Niklas Otto und die HSG Mörlen stecken im Umbruch. Vier Leistungsträger haben den Verein verlasesn, zudem ist ein neuer Trainer zum Bezirksoberligisten gekommen. FOTO: NICI MERZ
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Niklas Otto und die HSG Mörlen stecken im Umbruch. Vier Leistungsträger haben den Verein verlasesn, zudem ist ein neuer Trainer zum Bezirksoberligisten gekommen. FOTO: NICI MERZ

Vorfreude und Ungewissheit

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Nach mehr als sieben Monaten Zwangspause, startet die Bezirksoberliga-Handballer unter strengen Hygieneauflagen in die neue Saison. Bei den meisten Vereinen ist man froh, dass es nun endlich wieder losgeht, jedoch ist es für alle Teams auch ein Start ins Ungewisse.

Sportlich gesehen sollte es eine überaus spannende Saison werden, die ähnlich ausgeglichen verlaufen könnte wie die letzten Jahre. Jedoch steht über allem die Frage, ob die Runde aufgrund der Corona-Pandemie überhaupt zu Ende gespielt werden kann. Christian Kunz, Trainer der SG Rechtenbach, geht davon aus, dass es "keine fair gewertete Runde" geben werde. Für Kunz stellt sich die Frage, ob es sich die Spieler in beruflicher oder persönlicher Hinsicht leisten können, im "Worst Case" mehrmals während der Saison in Quarantäne zu müssen, wenn es innerhalb des Teams einen Corona-Fall geben sollte.

Den Wetteraukreis repräsentieren diese Saison die HSG Mörlen, HSG Wettertal und die MSG Florstadt/Gettenau.

Vier Urgesteine verlassen HSG

In Mörlen gab es einen großen Umbruch. Mit Christian Birkenstock, Max Breitenfelder, Simon Dönges und Sebastian Dietz muss der neue HSG-Coach Kevin Dannwolf in der neuen Saison gleich auf vier Urgesteine des Vereins verzichten, die den Handballsport in Mörlen in den vergangenen Jahren entscheidend geprägt haben. "Das tut natürlich sehr weh, da uns nun jede Menge Erfahrung fehlt. Die Jungs zu ersetzen ist nahezu unmöglich", erklärt Dannwolf.

Mit Lars Rossin, Lars Berlich, Fabian Klug, Lukas Krauße und Lukas König, die allesamt aus der eigenen Jugend stammen, begrüßt Dannwolf fünf Neuzugänge in seinem Team. "Nahezu alle Spieler haben in der Jugend schon in Mörlen gespielt. Das verbindet die Jungs natürlich untereinander." Diese Geschlossenheit will man bei der HSG als Vorteil nutzen. "Das Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt. Und wir wollen die einzelnen Spieler weiterentwickeln, uns als Mannschaft neu finden und zusammenwachsen", fasst Dannwolf zusammen. Sein neues Team hat er aufgrund der Corona-Krise erst sehr spät kennengelernt: "Wir waren lange eingeschränkt im Trainingsbetrieb. All das macht es uns zu Beginn nicht einfach. Auch das Kennenlernen innerhalb des Vereins hat auf einem anderen Weg stattgefunden als das unter normalen Umständen gewesen wäre." Doch schon jetzt beschreibt er sein neues Umfeld in Mörlen als "sehr gut und strukturiert". Am Sonntag empfängt die HSG zum Auftakt den tsv Lang-Göns (17 Uhr).

HSG Wettertal: Mehr Tiefe im Kader

Bei der HSG Wettertal will man nach Platz neun in der Vorsaison weiter oben angreifen. Im Kader wurde dafür die nötige Tiefe geschaffen. Mit Lukas Walter von der MSG Linden, Frederic Noll vom TSV Griedel, Timo Metzger von der HSG Hungen/Lich und Christian Schmidt von der TG Friedberg sind gleich vier Akteure mit Wurzeln bei der HSG Wetteral in die sportliche Heimat zurückgekehrt. "Die Integration fällt daher überhaupt nicht schwer", erklärt Wettertals Trainer Sven Tauber. Zumal die Neuzugänge reichlich Erfahrung aus höheren Spielklassen mitbringen - zuletzt war das Quartett in der Landesliga Mitte aktiv. "Was die Qualität innerhalb der Mannschaft angeht, ist die Zusage der vier Jungs für uns ein enormer Sprung nach vorne", ist Tauber überzeugt.

Mit den Neuzugängen setzt der Verein sein Konzept fort, Spieler mit Wurzeln in der Region und in den Stammvereinen der HSG zurück zu ihrem Heimatklub zu holen. Abzuwarten bleibt, ob sich die Mannschaft schnell einspielen kann. Als Favoriten sieht Tauber die HSG Dilltal und vor allem Auftaktgegner HSG Dutenofen/Münchholzhausen III (Sonntag, 17 Uhr, in Rockenberg). "Eine Überraschungsmannschaft wird es immer geben, ich erwarte auch die HSG Linden II diese Saison weiter oben." Tim Grossmann hat seine Karriere beendet und wird von nun an als Betreuer tätig sein, ansonsten haben die Wettertaler keinen Abgang zu verzeichnen.

MSG will Abstiegskampf vermeiden

Die MSG Florstadt/Gettenau will sich laut Trainer Jürgen Wagner aus dem Abstiegskampf raushalten. "Ein Mittelfeldplatz wäre wünschenswert", erklärt er. Die Vorbereitung, die im Juli begonnen hatte, ist gut verlaufen, die Trainingsbeteiligung war hoch.

Wagner kann auf eine eingespielte Mannschaft vertrauen, es gab weder Abgänge noch Neuzugänge. Die vergangene Saison beendete die MSG auf dem elften Rang. Bei der Spielgemeinschaft ist man optimistisch auch dieses Jahr wieder eine solide Runde zu spielen. Los geht es am Sonntag (17.30 Uhr) bei der HSG Wettenberg II.

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