+
Zwei von drei Medaillen für die Athleten der LG Ovag Friedberg-Fauerbach gehen auf das Konto der beiden Sprinter Steven Müller (l.) und Lars Hieronymi, die bei den deutschen Hochschulmeisterschaften in Kalbach zu Gold und Bronze rennen. FOTO: PV

Wetterauer Medaillenregen

  • schließen

(web). In Kalbach haben sich am Mittwoch die besten Leichtathleten aus allen deutschen Hochschulen und Universitäten zusammengefunden, um ihre Besten zu ermitteln. Auf Medaillenrängen platziert und für ihre Hochschulen am Start waren auch die Wetterauer Marc Tortell (Athletics Team Karben), Lukas Abele (SSC Hanau-Rodenbach), Steven Müller und Lars Hieronymi (LG Ovag Friedberg-Fauerbach). Einen rausgehauen haben Tortell und Abele: Sie wurden deutsche Studentenmeister über 3000 und 1500 Meter. Müller, der sich in dieser Hallensaison auf die 60 Meter fokussiert, holte den Vizetitel. Lars Hieronymi nahm über 200 Meter die bronzene Medaille mit nach Hause.

Marc Tortell, der Zweite der deutschen Meisterschaften über 1500 Meter aus dem vergangenen Jahr, startete für die Accadis Hochschule Bad Homburg. Er setzte sich gegen starke Konkurrenz durch. Titelverteidiger und Vize-Europameister der U 23 über 10000 Meter, Nils Voigt vom TV Wattenscheid, sorgte für eine flotte Anfangspace und ging den ersten Kilometer in 2:46 Minuten durch. Diesem Tempo konnten von den zwölf Teilnehmern nur Michael Wörnle (Uni Tübingen) und Tortell folgen. 450 Meter vor Schluss übernahm der Mittelstreckenläufer des Athletics Team Karben die Spitze und gab sie nicht mehr ab. Mit einer Schlussrunde in 28 Sekunden auf der 200-Meter-Rundbahn im Kalbacher Sportzentrum "Am Martinszehnten" gelang Tortell mit einer persönlichen Bestzeit von 8:18,98 Minuten der Sprung in die "Topten" der deutschen Hallenbestenliste. Belohnt wurde der ATK-Athlet neben dem Titel zusätzlich mit der Nominierung des Deutschen Hochschulverbandes für die am 7. März in Marrakesch ausgetragenen Studenten-Weltmeisterschaften im Crosslauf.

Hieronymi verpasst DM-Norm knapp

Von der LG Ovag Friedberg-Fauerbach waren Steven Müller, Lars Hieronymi und Anna Hülsmann am Start. Sprintstar Müller, der sich trotz seiner Spezialisierung auf 200 Meter im Freien in dieser Hallensaison ausschließlich auf die 60 Meter konzentriert, konnte sich im Trikot der Uni Kassel gegen die große Konkurrenz sehr gut präsentieren und wurde im Finale Zweiter. Mit 6,86 Sekunden freute sich der deutsche 200-Meter-Meister bei den nationalen Hochschulmeisterschaften über die Vizemeisterschaft. "Wir sind zufrieden", kommentierte Trainer Otmar Velte im Anschluss den Wettkampf. Das Training laufe gut, die Wettkämpfe über 60 Meter seien bisher alle echt in Ordnung gewesen. Für Müller geht es nun zu den deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig am 22. und 23. Februar. Auch Tortell und Abele haben hierfür die Normen über 1500 Meter bereits unterboten. Dort wird das Trio allerdings sicher auf härtere Konkurrenz treffen.

Müllers Teamkollege Lars Hieronymi wäre ebenfalls gerne dort gerne dabei gewesen. In Kalbach wollte der Sprinter die Qualifikation für die deutschen Titelkämpfe laufen, scheiterte über 200 Meter in 22,01 Sekunden aber knapp an der Marke von 21,95 Sekunden. Dennoch nahm der LG-Athlet als Dritter eine Bronzemedaille mit nach Hause. "Ich merke den verletzungsbedingten Trainingsrückstand von über sechs Wochen einfach", sagte Hieronymi nach seinem Lauf. "Unter den Umständen war es okay, aber trotzdem will man ja noch mehr." Über 60 Meter finishte der Student der Elektrotechnik (TU Darmstadt) in 7,02 Sekunden und wurde damit im Finale Siebter.

Anna Hülsmann sicherte sich mit der Staffel der Uni Frankfurt die Bronzemedaille bei den Frauen. Bei den Hochschulmeisterschaften wird die Frauenstaffel im Modus 200 Meter/400 Meter/200 Meter ausgetragen. Hülsmann lief die zweite Strecke - und damit den zweiten 400-Meter-Lauf innerhalb von zwei Stunden. Im Einzel war sie über die doppelte Hallenrunde in 61,21 Sekunden auf Rang zwölf gelaufen.

Abele gewinnt mit klarem Vorsprung

Bei einem Blick in die Starterliste versprach auch das 1500-Meter-Rennen aus Wetterauer Sicht spannend zu werden. Neben dem Dauernheimer Lukas Abele war die erweiterte deutsche Spitze um Marvin Heinrich und Kilian Schreiner vertreten. Abele, Student der Uni Gießen, wollte sich nicht auf ein Bummelrennen einlassen und drückte von Beginn an aufs Tempo. Seine Verfolger konnten nur bis zur 1000-Meter-Marke Anschluss halten. Dann machte Abele, der sich in den vergangenen Wochen als Pacemaker in hochkarätigen Rennen einen Namen gemacht hat, ernst und zog mit einer weiteren Tempoverschärfung davon.

Schließlich wurde er in 3:49,25 Minuten mit deutlichem Vorsprung deutscher Hochschulmeister. Auf Platz zwei kam Heinrich von der Polizeihochschule (3:53,32 Minuten). Abele zeigte sich im Ziel sichtlich überrascht: "Das war entspannt - ich dachte das wird eher eine enge Kiste."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare