Wetterauer Gold und Bronze bei Süddeutschen

(kas) Aus vier Kreisvereinen hatten sich sechs Schüler und Schülerinnen für die Süddeutschen Meisterschaften in St. Wendel (Saarland) qualifiziert. Das total umgebaute Stadion mit knallblauen Sektoren und Weitsprunganlagen war für die Wetterauer ein gutes Pflaster: Mit einer Goldmedaille, zwei Bronzemedaillen und weiteren guten Platzierungen zogen sich die W/M 15-Athleten gut aus der Affäre.

Dabei kam die Nieder-Weiselerin Johanna Michel zu einem erhofften, aber auch hart erkämpften Sieg im Hochsprung. Mit 1,66 m stand sie zwar an der Spitze der Meldeliste, doch bei den Hessischen musste sie eine Niederlage erleben. In St. Wendel war Leonie Rabe (LG Kurpfalz) die größte Konkurrentin. 1,60 m überquerten beide im zweiten Versuch, 1,63 m beide im dritten Versuch. Damit lagen beide absolut gleichauf. Die nächste Höhe musste entscheiden. Und hier zeigte Johanna ihre Stärke: Die 1,66 m meisterte sie zur Überraschung ihrer Mitspringerin gleich im ersten Versuch, die sich zweimal vergeblich an der Höhe versuchte und den dritten Versuch bei 1,69 m startete. Da dieses Unterfangen danebenging, stand die Nieder-Weiselerin schon beim zweiten Versuch über die neue Höhe als neue Süddeutsche Meisterin fest. Mit übersprungenen 1,66 m bestätigte die zierliche A-Schülerin ihre Bestleistung und holte damit den ersten Süddeutschen Titel nach Nieder-Weisel. Dieser Titel ist auch eine Bestätigung der guten Trainingsarbeit mit Ulrich Heinz, zu seiner Zeit einer der besten Straddle-Springer in Hessen. Die stimmungsvolle Siegerehrung mit Einmarsch und Hymne war für alle ein besonderer Augenblick.

Julian Wielitsch vom LSC Bad Nauheim konnte auf Grund seiner Vorleistung mit Platzierungen unter den ersten Sechs bis Acht im Kugelstoßen und Diskuswerfen rechnen. Im Kugelstoßen waren die beiden Württemberger Jan Schaßberger und Marc Salzer die hohen Favoriten mit Weiten von um und über 17 m. Hier galt es, gleich im ersten Versuch die "Duftmarke" zu setzen.

Julian Wielitsch ging sehr konzentriert in den Ring und wuchtete die Kugel gleich auf die neue Bestmarke von 15,75 m.

In diesem Durchgang gab es viele ungültige Versuche, so dass der LSCler hinter den Favoriten überraschen auf dem dritten Zwischenrang lag. Auch in seinem zweiten Versuch lag er mit 15,45 m über seiner bisherigen Bestweite. Im vorletzten Durchgang gelang dem A-Schüler fast noch eine Sensation: etwas über 16 m, aber knapp außerhalb des Sektors blieb es bei seiner Einstiegsweite. In diesem Durchgang kamen die beiden nächsten Konkurrenten noch etwas dichter heran. Als sowohl der Hessenmeister Malte Dahlmann als auch David Hirschmann aus Ulm im letzten Durchgang ungültige Versuche fabrizierten, war die Sensation aus Bad Nauheimer Sicht perfekt: Julian Wielitsch hatte mit Bestweite Bronze errungen.

An der Spitze konnte der laut Bestenliste Zweite (Jan Schaßberger) die Reihenfolge umdrehen und gewann mit ausgezeichneten 17,20 m vor Marc Salzer mit 16,16 m, der aber schon weit über 17 m gestoßen hatte. Der Hessenmeister Malte Dahlmann belegte mit guten 15,44 m Rang sechs.

Im Diskuswerfen sah es nach der gleichen Reihenfolge an der Spitze aus: die beiden hatten Würfe zwischen 55 und 57 m zu bieten; in der Reihung dahinter gab es ein dichtes Feld mit Weiten um die 50 m. Beim Einwerfen kam Julian Wielitsch gut mit dem böigen Seitenwind zurecht und wollte gleich im ersten Versuch alles auf eine Karte setzten. Aber vielleicht war der A-Schüler etwas zu hoch motiviert; jedenfalls setzte er den Diskus nach zu kurzem ersten Schritt ins Netz. Die Anweisungen seines Trainers Wolfgang Scheunemann halfen nichts: auch der zweite und der dritte Versuch gingen daneben. Dafür sprang der Unglücksrabe der Hessischen in die Bresche: Niklas Gerloff aus Hohenstein kam im letzten Versuch auf 50,76 m und damit ebenfalls auf Bronze. Der Kugelstoßmeister war auch der Sieger im Diskuswerfen mit tollen 57,05 m.

Die dritte Medaille für die Wetterauer Leichtathleten holte der Bad Vilbeler Gordon Hembus im Dreisprung. Er kam als Hessenmeister mit einer Bestleistung von 12,05 m nach St. Wendel. Dort schaffte er nach zwei ungültigen Versuchen im dritten Durchgang 11,62 m. Der leichte Gegenwind ließ keine bessere Weite zu. Am Ende kam der Bad Vilbeler mit der Weite auf Rang drei und durfte sich über Bronze freuen. Der zweite A-Schüler aus Bad Vilbel, Tobias Alexander Stensbeck, startete über 100 m. Im Vorlauf konnte er aber seine gute Zeit nicht bestätigen; mit 12,50 sec war hier Schluss.

Vom TV Rendel war Espen Wick ebenfalls am Start über 100 m. Dort kam er mit 12,44 sec ebenfalls nicht weiter. Dafür lief es bei dem Rendeler im Hürdensprint umso besser: Mit einer Bestleistung von 11,77 sec angereist, konnte er sich im schnellsten Vorlauf auf 11,74 sec steigern. Im Zwischenlauf steigerte er sich noch einmal ganz erheblich auf 11,57 sec, was aber knapp nicht für den Endlauf reichte. Das tolle Ergebnis wurde leider getrübt, da der Wind etwas zu stark geblasen hatte und somit die Leistung keinen Einzug in die Bestenliste finden konnte.

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