Hessenliga

Warum beim Sieg des FV Bad Vilbel eine Rote Karte zurückgenommen wird

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Der FV Bad Vilbel punktet im Abstiegskampf der Fußball-Hessenliga. Beim Sieg gegen den SV Buchonia Flieden nimmt der Unparteiische eine Platzverweis zurück.

"Es war zu erwarten, dass es ein Kampfspiel wird – und genau das ist es auch geworden. Schöner Fußball sieht natürlich anders aus, aber für uns waren diesmal ganz alleine die drei Punkte wichtig", sagte Amir Mustafic vom FV Bad Vilbel nach dem 2:0 (0:0) über Buchonia Flieden. Im Hessenliga-Abstiegskampf hat sein Team nun wieder eine bessere Position als die unterlegenen Gäste.

Es war nicht besonders schön anzusehen, was die beiden Mannschaften auf den diesmal gar nicht so schlechten Rasen des Niddasportfelds brachten. Flieden oft mit hoch und weit nach vorne geschossenen Bällen, Bad Vilbel Spielaufbau litt unter fehlender Genauigkeit, Ideenmangel und wahrscheinlich vor allem unter der völligen Abwesenheit des zum Ballbesitzfußball nun einmal dazugehörenden Selbstvertrauens. Und so jagten die einen den Ball mit Absicht hin und die anderen aus Versehen wieder zurück.

Erst in der 36. Minute wurde es erstmals aufregend, als Bad Vilbels Torhüter Sadra Sememy ohne Not viel zu weit vor seinem Kasten herumturnte und von einem langen Ball auf Fabian Schaub überrascht wurde. Die Kugel sprang hoch ab, Sememy spielte sie trotzdem und hatte dabei den Fuß nah am Kopf des Fliedener Stürmers, auf dessen allzu theatralischen Sturz der Schiedsrichter erst einmal herein fiel – er zeigte dem Keeper "Rot". Zum Glück griff der Schiedsrichterassistent ein, und so wurde die Rote Karte zurück genommen (36.). Sememy konnte acht Minuten später die einzige wirkliche Gästechance parieren, wobei der Abschluss des völlig frei vor ihm auftauchenden Marc Röhrig geradezu erbärmlich ausfiel.

Nach der Pause änderte sich zunächst wenig, doch in der Schlussphase legten die Gastgeber mehr Überzeugung an den Tag. Dominik Emmel ließ erst noch eine gute Chance liegen (74.), ehe er nach energischer Vorarbeit von Maximilian Brauburger am linken Flügel herangerauscht kam und im Grätschen unter die Latte traf (81.). In der 89. Minute hob Brauburger den Ball dann hübsch von links nach rechts auf Torben Knauer, der mit einem trockenen Schuss ins lange Eck alles klar machte.

Die insgesamt sechs Wechsel im Vergleich zum letzten Spiel in Kassel erklärte Mustafic nachher ganz unaufgeregt: "Das waren alles rein sportliche Entscheidungen, die Jungs akzeptieren das. Klar war das sehr viel Qualität auf der Bank, aber wenn beispielsweise ein Tim Tilger nicht so in Form ist oder ein Jonas Grüter nach einer Rot-Sperre etwas außer Tritt, dann muss man ja als Trainer reagieren dürfen."

FV Bad Vilbel: Sememy – Emmel, Huwa, Alik, Sabic – Maksumic – Knauer, Bauscher, Pejic (85. Tilger) – Brauburger, Bejic (90.+2 Grüter).

Buchonia Flieden: Lukas Hohmann – Gaul, Nico Hohmann, Leibold, Drews – Bohl, Zeller, Röhrig (79. Hagemann), Hack (67. Weismantel) – Rumpeltes (63. Götze), Schaub.

Im Stenogramm: Tore: 1:0 Emmel (81.), 2:0 Knauer (89.). - Schiedrichter: Angermaier (Bad Camberg). – Zuschauer: 105.

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