Nele Gottschalk springt in der Natur Seil, um ihren VfL Altenstadt in der Challenge zu unterstützen.
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Nele Gottschalk springt in der Natur Seil, um ihren VfL Altenstadt in der Challenge zu unterstützen.

Coronavirus-Krise

Wettkampf ohne Kontakt: Leichtathleten des VfL Altenstadt mit besonderer Aktion in Corona-Krise

  • Philipp Keßler
    vonPhilipp Keßler
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Die Coronavirus-Krise scheint bei den Leichtathleten des VfL Altenstadt Kreativität freigesetzt zu haben. Zwar gibt es aktuell weder Training noch Wettkampf, doch immer noch jede Menge Sport.

Die Ferien sind da, Ostern steht vor der Tür - und normalerweise würden sich die Leichtathleten des VfL Altenstadt in der zweiten Woche der schulfreien Zeit ins Trainingslager nach Eschwege verabschieden - doch daraus wird aufgrund der Coronavirus-Pandemie in diesem Jahr nichts. Dennoch steckt der Verein nicht auf - und findet sogar einen Weg, mit den Trainingslagerpartnern des TSV Frankenberg in Wettstreit zu treten.

Online-Seilsprung-Challenge wird zum Hit

Nach einem Telefonat der beiden Trainer wurde am Montag die Seilspring-Challenge geboren. Die Aufgabe: Die Athleten müssen sich beim Seilspringen filmen, das Team, das zuerst 5000 Sprünge hat, gewinnt. Das Ergebnis "war wirklich irre", wie Anja Gottschalk sagt. Sie ist in der VfL-Leichtathletik-Abteilung die Organisationschefin. Nach nur gut einer Stunde waren beide Teams mehr oder weniger zeitgleich fertig. "Wir hatten keine Ahnung, wie lange das dauern wird", sagt Gottschalk und erklärt damit, dass sie und ihr Team vom Engagement der Athleten im Kinder- bis zum Erwachsenenalter entsprechend überrascht waren. Das Handy stand in dieser Zeit in jedem Fall kaum eine Sekunde still. Ein Springer schaffte es gar auf 1200 Wiederholungen - "der Hammer", wie Gottschalk es ausdrückt.

Die Aktion war nicht die erste, die der Verein für seine Mitglieder in Zeiten von geschlossenen Sportstätten und abgesagten Trainingseinheiten und Wettkämpfen auf die Beine gestellt hat. Bereits zuvor gab es die Aufgabe, mindestens 50 Videos von einer sportlichen Betätigung zu schicken, ehe die Trainer ranmüssen - was natürlich passierte. Anschließend folgte eine Challenge, wer wohl vereinsintern am längsten im Unterarmstütz ausharren könnte. Die Antwort: Der Gewinner hielt die Position eine geschlagene Stunde lang. Und auch eine Plakataktion mit dem Aufruf zu Hause zu bleiben, bei der jeder Sportler sich mit einem anderen Wort auf einem Plakat fotografieren ließ, brauchte nicht einmal 24 Stunden. Aktuell läuft die "Wir bemalen Steine"-Aktion, danach soll es wieder sportlich werden, verspricht Gottschalk. Auch einen zweiten Wettstreit gegen den Verein aus Nordhessen könne sie sich gut vorstellen.

Zwischen 30 und 50 Teilnehmer bei Aktionen des VfL Altenstadt

"Das Interesse ist riesig groß, zwischen 30 und 50 Teilnehmer haben wir immer", erzählt sie. "Unsere Kinder freuen sich, vielleicht auch, weil sie mal wieder ein konkretes Ziel haben. Wir versuchen, sie einfach bei der Stange zu halten." Und vielleicht werde ja auf diese Weise auch das eine oder andere zusätzliche Familienmitglied, ein Nachbarverein motiviert oder die Form der Leistungssportler etwas verbessert. Denn: Auch beim VfL sind aktuell bis zum Ende der Osterferien sämtliche Veranstaltungen und Aktivitäten abgesagt, der Hessische Leichtathletikverband hat gar alle Meisterschaften bis nach den Sommerferien gecancelt (wir berichteten). Die Folge: Bis dahin wird es - unabhängig von der Entwicklung der allgemeinen Lage - keine Wettkämpfe geben. "Wir hoffen aktuell, dass es wenigstens nach den Sommerferien etwas weitergeht", sagt Gottschalk. Dies gelte im Besonderen für die Athleten, die vor dem Sprung in eine höhere Altersklasse stehen und demnach in dieser Saison noch einmal richtig angreifen wollten.

Bis es so weit ist, gehe es um den Zusammenhalt im Verein, bei dem "um mehr als nur darum geht, Sport zu vermitteln", wie Gottschalk sagt. Bislang sei es außerdem ja auch "absolut genial" gelaufen.

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