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Jule Niemeier gastiert am Sonntag mit dem TC Bad Vilbel zum Bundesliga-Aufstakt beim Marienburger SC in Köln.

Tennis-Bundesliga

Warum die Saison für Meister TC Bad Vilbel so unberechenbar ist

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
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Der Kader ist für eine Titelverteidigung zusammgestellt worden. Für den TC Bad Vilbel ist die Bundesliga-Saison nun aber »unberechenbar«, wie Sportdirektor Marcello Craca sagt.

Marcello Craca plant, plant um und plant dann wieder neu. Der Sportdirektor des TC Bad Vilbel muss improvisieren; mit Geduld, Nervenstärke und Überzeugungskunst. Am Sonntag startet der Tennis-Klub aus der Wetterau mit dem Spiel beim Marienburger SC in Köln in die Bundesliga-Saison 2021; als Titelverteidiger (von 2019). Mit welchem Personal Craca zum ersten Ballwechsel um 11 Uhr im Süden von Köln rechnen kann, ist teils noch offen.

»Die Situation ist unberechenbar. Die Saison kann sich in alle Richtungen entwickeln. Nach oben wie nach unten Wir werden versuchen, das Beste daraus machen«, sagt Craca. Die Verschiebungen im internationalen Turnierkalender sowie der Bundesliga-Spieltage schränken die Verfügbarkeiten ein und konterkarieren zugleich Termin-Absprachen, die bei der Kaderzusammenstellung mit den Profispielerinnen getroffen worden waren. Ein Beispiel: der Heim-Spieltag am Sonntag nächster Woche, ursprünglich nicht im Rahmenterminkalender vorgesehen. Entsprechend waren keinerlei Vereinbarungen für dieses Datum getroffen worden, nun gilt es nun zu schauen, wer denn überhaupt an der Huizenerstraße aufschlagen könnte. Und wer aufschlagen möchte. Da die Profis nach dem Sandplatz-Turnier in Frankreich gewöhnlich direkt die Vorbereitung auf die Rasen-Saison aufnehmen, spielen die meisten nur ungern zwischenzeitlich noch einmal auf Sand.

»Wir werden natürlich eine Mannschaft stellen können. Geplant hatten wir allerdings anders«, sagt Craca. Der in der Spitze so starke und auf den Titelgewinn ausgerichtete Kader entpuppt sich nun gewissermaßen als Bummerang. Sechs Top-100-Spieler hatte Bad Vilbel gemeldet - mehr als jeder andere Klub. Mehr als ein halbes Dutzend Spielerinnen kämpfen jetzt aber ab Sonntag bei den terminlich nach hinten verschobenen Grand-Slam-Turnier in Paris im Hauptfeld um Weltranglistenpunkte, Prestige und lukrativere Preisgelder; hinzu kommt die eine oder andere Verletzung, die das Personal-Puzzle durcheinander bringt.

Zuschauer-Kapazität beschränkt

Die Mannschaft stellt sich diesmal fast von selbst auf. Sicherlich mit Lokalmatadorin Mara Guth (Usingen) und Jule Niemeier, in in dieser Woche beim WTA-Turnier in Straßburg unter anderem Andrea Petkovic geschlagen hat, und mutmaßlich mit Richel Hogenkamp an einer der beiden vorderen Positionen. Die Niederländerin, aktuell Nummer 226 der Welt, schrieb 2016 Tennis-Geschichte. In exakt vier Stunden besiegte sie Svetlana Kuznetsova. Es ist bis heute das längste Match der Fed-Cup-Historie.

Auf der großzügigen Anlage (16 Außenplätze) im Süden von Köln, wo der MSC seit mehr als 100 Jahren zu Hause ist und als Aufsteiger mit einem Jahr Verzögerung als Aufsteiger in die Bundesliga startet, wird am Sonntag im übrigen ohne Zuschauer gespielt.

Zum ersten Heimspiel am kommenden Wochenende - dann ist Blau-Weiß Dresden zu Gast - will der TC Bad Vilbel 200 Zuschauer (ausschließlich Mitglieder) auf seine Anlage lassen. Entsprechende Hygiene-Konzepte wurde bereits erstellt und beim zuständigen Gesundheitsamt eingreicht. Mit der Intension und der Perspektive, der Region Profi-Tennis präsentieren zu können, hatte man sich auch in Bad Vilbel überhaupt er mit einer Verlegung der Bundesliga-Saison anfreunden können.

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