Ulrich Riemer Vorsitzender Turngau Wetterau-Vogelsberg

Weitreichende Absage

(fra). Der Turngau Wetterau-Vogelsberg stellt aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie mit sofortiger Wirkung sämtliche sportliche Aktivitäten ein und wird sein Wettbewerbsangebot erst wieder nach Ablauf der Sommerferien fortführen. Diesen Beschluss teilte der Turngau-Vorsitzende Ulrich Riemer (Florstadt) im Anschluss an eine Telekonferenz des Turngau-Vorstands mit. Von der Absage ist auch das mit mehreren Hundert Teilnehmern geplante Gaukinderturnfest betroffen, das am 21. Juni auf der Sportanlage des TSV Nieder-Mörlen stattfinden sollte.

Riemer hatte bereits unter der Woche angekündigt,weitreichende Absagen prüfen zu wollen, und dabei in erster Linie die durch die Sperrung von Sporthallen und die von der Landesregierung auferlegten Kontaktverbote derzeit kaum vorhandenen Trainingsmöglichkeiten als Begründung angeführt. Da sich für das Jahr 2021 bislang noch kein Ausrichter für das mit stets über 500 Teilnehmern sehr gut frequentierte Gaukinderturnfest beworben hat, sei es eine Option, die Traditionsveranstaltung eben im kommenden Jahr in Nieder-Mörlen stattfinden zu lassen.

Hoffnung auf neue Impulse

Riemer hofft, dass die Mitglieder in den Vereinen nach der Corona-Krise wieder zusammenrücken und es neue Impulse für den Sport geben wird. Das Florstädter Urgestein hat aber auch Bedenken: "Ich bin nicht sicher, ob alle wieder gleich die Motivation mitbringen werden, den Leistungsgedanken in den Vordergrund zu stellen." Riemer sieht den Sport generell vor einer harten Probe. "Ich weiß nicht, ob in den verschiedenen Sportarten alle bisher gemeldeten Mannschaften auch in Zukunft existieren werden."

Schwierig, so der Turngau-Chef, erachtet er in den ersten Wochen und Monaten nach Corona auch die Akquise von ehrenamtlichen Helfern im Bereich des Sports. Er meint damit nicht nur Übungsleiter, sondern auch Unterstützer bei Veranstaltungen. "Manche Vereine hatten schon vor Corona Probleme, den anfallenden organisatorischen Aufwand zu stemmen", sagt Riemer. Innerhalb des eigenen Verbandes würden er und seine Vorstandskollegen das ohnehin seit geraumer Zeit merken - vor allem, wenn es darum gehe, Vereine für die Ausrichtung von Wettbewerben zu finden.

Gebremst von Corona wurden zunächst auch Ideen, dem aktuellen Trend entgegenzuwirken. "Wir wollten mit Mitgliedern aus den aktivsten 20 Vereinen des Turngaus in einen Dialog treten, um ihre Bedürfnisse einzubeziehen und an einem Konzept zu arbeiten, wie wir die Mitarbeit im Turngau attraktiver und zukunftsfähig gestalten können. Dieses Treffen hat noch nicht stattfinden können", sagte Riemer. Auch die Vorstandsarbeit sei derzeit nur unter erschwerten Bedingungen möglich und beschränke sich auf eine Whats- App-Gruppe und Telefon- und Videokonferenzen.

Generell ist durch die Corona-Krise in den Turnverbänden vieles derzeit auf null heruntergefahren. Riemer, der selbst als Übungsleiter im Bereich Geräteturnen tätig ist, und dort einen Leistungsabfall seiner von ihm betreuten Athleten aufgrund von fehlenden Trainingsabläufen als unvermeidbar erachtet, hofft, dass der Turnsport in der zweiten Jahreshälfte wieder richtig Fahrt aufnimmt.

Er rechnet persönlich frühestens im August oder September mit dem Startschuss für die Saison. Wichtiger seien derzeit aber auch andere Dinge, vordergründig die Gesundheit der Menschen. "Sport ist für die Gesellschaft ein wichtiges Instrument", sagt Riemer, "aber eben auch nur ein Hobby." ARCHIVFOTO: LUTZ

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare