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Wetterauer Bezirksoberliga-Quartett zwischen Freude und Ernüchterung

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Von: Peter Hett

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In der Bezirksoberliga-Vorrunde steht nur noch ein Spieltag an. Erfüllte Erwartungen, realistische Einschätzungen und Ernüchterung – das komplette Spektrum der Emotionen prägt die Zwischenbilanz.

Das Abschneiden des Tabellenführers TG Friedberg schönt das durchwachsene Resultat. Die MSG Florstadt/Gettenau, die HSG Mörlen und die HSG Wettertal befinden sich allesamt in der zweiten Tabellenhälfte. Diese drei haben einiges gemeinsam: Sie befinden sich in einem Jahr des Umbruchs, hatten sich vor Saisonbeginn realistisch keine hohen Ziele gesetzt, kämpften aus unterschiedlichen Gründen mit personellen Problemen und sind von daher mit dem bisher erreichten nicht unzufrieden. Dass es noch gehörig Luft nach oben gibt, dessen ist man sich bewusst und zieht daraus Motivation für den restlichen Rundenverlauf.

TG Friedberg – 1. Platz – 24:0 Punkte: Die Turngemeinde wurde den in sie gesetzten hohen Erwartungen vollauf gerecht. Mit Ruhe und Sachverstand wird gearbeitet. Das Wort »muss« existiert in Bezug auf einen Wiederaufstieg in die Landesliga nicht. Trainer Sven Daxer hat auch ohne große Worte ein Spitzenteam geformt, das in Marco Zinnel, Andre Avemann und Elvin Petrosanec seine herausragenden Kräfte hat. Bis auf wenige Ausnahmen (27:25 Florstadt/Gettenau, 37:33 Mörlen, 35:34 Hungen/Lich und 28:24 Heuchelheim) wurden deutlich Siege erspielt. Mit der besten Angriffsreihe der Liga hat sich Friedberg einen Sechs-Punkte-Vorsprung gesichert. Mit einem weiteren Sieg beim starken TSV Kirchhain zum Jahresauftakt kann man den nächsten Schritt zum ersehnten Saisonziel zurücklegen. Die bisher gezeigte Stabilität lässt einen makellosen Durchmarsch nicht unmöglich erscheinen.

MSG Florstadt/Gettenau – 8. Platz – 11:13 Punkte: Die MSG liegt derzeit im Soll. Die Mannschaft von Trainer Detlef Ernst, der mit großem Handball-Sachverstand einen Riesenjob macht, hat allen personellen Problemen getrotzt und befindet sich mit 8:2 Punkten aus den letzten fünf Spielen im Aufwind. Spielmacher Kim Lehr ist der verlängerte Arm des Trainers auf dem Spielfeld und zeigt Woche für Woche starke Leistungen. Es gab keine einzige deftige Niederlage und einen beachtenswerten 31:30-Sieg in Kirchhain. In Spielen gegen die Spitzenteams Friedberg und Heuchelheim stellte man großes Potenzial unter Beweis. Mit der Rückkehr von Lukas Peppler verfügt man im neuen Jahr über einen noch stärkeren Rückraum als bisher, was im Herzen der Wetterau Phantasie nach oben zulässt, zumal die Mannschaft in Punkto Einsatz und Physis bisher überzeugt.

HSG Mörlen – 9. Platz – 11:13 Punkte: Nach dem Abgang der Korsettstangen (Philipp Möbs, Christoph Cisek und Dominik Welter-Seberkste) waren die Ansprüche nicht allzu hoch angesiedelt. In den ersten acht Spielen stellte Mörlen das Überraschungsteam der Liga, obwohl es neben herausragenden Ergebnissen (26:25 Heuchelheim) auch unnötige Niederlagen (25:26 Vollnkirchen, 25:26 Florstadt/Gettenau) gab. Bernhard Dietz, Maximilian Schepp und Max Breitenfelder übernahmen nach dem Ausfall des Langzeitverletzten Johannes Möbs verantwortungsvolle Rollen. Durch zuletzt 1:9 Punkten geriet man doch noch in gefährdete Regionen. Ob die junge Mannschaft einem nervenaufreibenden Abstiegskampf gewachsen ist, darf angezweifelt werden. Schwer wiegt der Ausfall von Torwart Nick Breitenfelder (Kreuzbandriss).

HSG Wettertal – 11. Platz – 7:17 Punkte: Dass die neu gegründete HSG vor einer schweren Runde steht, war den Verantwortlichen bewusst. Nach einer unbefriedigenden Vorbereitung und sechs Auftaktniederlagen fand man sich am Tabellenende wieder. Der Verlust so tragender Säulen wie Florian Großmann und anhaltende Personalprobleme waren zunächst nicht zu kompensieren. Nach dem Spiel gegen Florstadt/Gettenau (28:25), trennte man sich von Trainer David Siegel. Der Ur-Münzenberger Sven Tauber übernahm. Aus den letzten drei Spielen wurden 5:1 Punkte geholt. Die Mannschaft befindet sich im Aufwind und profitierte dabei von den starken Leistungen von Andreas Boller und Yannick Kreuzer. Besonders der letzte knappe 26:25-Erfolg bei der HSG Pohlheim II sollte Rückenwind für eine erfolgversprechende Rückrunde verleihen.

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