Robert Huber
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American Football:

Vorwürfe auf allen Ebenen

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Robert Huber sieht sich als Chef des nationalen Verbandes im American Football in Bund und Land der Kritik ausgesetzt.

Die Gründer feiern die European League of Football (ELF), die im Juni 2021 starten soll, bereits als Erfolgsprojekt. Beim nationalen Verband (AFVD) ist man jedoch skeptisch und wehrt sich gegen Kritik. Die German Football League (GFL) habe "sehr wohl den Sommer genutzt, um ein seit einigen Jahren vorbereitetes Konzept, das eine eigenständigere Stellung der Liga im Verband vorsieht, (...) nun konkret umzusetzen", sagte Robert Huber, Präsident des AFVD.

Der Jurist aus Obertshausen reagierte damit auf eine Aussage von Alexander Korosek. Der Ex-Geschäftsführer von Frankfurt Universe, der eine treibende Kraft der EFL ist, hatte der GFL vorgeworfen, es versäumt zu haben, in den vergangenen Monaten die Weichen für eine attraktive Zukunft gestellt zu haben. Huber konterte: "Die GFL entwickelt sich solide vorwärts, die Etats und die Zuschauerzahlen steigen kontinuierlich."

Dass hierzulande ein "explosionsartiges Wachstum" möglich sei, wenn man lediglich etwas an den Strukturen ändere, hält Huber für einen Irrglauben. In der GFL erkenne man "die Realität an, dass wir in Deutschland anders vorgehen müssen als in den USA". Zudem verwies der AFVD-Präsident darauf, dass "in den USA in den letzten Jahren beinahe jährlich ähnliche Projekte gegründet wurden und stets scheiterten". Huber ("Wir bekennen uns klar zum vereinsbasierten Sport europäischer Prägung im DOSB") hob ferner die Bedeutung der GFL für den AFVD hervor: "Die GFL soll natürlich ihre wirtschaftlichen Potenziale heben, sie wird dies tun, und sie wird dann auch über den Verband und die vielen Vereine in der Fläche weiterhin zur Finanzierung der Nachwuchsarbeit oder einer Nationalmannschaft beitragen."

Aber nicht nur auf Bundesebene gibt es Kritik. Huber, der zudem Präsident des hessischen Verbandes (AVFH) ist, weht auch auf Landesebene der Wind ins Gesicht. Die Vorwürfe sind schwer und haben dafür gesorgt haben, dass sich Widerstand formiert. Es bedarf "einer Veränderung in der Verbandsspitze und eines inhaltlichen Neuanfangs", meint Holger Gräcmann, Sportlicher Leiter der Rhein-Main Rockets aus Offenbach und Sprecher der Initiative "Hessen Football zusammen". Diese kritisiert, dass es im AFVH keine Transparenz, keine demokratische Strukturen und auch keine "zielgerichtete Kommunikation" mit den Vereinen gebe. Da der AVFH-Vorstand aus Leuten besteht, die im nationalen Verband (AFVD) Ämter innehaben, würden viele Bereiche "einseitig aus Sicht des AFVD gesehen und bearbeitet", heißt es. So hat nicht nur Huber auf Bundes- und Landebene eine Führungsrolle inne, sondern auch dessen drei Hessen-Vizepräsidenten.

Huber wies die Vorwürfe "energisch" zurück: "Es gibt regelmäßig Tagungen, bei denen diskutiert, und Wahlen, bei denen entschieden wird." Das AFVH-Präsidium habe zudem angeboten, im Oktober an einem "Treffen hessischer Football-Freunde" teilzunehmen. Das sei ebenso abgelehnt worden wie der Vorschlag, sich danach in anderem Rahmen zu treffen. Es wundert Huber nicht, dass sich ein Funktionär der Rhein-Main Rockets aus Offenbach beschwert: "Von dort war der Vorschlag an uns herangetragen worden, den German Bowl am Bieberer Berg auszutragen. Wir hatten 2019 in Frankfurt über 20 000 Zuschauer auf Sitzplätzen. Es ist also kein Affront des Verbandes gegenüber dem Verein, wenn wir feststellen, dass ein Event wie der German Bowl dort nicht ausgetragen werden kann." FOTO: OP

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