Youngster Till Klimpke oder wie vergangenen Sonntag bei der HSG Nordhorn-Lingen Allrounder Olle Forsell-Schefvert zu Faktoren werden.

Dass die Mannheimer in Gensheimer sowie Kreisläufer Jannik Kohlbacher ihre besten Torschützen haben, verwundert in Anbetracht der hochkarätigen Rückraumbesetzung. Spielmacher Andy Schmid definiert sich zwar stark über das Zusammenspiel mit Kohlbacher am Kreis, von den Halbpositionen kommt in Anbetracht der Qualität eines Romain Lagarde, Mads Mensah Larsen oder Alexander Petersson aber zu wenig. Und den Umbruch auf der Trainerbank - Kristjan Andresson für Nikolaj Jacobsen - hat das Team auch noch nicht bewältigt.

Das sagen die Trainer: Für Kai Wandschneider, den Wetzlarer Coach, ist die Rollenverteilung unverändert: "Die Löwen sind gegen uns immer Favorit. Egal, was die Tabelle gerade sagt. Sie haben ein reichhaltiges individuelles und spieltaktische Repertoire, welches den Gegner vor unterschiedliche Aufgaben stellt."

Andresson warnt indes: "Bei Wetzlar kann jeder Verantwortung übernehmen, das ist eine Mannschaft mit einer strukturierten Spielweise. Es muss uns gelingen, weniger Fehler zu machen als zuletzt."

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