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Wagner neuer OFC-Präsident

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Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach hat mit eindeutigem Votum Joachim Wagner zum neuen Präsidenten bestimmt. Der Offenbacher (52) wurde ohne Gegenstimme und mit zwei Enthaltungen ins Amt gewählt. Seinem Team werden Jörg Briel, Peter Roth und Daniel Simon angehören.

Der Unternehmer hatte die 412 stimmberechtigten Mitglieder in der Offenbacher Stadthalle mit einer erfrischenden, empathisch überzeugenden Rede hinter sich gebracht. "Heute stellt sich ein Team zur Wahl, das aus Fans besteht", betonte er stellvertretend für die neuen Vizepräsidenten Briel (57) und Roth. Der 56-Jährige war bereits unter Claus-Arwed Lauprecht (bis 2015) als Vizepräsident in der Verantwortung.

"Wir werden entscheiden, werden auch mal falsch entscheiden. Aber wir werden versuchen, alles richtig zu machen", betonte Wagner, warb um Mithilfe der Mitglieder: "Es geht nur, wenn alle zusammenarbeiten." Wagners Ziel ist ein Wertewandel beim jahrelang leidgeprüften OFC. "Wir wollen, dass wir im deutschen Fußball wieder Respekt erhalten. Wir müssen unseren Stolz zurückholen und raus aus dem Strudel der Depression." Doch zum Erfolg gehöre Geduld und Vertrauen. "Gerade bei negativen Erlebnissen müssen wir uns als Einheit präsentieren", forderte er.

Zum Wahlergebnis hatten auch positive Meldungen zu Beginn der Versammlung beigetragen. Markus Weidner verglich die Amtszeit seit 2015 mit einem Hausbau. "Am Anfang ist es unglaublich schmutzig." Mittlerweile sei aber das Fundament gelegt. Es sei gelungen, das strukturelle Defizit des e.V., das zu Amtsantritt bei 175 000 Euro gelegen habe, zu schließen. Dafür habe auch der Club 1901 gesorgt, der den Hauptverein seither mit 200 000 Euro unterstützt habe. Positiv bewertete Weidner zudem die Bewältigung der Schuldenthematik in Folge der ersten Insolvenz 2013. "Als wir angetreten sind, hatten wir 4,5 Millionen Euro ungeregelte Schulden, jetzt sind es 3,2 Millionen Euro geregelte Schulden." Weidner räumte auch Fehler ein. Vor allem die Strategie der finanziellen Stärkung der Profi GmbH durch internationale Kooperationen sei nicht aufgegangen.

Einen wichtigen Baustein der neuen Strategie stellte Schatzmeister Daniel Simon vor: das Konstrukt "Kickers-Freunde GmbH & Co KG", das den Profis zunächst für die kommenden drei Jahre finanzielle Mittel zur Verfügung stellen wird. Die sogenannte "atypische stille Beteiligung" werde zu keiner weiteren Verschuldung der GmbH führen, betonte er. Ziel sei es, mit diesem Konstrukt das Kaderbudget für die erste Mannschaft zu erhöhen.

Simon verkündete zudem eine Einigung mit Hauptgläubiger Thomas Röder und den weiteren Gläubigern. Alle hätten einer Übertragung ihrer Forderungen aus der ersten Insolvenz in Höhe von 1,94 Millionen Euro auf die Profi GmbH zugestimmt. Die Besserungs-Vereinbarungen sehen Rückzahlungen erst ab der 2. Liga vor. "Damit ist der Verein schuldenfrei", betonte Simon unter Beifall.

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