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Trainer Alexander Jörg will seinen 1. FC Rendel zurück in die Kreisliga A Friedberg führen. (Foto: Nici Merz)

Aufstiegsambitionen

Warum der Weg des 1. FC Rendel zurück in die Kreisliga A Friedberg nur über Kunstrasen führt

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Der 1. FC Rendel will zurück in die Fußball-Kreisliga A Friedberg. Damit das gelingt, braucht Trainer Alexander Jörg nicht nur eine gutes Team - und die passenden Rahmenbedingungen. Ein Interview.

Im Süden der Wetterau gelegen, gehörte der 1. FC Rendel acht Jahre lang zum Inventar der Fußball-Kreisliga A Friedberg. In der Saison 17/18 musste aber der überraschende Abstieg in die B-Liga verkraftet werden. In der laufenden Saison mischen die Rendeler Kicker aber wieder kräftig mit im Aufstiegsrennen. Was sich durch den Gewinn der Karbener Stadtmeisterschaft und dem Pokalsieg zu Rundenbeginn gegen den Verbandsligisten FV Bad Vilbel andeutete, spiegelt sich nun auch in der laufenden Spielzeit wieder. Warum in diesem Jahr im Rendeler Pappelstadion der Aufstieg realisiert werden kann, was den FC Rendel von anderen Karbener Vereinen unterscheidet und welche weiteren Besonderheiten es gibt, schildert Trainer Alexander Jörg im Interview.

Herr Jörg, aktuell belegt Ihre Mannschaft in der Kreisliga B Friedberg, Gruppe 2, den zweiten Tabellenrang. Es scheint, als könnten Sie den Abstieg korrigieren und den direkten Wiederaufstieg schaffen…

Alexander Jörg: Zur Zeit läuft es bei uns sportlich. Unsere Zielvorgabe vor der Runde, um den Aufstieg mitzuspielen, konnten wir erfüllen. Durch vier Siege und ein Unentschieden nach der Winterpause haben uns vor den "Wochen der Wahrheit" eine gute Ausgangslage verschafft. Doch mit dem Derby in Kloppenheim und den anschließenden Spielen gegen unsere direkten Konkurrenten aus Ilbenstadt und Heilsberg haben wir ein strammes Programm vor der Brust. In diesen Begegnungen wird sich entscheiden, wer nächste Saison in der A-Liga spielen wird.

Worin sehen Sie Gründe, dass es nach dem letztjährigen Abstieg sportlich aktuell wieder erfolgreicher läuft?

Jörg: Wir sind diese Runde von Verletzungen aber auch von anderen Faktoren verschont geblieben, die sich letztes Jahr negativ auf den Spielbetrieb ausgewirkt haben und somit mitverantwortlich für den Abstieg verantwortlich waren. Somit können wir wesentlich besser auf personelle Engpässe reagieren. Dies zeigt sich auch in einer guten Trainingsbeteiligung, die den Grundstein für sportlich erfolgreiche Zeiten bildet und den Konkurrenzkampf befeuert. Nicht umsonst konnten wir zu Rundenbeginn den Karbener Stadtpokal nach Rendel holen, was hier einen enorm hohen Stellenwert hat und entsprechend gefeiert wurde. Und auch der 2:1-Sieg in der ersten Runde des Kreispokals gegen den FV Bad Vilbel zeigt, dass die Mannschaft gewillt ist, etwas zu erreichen.

Wir sind bestrebt, unsere Reserve nächstes Jahr wieder eigenständig ins Rennen zu schicken

Alexander Jörg

In den nächsten Spielen warten die "Wochen der Wahrheit" auf Ihr Team. Worin sehen Sie die Stärken der Mitbewerber aus Ilbenstadt und Heilsberg um den Aufstiegsplatz und mit welchen Erwartungen gehen Sie in diese Spiele?

Jörg: Das nächste Spiel ist immer das schwerste. Los ging es für uns ja bereits am Sonntag im Derby gegen Kloppenheim, as wir mit 4:0 gewinnen konnten. Von den drei erstplatzierten Mannschaften hat für mich der Ilbenstädter Kader die größte Erfahrung und individuelle Klasse. Die Heilsberger können sich auf Ihren brandgefährlichen Sturm mit Gino Wirth und Noah Pölitz verlassen. Und uns zeichnet aus, das wir als Mannschaftsgefüge sehr gut harmonieren und vielleicht auch die spielstärkste Truppe ins Aufstiegsrennen schicken. Auch sind wir in der Breite gut aufgestellt. Nach den nun anstehenden Spielen wird man sehen, welches Team die beste Performance abgeliefert hat. Ich erwarte aber schon, das wir auch danach noch im Aufstiegsrennen mitmischen.

Ihre zweite Mannschaft belegt in der Kreisliga C Friedberg, Gruppe 2, ebenfalls den ersten Tabellenrang. Allerdings treten Sie hier in einer Spielgemeinschaft mit dem FSV Kloppenheim an. Scheinbar funktioniert dieses Gebilde…

Jörg: Sportlich gesehen läuft es auch für unsere Reserve gut. Doch sind wir bestrebt, unsere Reserve nächstes Jahr wieder eigenständig ins Rennen zu schicken. Denn so können wir leider unser Aufstiegsrecht nicht wahrnehmen, hierzu hätte die Spielgemeinschaft drei Jahre bestehen müssen. Schade für uns, da die Kloppenheimer uns auch gerne das Aufstiegsrecht überlassen hätten.

Der 1. FC Rendel spielt seit etwa eineinhalb Jahren auf Kunstrasen. Für einen kleinen Verein in der zweitkleinsten Ortschaft der Stadt Karben ist dies bestimmt ein Segen. Wie kam es dazu?

Jörg: Hier ging viel auf die Initiative unseres Vorstandes zurück. Das Projekt Kunstrasen wurde schön vor längerer Zeit angegangen und fand dann vor etwa eineinhalb Jahren mit der Einweihung ein glückliches Ende. Auch wenn eine große Portion an Eigenleistung nötig war: Diese Sache hat sich gelohnt. Wir können nun fast wetterunabhängig im Pappelstadion trainieren, die Sportanlage wurde hierdurch aufgewertet und auch für die Jugendarbeit in der JSG Kloppenheim/Roggau ist dieser Platz viel wert.

Wir in Rendel zahlen kein Geld, hier geht es nur über Kameradschaft und Freundschaft

Alexander Jörg

Hilft so ein Sportplatz auch dabei, neue Spieler zu gewinnen?

Jörg: Ja, in meinen Augen schon. Wir in Rendel zahlen kein Geld, hier geht es nur über Kameradschaft und Freundschaft. Da ist es natürlich von Vorteil, mit einem entsprechenden Sportgelände punkten zu können, um neue Spieler zu überzeugen. Dies zeigt das Beispiel Kevin Müller, mit 29 Toren unser torgefährlichster Spieler. Er müsste von seinem Talent her nicht in der B-Liga spielen, trainiert aber in Karben die D-Junioren-Gruppenligamannschaft, macht seinen Trainerschein und findet so bei uns sportlich gute Voraussetzungen, auch selbst noch zu spielen. Auch hilft uns, das wir am Sportplatz eine "Sky-Lounge" haben und das die "Container-Crew" uns bei allen Veranstaltungen und Spieltagen unterstützt. Hierbei ist besonders die legendäre Feuerwurst erwähnt, die bei allen Heimspielen – egal welches Wetter – von den Jungs frisch gegrillt wird.

Der 1.FC Rendel zeigt sich auch mit seinem Kenia – Projekt soziales Engagement. Was hat es damit auf sich?

Jörg: Hier sammeln wir alte Bälle, Trikots, Ballpumpen und mehr und schicken diese Sachen nach Kenia in das Dorf Fikirini, um hier ein wenig mitzuhelfen, das auch hier Fußball gespielt werden kann. Ich finde, auch dieser Verantwortung sollte man sich als Verein stellen.

Info

Alexander Jörg im Portrait

Der Rendeler Trainer Alexander Jörg ist seit dreieinhalb Jahren in Amt und Würden beim heutigen B-Ligisten im zweitkleinsten Stadtteil von Karben. Er ist seit elf Jahren als Trainer aktiv. Er war unter anderem fünf Jahre Jugendtrainer beim Karbener SV und seinerzeit auch Stützpunkttrainer in Karben. Außerdem trainierte er eineinhalb Jahre die Reserve der damaligen Seniorenmannschaft des KSV Klein-Karben und war in dieser Zeit auch für ein halbes Jahr Coach der Gruppenligamannschaft. Eine weitere Station Jörgs war der FC Ober-Rosbach, wo er vor Jens Linde ein halbes Jahr als Übungsleiter fungierte. Der heute 31-Jährige war selbst als Spieler für den KSV Klein Karben und den SV Gronau aktiv.

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