Weitere Pleite - "Es fehlt einfach an Qualität"

(jms) Wo Bernd Walter ist, ist eigentlich oben. In seiner über 30-jährigen Handball-Laufbahn überwogen die positiven Erlebnisse des Trainers vom Landesliga-Schlusslicht TSV Södel. Nach der 21:36 (9:17) Niederlage der Wetterauer gegen Mitaufsteiger TSG Eddersheim dürfte auch dem letzten Optimisten unter den 100 Zuschauern in der Södeler Turnhalle klar sein, dass sich der TSV nach nur einem Jahr im Sommer wieder in der Bezirksoberliga wiederfinden wird. "Es fehlt einfach an Qualität", sagt Walter, der zudem von einer blamablen Vorstellung seiner Mannschaft sprach.

Dabei war schon vor dem Spiel klar, dass gegen eine hochmotivierte und sehr engagierte Mannschaft aus dem Hattersheimer Stadtteil nichts drin sein würde. Neben den Rekonvaleszenten Thomas Roth und Dominik Hitzel mussten mit Lind und Ohly weitere Spieler passen. Da in der Winterpause Daniel Bley seinen Dienst beim TSV quittierte, fehlte eine komplette Stammformation aus der Hinrunde. Walter machte aus der Not eine Tugend und leutete mit der Hereinnahme der A-Jugendlichen Fabian Pommerning und Jannik Tauchmann die Zukunft ein.

"Beiden fehlt natürlich noch einiges für die Landesliga. Doch das macht gar nichts. Sie sollen reinschnuppern und haben ihre Sache ordentlich gemacht", lobte Walter die beiden Newcomer, deren Zeit wohl in der Bezirksoberliga im kommenden Jahr kommen wird.

Das Spiel ist rasch abgehandelt. Schnell lagen die Wetterauer klar mit 0:3 in Rückstand. Nach einer Viertelstunde verkürzte Matthias Böhland auf 4:8. Beim 9:17 zur Pause war die Partie bereits gelaufen.

Im zweiten Durchgang sorgten unter anderem Jörn Mager mit seinem Treffer zum 14:26 und Marco Boller mit einem verwandelten Siebenmeter zum 19:33 für weitere Ergebniskosmetik.

Erwähnenswert war noch die Zeitstrafenflut gegen den TSV. 24 Minuten brummten die Södeler-Spieler insgesamt auf der Strafbank. "Ein Unding", befand Walter: "Die Schiedsrichter hatten überhaupt kein Fingerspitzengefühl."

Doch natürlich wollte der Trainer die Hauptschuld für das Versagen seiner Mannschaft nicht bei den Unparteiischen suchen. "Das kam zwar alles erschwerend hinzu, doch letztlich waren wir selbst nicht zu mehr im Stande. Das ist schade", resümierte der Münzenberger auf der Södeler Trainerbank.

Auf die Frage, ob der erfolgsverwöhnte Coach es bereut, das Himmelfahrtskommando übernommen zu haben, antwortete er entschlossen: "Auf keinen Fall. Ich habe mich nach so einer Aufgabe gesehnt. Dasist für mich völlig neu und ein besonderer Reiz."

Immerhin einen Vorteil hat die gegenwärtige Situation für die Verantwortlichen. Sie können bereits in einem Frühstadium die Planung für die neue Saison in Angriff nehmen.

TSV Södel: Malik, Steube; Hofmann (3), Thönges (4), Boller (5/4), Mager (2), Semmelroth (3), Andreas Böhland, Matthias Böhland (2), Krahn (2), Tauchmann, Pommerening,

TSG Eddersheim: Jens Ellermann, Johannes Jost; Matthias Schenk , Torsten Hardt (2/2), Tim Strieck (6), Rene Morgenstern (5), Lucas Wernig (1), Philipp Thomaßen (1), Christian Solbach (4), Marc Sacher, Andreas Pohle (4/1), Matthias Pohle (5), Sebatian Frank (5), Henryk Stalev.

Im Stenogramm: SR: Haye/Tötzsch (Bürgel).- Zuschauer:100.- Strafen: 24:8. -Siebenmeter: 4/4:3/3.

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