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Wetterauer Ehepaar startet beim Ironman in Frankfurt

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Sylvia Heller freut sich auf den »Längsten Tag des Jahres«.	(Foto: web)
Sylvia Heller freut sich auf den »Längsten Tag des Jahres«. (Foto: web) © Tanja Weber

Bereits zum 15. Mal starten bei der IRONMAN European Championship am Sonntag in Frankfurt 3000 Amateure und Profis. Darunter auch das Wetterauer Ehepaar Sylvia Heller und Volker Weil, das sich seit Jahren dem Ausdauersport verschrieben hat.

Bereits zum zweiten Mal geht das sportliche Ehepaar Sylvia Heller und Volker Weil bei den Europameisterschaften im Ironman am Sonntag in Frankfurt an den Start. Nach der Hitzeschlacht mit 40 Außentemperatur, bei dem beide im letzten Jahr mit viel Kühlung nur durchkommen wollten, hat sich das sportliche Paar in diesem Jahr andere Ziele gesetzt. Volker Weil hofft auf ein Finish unter 11:30 Stunden, seine Frau Sylvia unter 12:30 Stunden. Als waschechte Oppershofener haben beide ihre Wurzeln in der Kunstradabteilung des RSV Oppershofen. Im zarten Alter von sieben Jahren haben sie damit begonnen und auf zahlreichen Wettkämpfen ihr Können bewiesen. Sylvia ist zudem im Teenie-Alter durch ihren Vater auf den Laufsport gekommen. In den Ausdauerbereich auf dem Rad ging es auch bereits im Kindesalter, als die Jedermann-Distanzen an Radtouristiken auf dem Treckingrad bewältigt wurden: »Den ersten Radmarathon auf dem Rennrad bin ich mit 18 Jahren gefahren«, erinnert sich Volker Weil.

Durch Freunde zum Triathlon

Der Planungsingenieur im Mobilfunk hat durch seine Freunde aus Kindheitstagen, Henrik Apel und Oliver Heil, die beide ebenfalls am Sonntag an der Startlinie stehen, den Geschmack am Triathlonsport gefunden. »Mit Henrik habe ich bereits Kindergarten und Grundschule besucht, und Oli kam ab der 5. Klasse mit dazu.« 2008 haben er und Sylvia ihren ersten Triathlon, den Neroman Wiesbaden, gefinisht. »Freilich sind wir hier und bis zu unserem Kraulkurs in 2010 an jedem Wettkampf tapfer Brust geschwommen«, sagt Sylvia im Gespräch, »und das Schwimmen ist nach wie vor unsere schwächste Disziplin.«

Lockeres gemeinsames Training im Wasser findet in ihrem Triathlonverein, dem RVW Gambach, lediglich dienstags im Butzbacher Schwimmbad statt. In Zell an der Mosel haben die beiden am Mittelmoseltriathlon im Juni zum letzten Mal ihre Wettkampfform getestet. Volker freute sich im Duathlon über den Sieg der AK 35 in der offenen Wertung.

Sylvia Heller, die genau wie Volker seit Mitte Mai jede Woche einen dreistündigen Lauf zur Vorbereitung auf die 42 Laufkilometer in Frankfurt absolviert hat, hatte nach den ersten schnellen fünf Laufkilometern ungewohnt schwere Beine und war nicht ganz zufrieden mit ihrer Leistung auf dem Rad.

Einsteigerplan für Langdistanz

Beide trainieren etwa zwölf Stunden pro Woche und haben sich einen Einsteigertrainingsplan aus einem Triathlonmagazin angepasst. Bis zum Trainingslager in Mallorca im April sind sie maximal 100 Kilometer am Stück gefahren, danach mehrere fünfstündige Radausfahrten mit Höhepunkt bei dem Radmarathon im nordhessischen Treysa, der 210 Kilometer mit 2500 Höhenmetern aufwies. »Meinen Beruf als studierter Informations- und Kommunikationstechniker kann ich gut mit meinem Training vereinbaren, da ich zum Teil als Homeoffice arbeite und zum Teil nach Eschborn in die Firma muss«, sagt Volker Weil.

Sylvia Heller hatte es mit ihrem Training als Fahrradfachverkäuferin mit Tätigkeit in Kronberg schon schwerer: »Seit einem Jahr habe ich drei feste Tage pro Woche, wo ich von 9:30 bis 20:30 Uhr im Geschäft sein musste, an diesen Tagen konnte ich im Prinzip nichts trainieren und musste dies an den anderen Tagen nachholen.«

Zudem nahm Volker Weil kürzlich am Swim Day im Langener Waldsee teil: »Hier kann man sich einer Schwimmgruppe mit seiner selbstgeschätzten Schwimmzeit anschließen und schwimmt die original IM-Strecke. Da ich nach 1:17 Stunden für die 3,8 Kilometer aus dem Wasser kam, hoffe ich auf eine schnellere Zeit als letztes Jahr, als ich 1:28 Stunden unterwegs war und viele Schläge im dichten Feld abbekommen habe«, so Volker Weil.

Die »Prügelei« bis zur ersten Boje will der Veranstalter in diesem Jahr durch den sogenannten »Rolling Swim Start« verhindern. Die Athleten ordnen sich wie beim Marathon auch in nach Zeiten gegliederte Startgruppen ein, alle fünf Sekunden werden zwölf Athleten ins Wasser gelassen, der Chip löst die Zeitnahme erst nach Überqueren der Startlinie im Wasser aus.

Durch diese 20-minütige Entzerrung des 3000-köpfigen Startfeldes soll zudem der Windschattenproblematik und Gruppenbildung auf der relativ flachen Radstrecke durch weite Teile der Wetterau vorgebeugt werden.

Brötchen am Wettkampfmorgen

Hinsichtlich der Ernährung essen die Oppershofener im Alltag relativ »normal«, eher weißes Fleisch, Eier und gelegentlich ein Eiweißshake nach dem Training, wenig Süßes und auch mal ein Gläschen Wein. Am Wettkampfmorgen gibt es ein weißes und ein Vollkornbrötchen und ein Gel direkt vor dem Start, unterwegs Gel, Elektrolytgetränke und – ganz wichtig zur Vorbeugung von Krämpfen – Salz im Wasser. »Auf der Laufstrecke habe ich im letzten Jahr auch kleine Brezeln gegessen«, resumiert Sylvia, »dies half mir definitiv gegen Krämpfe«. Sylvia Heller hat am Sonntag die Startnummer 752 und startet im schwarz-weiß-pinken Trikot; Volker Weil ist mit der Nummer 1762 im schwarz-roten Zweiteiler auf der Strecke. Im Anschluss an den Ironman ist erst einmal Regeneration angesagt, für beide stehen danach nur noch kleinere Sprinttriathlons auf dem Plan.

Breitgefächerte Ziele

Neben Sylvia Heller und Volker Weil sind noch weitere Starter vom RVW Gambach am »Längsten Tag des Jahres« auf der Strecke: Berufsschullehrer Oliver Heil (Startnummer 1555), der nach siebenjähriger Pause wieder auf die Langdistanz geht und froh ist, dass sein Schwachpunkt Rücken in der Vorbereitung gehalten hat, und Marco Dohle, der mit der Nummer 288 die zehn Stunden knacken will. Auch Marko Reuhl (2577) ist nicht zum ersten Mal auf der Langstrecke dabei. Ihre Premiere geben in Frankfurt der Melbacher David Cyriax (1171), Christian Nemtut (1315) und Alexander Liebert (3282).

Die Bad Nauheimer Henrik Apel (243) und Sebastian Wirth (1130) stehen für den Triathlon Wetterau an der Startlinie. Apels Resultate im Vorfeld ließen sich sehen: Platz vier am 70.3 Kraichgau-Triathlon-Festival und Platz sieben in der Regionalliga am Mittelmoseltriathlon. Er hofft, ohne Einbußen beim Laufen ins Ziel zu kommen. Sebastian Wirth ist zum ersten Mal dabei und möchte am Sonntag nur über den roten Teppich am Frankurter Römer laufen.

Polizeikommissarin Bianca Feuerbach (544) ist zum dritten Mal dabei. Die Ober-Wöllstädterin finishte in der Vorbereitung beim 70.3 in St. Pölten in 5:28 Stunden, laboriert seit drei Wochen allerdings an einer Kniereizung herum und kann daher nur eingeschränkt laufen. Sie hofft trotzdem, ihre Zeit von 11:20 Stunden, die sie 2011 aufgestellt hat, zu unterbieten. Der Bad Vilbeler Andreas Klause startet in den Farben der Eintracht Frankfurt zum zehnten Mal. Er hat sich bereits im November letzten Jahres in Malaysia für die WM über die Langdistanz auf Hawaii qualifiziert. Tanja Weber

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