Was wird aus Auf- und Abstieg?

  • VonRalph Görlich
    schließen

(goe). Stillschweigen haben die Verantwortlichen nach der Gesellschafterversammlung der Fußball-Regionalliga Südwest GbR am Montag vereinbart, in der vor allem die Auf- und Abstiegsfrage thematisiert wurde. Dennoch steht aufgrund der von zahlreichen Vereinen bereits angekündigten rechtlichen Schritte fest: Zuerst einmal sollen alle Optionen anwaltlich geprüft werden.

Eine Entscheidung, ob etwa die SG Barockstadt als Hessenliga-Tabellenführer der vor Kurzem annullierten Saison dennoch aufsteigen darf, fällt damit erst in einigen Wochen.

Gegenüber der »Rheinpfalz« sagte Regionalliga-Geschäftsführer Sascha Döther, er werde keine Wasserstandsmeldungen abgeben und auch Jürgen Veth, Vizepräsident des Südwestdeutschen Fußball-Verbands, betonte gegenüber dem Blatt noch einmal, dass über den Ausgang der Beratungen Stillschweigen vereinbart worden sei. So viel ist allerdings klar: Die Frage, ob Aufsteiger aus den drei beteiligten Oberligen Hessen, Baden-Württemberg sowie Rheinland-Pfalz/Saar zugelassen werden, erhitzt die Gemüter.

Weniger Absteiger gefordert

Auf der einen Seite stehen die Regionalligisten, die weniger Absteiger als die aktuell vorgesehenen sechs fordern. Auf der anderen Seite stehen die Oberligisten, darunter Traditionsvereine wie die Stuttgarter Kickers, Eintracht Trier und Wormatia Worms. Alle pochen trotz Saison-Abbruch auf ihr Aufstiegsrecht, auch wenn in den jeweiligen Ligen nur gut ein Drittel der Spiele absolviert worden ist. Für die Oberliga Rheinland/Pfalz sehen die Regularien sogar für den Fall eines vorzeitigen Abbruchs die Meldung von Aufsteigern vor, in den anderen beiden Ligen ist das nicht der Fall. Trier soll als Mannschaft mit dem besten Punktequotienten aufsteigen, Worms kämpft als zweitbeste Mannschaft um das Recht, entweder die Relegation zu spielen oder - so wie der KSV Hessen Kassel im Vorjahr - über den Punktequotienten der drei Oberligen aufzusteigen.

Rechtliche Schritte angekündigt

Allerdings sind die Fronten verhärtet, zahlreiche Vereine haben bereits angekündigt, rechtliche Schritte einleiten zu wollen. Die Oberligisten stehen in regem Austausch untereinander und wollten sich nach der Gesellschafterversammlung vom Montagmittag nochmals kurzschließen. Sie müssen sich allerdings wie die abstiegsbedrohten Regionalligisten noch gedulden: Aufgrund der zu erwartenden Klagewelle entschied das Gremium, dem Vertreter der sieben beteiligten Landesverbände angehören, zuerst einmal alle Möglichkeiten anwaltlich prüfen zu lassen.

Eine mögliche Lösung könnte sogar zur Teilung der Liga führen - dann nämlich, wenn weniger Mannschaften - oder gar keine - aus der Regionalliga Südwest absteigen und trotzdem die Oberligisten aufsteigen dürften. Steigt keine Mannschaft ab, nur ein Team in die 3. Liga auf und kommt von dort der 1. FC Kaiserslautern nach unten, könnten kommende Saison bei vier Aufsteigern aus der Oberliga bis zu 26 Mannschaften in der Regionalliga spielen.

Eine Entscheidung dürfte sich durch die Prüfung nun allerdings noch über Wochen hinziehen. Barockstadt-Sportmanager Sebastian Möller bleibt ganz entspannt: »Wir müssen einfach abwarten. Was sollen wir da jede neue Entwicklung kommentieren?«

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare