VW ist als Geldgeber in Nordhessen nicht wegzudenken.
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VW ist als Geldgeber in Nordhessen nicht wegzudenken.

Wenn der Motor plötzlich stottert

  • vonred Redaktion
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(ges). Er läuft und läuft und läuft - so warb Volkswagen für den legendären Käfer. Über viele Jahre lief auch das Sponsoring des Autobauers nicht zuletzt im Sport - auch für drei nordhessische Vereine. Nun aber stottert der Motor beim Autobauer aufgrund der Corona-Krise und es steht offenbar zur Disposition, ob und in welchem Umfang der Konzern weiterhin allen voran die Kassel Huskies über Skoda im Eishockey, die Fußballer von KSV Hessen Kassel und KSV Baunatal sowie die Handballer von MT Melsungen und Eintracht Baunatal finanzieren wird. Was bei den betroffenen Vereinen für reichlich Ungewissheit sorgt, nimmt man auch in Mittelhessen zur Kenntnis. Immerhin sind die Melsunger direkter Bundesliga-Konkurrent der HSG Wetzlar, Kassel kämpft mit dem FC Gießen, den Kickers Offenbach und dem FSV Frankfurt wieder um Regionalliga-Punkte, und die Huskies duellieren sich mit dem EC Bad Nauheim.

"Es gibt darüber im Konzern noch keine finale Entscheidung", erklärte jetzt Gerd Voss, Leiter der Sportkommunikation der Wolfsburger. "Natürlich wissen wir um die Bedeutung unseres Engagements für all diese Vereine, da haben wir auch eine Verantwortung." Wann VW für Klarheit sorgen wird, sei nur schwer vorherzusagen angesichts der vielen Einflüsse der Corona-Krise auf ein so großes Unternehmen und der Unwägbarkeiten. "Am liebsten wäre es mir, wir hätten das schon gestern geklärt", sagt Voss. "Aber ich hoffe, dass wir in nächster Zukunft mehr wissen werden."

Ein Satz, den auch die Verantwortlichen der heimischen Klubs Wort für Wort so aussprechen. "Wir hoffen kurzfristig auf einen positiven Bescheid", sagt nicht nur Klaus Kurtz von der Baunataler Eintracht. Rund ein Drittel ihres Sponsorings erlösen die Handballer aus der Premiumpartnerschaft mit VW. "Nach dem nächsten Gespräch werden wir unser Konzept auch im Jugendbereich und in der Kooperation mit der MT Melsungen vorstellen", sagt Kurtz.

20 bis 25 Prozent des Fußball-Etats

Nebenan bei den Hessenliga-Kickern des KSV Baunatal hofft Abteilungsleiter German Jaeschke darauf, "dass nach den positiven Signalen vor der Pandemie jetzt dennoch die Unterstützung in gleichem Umfang bestehen bleiben wird". 20 bis 25 Prozent des Fußball-Etats kann dank VW gedeckt werden, "das ist also ein ganz wesentlicher Faktor", sagt Jaeschke und hofft, "dass der schlimmste Fall nicht eintreten wird". Beim KSV könne noch abgewartet werden, schließlich sei das Sponsoring von Volkswagen derzeit sicher nicht das wichtigste Thema.

Auf rund 15 bis 20 Prozent beziffert Daniel Bettermann den Anteil von VW an den Einnahmen des KSV Hessen Kassel. "Wir sind da zum Glück etwas breiter aufgestellt mit vielen auch kleineren Sponsoren. Aber natürlich ist VW ein großer und wichtiger Partner, auch wegen vieler persönlicher Verbindungen zum Beispiel von Trainer Tobias Damm und einigen Spielern." Der Vorstand der Kasseler Löwen ist guter Dinge, dass es mit VW gut weitergeht, "aber natürlich wüsste ich gern bald mehr".

Und die Huskies? "Wir müssen weiterhin Geduld haben, schließlich hat VW jetzt viele, viele Hausausgaben zu erledigen", sagt Joe Gibbs. Einen festen Termin mit dem Hauptsponsor gebe es nicht, allerdings lässt die Verschiebung des DEL2-Ligastarts in den Oktober nun etwas mehr Zeit. Über den Anteil von VW und Skoda am Budget des Eishockeyklubs schweigt der Geschäftsführer. FOTO: DPA

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