Wetzlar "an einer Weggabelung"

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(ra). Die letzten Heimpartien gegen den HSC Coburg und die Eulen Ludwigshafen haben die Handballer der HSG Wetzlar deutlich gewonnen. Das muss gegen Bundesliga-Senkrechtstarter TVB Stuttgart am Sonntag um 16 Uhr in der Rittal-Arena (live auf Sky) nicht sein. Trainer Kai Wandschneider könnte bereits mit einem knappen Sieg super leben.

Wirtschaftliche Vorzeichen:Die beantragte Corona-Hilfe für den Profisport ist auch bei der HSG Wetzlar eingegangen. Die Mittelhessen haben aus dem 200-Millionen-Fond einen unteren sechsstelligen Betrag für entgangene Ticketing-Einnahmen erhalten, der sie zusammen mit einem WI-Darlehen des Landes Hessen aus dem Sommer sowie der Kurzarbeit im Frühjahr aktuell wirtschaftlich über die Runden kommen lässt.

Personelle Vorzeichen:Bei der HSG steht hinter dem Einsatz des angeschlagenen Torhüters Till Klimpke ein Fragezeichen. Für den Fall der Fälle würde Anadin Suljakovic nachrücken. Fehlen wird definitiv Linksaußen Maximilian Holst wegen einer nicht-sportlichen Operation, der er sich in dieser Woche unterziehen musste. Da es durch die autonomen U 19- und U 23-Teams der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen keine Aufstockmöglichkeit mehr gibt, werden die Grün-Weißen mit Emil Mellegard als alleinigen Linksaußen in die Partie gehen.

Beim TVB Stuttgart ist Nationaltorhüter Johannes Bitter aus seiner Quarantäne zurück, somit kann Jürgen Schweikardt, Trainer und Manager in Personalunion, personell fast aus dem Vollen schöpfen. Zum verletzungsbedingten Fehlen des ungarischen Mittelmannes Rudolf Faluvegi machte der Klub keine Angaben.

Tabellarische Vorzeichen:Nach zuletzt zwei Niederlagen befinden sich die Wetzlarer laut Wandschneider "an einer Weggabelung", was den weiteren Saisonverlauf betrifft. Bis auf Schlusslicht HSC Coburg haben mittlerweile alle Erstligisten gepunktet, sodass sich die Grün-Weißen bei einer neuerlichen Niederlage und dann negativem Punktekonto als Rang 12 zunächst mal nach hinten orientieren müssten.

Die Schwaben haben mit 13:7 Zählern den besten Saisonstart ihrer Erstliga-Historie hingelegt und könnten sich bis zum Jahresende im oberen Tabellendrittel festsetzen.

Qualitative Vorzeichen:Die Wetzlarer treten einmal mehr als geschlossene Einheit auf, haben nach den jüngsten Niederlagen von Wandschneider aber eine Ansage erhalten. "Ich erwarte von jedem Akteur, dass er sich voll reinhängt", war der Coach mit der Motivation seiner Akteure nicht zufrieden. Magnus Fredriksen macht als Spielmacher Fortschritte. Aber die Kritik an Lenny Rubin ebbt nicht ab. Der Rückraumspieler schafft es seit Monaten nicht, sein Leistungsvermögen abzurufen.

Stuttgart ist ebenfalls dazu übergegangen, das Team in den Mittelpunkt zu stellen. Das Torhüter-Duo Prost/Bitter, Nationallinksaußen Zieker, das Kreislauf-Duo Peshevski/Röthlisberger, der Innenblock Weiß/Röthlisberger, der aktuelle Liga-Torschützenkönig Kristjansson, der junge Häfner auf der Mitte und auch der Schwede Lönn auf der Königsposition belegen die leistungsstarke Breite des Kaders.

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