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Mahir Agva (rechts/Gießen 46ers) im Duell mit Quantez Robertson (Skyliners Frankfurt).

Basketball-Bundesliga

Warum die Skyliners Frankfurt doppelten Grund zur Freude haben

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(tim). Two more years, two more years", rief Hallensprecher Aydogan Makasci ins Mikrofon und der Fanblock der Frankfurt Skyliners stimmte mit ein. Quantez Robertson winkte ins Publikum und genoss die Ovationen der Anhänger. Der knappe 82:81-Erfolgs am letzten Spieltag im Hessenderby gegen die Gießen 46ers am Sonntagabend und die Vertragsverlängerung des Kapitäns des Basketball-Bundesligisten (BBL) hatte der Mehrheit der 5000 Zuschauer in der Ballsporthalle noch einmal einen schönen Saisonabschluss beschert. "Wir haben Charakter gezeigt", sagte Robertson gestern, nachdem die Chance auf die Playoffs am Freitagabend ein Ende fanden. Die Skyliners beenden die Saison 2018/2019 auf Rang elf. "Es war eine Achterbahnfahrt", sagte Robertson. Den Vertrag, so der 34-Jährige habe er bereits vor zwei Monaten verlängert. Der Klub wollte jedoch auf einen besonderen Moment für die Verkündung warten.

Eine mündliche Zusage für eine Vertragsverlängerung hat Cheftrainer Gordon Herbert bereits im Januar gegeben, wie er gestern verriet. Allerdings mit der Klausel, dass er die Hessen in Richtung kanadische Nationalmannschaft verlassen kann. "Ich muss in den nächsten Tagen ein paar Dinge erledigen, dann fällt am Dienstag oder Mittwoch eine Entscheidung", sagte Herbert. Die Zeichen stehen offenbar auf Abschied. Der geschäftsführende Gesellschafter Gunnar Wöbke hat bereits einen Plan B. Er hat wohl schon einen Vertrag mit einem Trainer gemacht, der nicht aus der BBL kommt, aber sich wieder auflöst, falls Herbert aus irgendwelchen Gründen das Nationaltraineramt doch nicht annehmen sollte. Die Spieler sollen heute informiert werden, wie es weitergeht.

Sein Heimatland zu trainieren, daraus hat der 60-Jährige nie einen Hehl gemacht, wäre ein absoluter Traum. Das Bewerbungsgespräch dazu ist bereits Ende März geführt worden, seitdem war auch in kanadischen Medien nichts mehr zu dem Thema zu lesen gewesen.

"Die Saison war hart", sagte Herbert zum schwierigen Saisonverlauf mit einigen Fehlentscheidungen und großem Verletzungspech in den Wintermonaten. "Auch heute haben wir mit nur vier Ausländern gespielt", erklärte er. Shawn Huff saß verletzt draußen, Elijah Clarance traut er das BBL-Niveau noch nicht zu. Einen weiteren ausländischen Spieler hat ihm Gunnar Wöbke offensichtlich verweigert. "Wir hatten Gespräch mit Chris Babb und Gabe York", sagte Herbert. Babb in Ulm und York in Bayreuth haben ihre Bundesligatauglichkeit mehr als unter Beweis gestellt. Stattdessen bekamen die Skyliners Andrej Mangold.

Dass der 32-Jährige wegen seiner Rolle als "Bachelor" in der RTL-Kuppelshow mehr Aufmerksamkeit auf sich zog als das großartige Comeback von Niklas Kiel nach drei Gehirnerschütterungen, verärgerte ihn. "Es ist traurig, dass Mangold mehr Publicity bekommt, als Niklas Kiel", sagte Herbert. "Das hat nichts mit Sport zu tun." Der Kanadier setzte Mangold einmal in Bonn für 77 Sekunden ein, danach schmorte der Ex-Nationalspieler auf der Bank. Auf die Frage, warum er ihn in Bonn hat spielen lassen entgegnete Herbert vielsagend: "Es ist besser, wenn ich das nicht kommentiere." Er musste es offensichtlich tun.

Mangold wird, egal wer Trainer in Frankfurt wird, sicher nicht mehr zurückkommen. Neben Robertson haben Kiel, Richard Freudenberg, Akeem Vargas und Marco Völler haben allesamt noch einen Vertrag bis 2020. Armin Trtovac sogar bis 2021. Bei Leon Kratzer hat der Klub die Option auf ein weiteres Jahr gezogen. Beim schwedischen Nationalspieler Clarance steht die Option auf eine Verlängerung um zwei weitere Jahre noch aus. Das ist schon mal ein gutes Fundament. Die ausländischen Spieler Tyler Larson, Tra Holder, Jason Clark und Shawn Huff werden die Skyliners wohl verlassen. Bei Jonas Wohlfarth-Bottermann und Garai Zeeb, deren Verträge auslaufen, gibt es noch keine Anzeichen dafür, wie es weitergeht. Wohlfarth-Bottermann dürfte schlechte Chancen, auf eine Weiterbeschäftigung haben, weil er erstens genau der gleiche Spielertyp wie Kratzer ist und zudem ziemlich verletzungsanfällig.

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