Wettertals Trainer Holger Weisel will mit seiner Mannschaft die starke Leistung aus der abgelaufenen Saison bestätigen. FOTO: JAUX
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Wettertals Trainer Holger Weisel will mit seiner Mannschaft die starke Leistung aus der abgelaufenen Saison bestätigen. FOTO: JAUX

Die Vorfreude steigt

  • vonMarieke Naß
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Wann es wieder losgeht, ist noch unklar. Trotzdem bereiten sich die heimischen Handballerinnen schon akribisch auf die neue Saison vor. Während sich die Gesichter bei einigen Teams im Vergleich zum Vorjahr nur wenig verändert haben, müssen andere Mannschaften einen Umbruch bewältigen.

Nachdem der Trainingsbetrieb wieder angelaufen ist und die neuen Spielerinnen integriert worden sind, steigt bei den heimischen Landes- und Bezirksoberligisten die Vorfreude auf die kommende Saison, die im September beginnen soll. Nach einer dreimonatigen Zwangspause durch das Coronavirus ist an einen normalen Trainingsalltag zwar noch nicht zu denken, aber immerhin zehn Spielerinnen dürfen mit Körperkontakt mit Ball in der Halle trainieren. Eine Lockerung dieser Regel ist frühestens nach den Sommerferien zu erwarten, erst dann werden wohl auch wieder Testspiele möglich sein. Die WZ-Sportredaktion hat sich umgehört, wie die heimischen Teams mit den Regelungen umgehen und wie sich die Kaderplanungen für die Saison 2020/2021 bisher gestaltet haben.

Landesliga Mitte / TSV Griedel:Bereits seit Mitte Juni bereitet sich die Mannschaft von Trainer Martin Schmitt, der seit 2018 bei den Griedelerinnen tätig ist, auf die kommende Saison vor. "Unser Fokus lag zunächst auf der Athletik und der Grundlagenausdauer, wofür wir viel draußen trainiert haben. Danach konnten wir in Kleingruppen auch schon in der Halle trainieren. Hier habe ich die Mannschaft ganz behutsam an das Werfen und die für den Handball typischen Abstoppbewegungen herangeführt. Als Trainer habe ich in diesem Jahr eine besondere Verantwortung für die Gesundheit meines Teams, da die Mädels einfach lange nicht mehr richtig Handball gespielt haben", sagt Schmitt, der nach einer dreiwöchigen ferienbedingten Hallenschließung nächste Woche mit dem Hallentraining weitermacht. Zur Verfügung steht ihm bisher ein kleiner, aber feiner Kader. Sara Lobgesang, Luisa Hickel, Jacqueline Schmitt, Julia Krombach, Lisa Frank, Licia Heister, Josina Heisiph und Co-Trainerin Katja Weißenfels verlassen das Team aus verschiedenen Gründen oder treten kürzer. Dem gegenüber stehen mit Torfrau Svenja Heller (TG Friedberg), Anna-Chiara Bock (TSG Leihgestern II) und Emelie Erletz (eigene Jugend) drei Neuzugänge fest, wobei Schmitt betont, dass die Suche nach Neuzugängen noch nicht abgeschlossen sei.

Bezirksoberliga Gießen/ HSG Mörlen:Nach einer insgesamt sehr durchwachsenen Saison hat Mörlens Trainer Michael Chadim frühzeitig die Weichen gestellt, um in der kommenden Spielzeit möglichst nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Zwar verlässt mit Katharina Dietz studienbedingt eine Leistungsträgerin das Team und auch das geplante Karriereende der ebenfalls wichtigen Lisa Vetter wiegt schwer, dafür konnten jedoch drei vielversprechende junge Spielerinnen zur HSG gelotst werden. Licia Heister und Sara Lobgesang spielten beide schon in ihrer Jugendzeit für die Mörlenerinnen und kommen nun von Landesligist TSV Griedel zurück "nach Hause". Auch der dritte Neuzugang, Nina Schoppe, spielte schon einmal für die HSG, wechselte dann aber zur A-Jugend der TSG Münster, wo sie auch in der kommenden Saison per Doppelspielrecht zusätzlich auflaufen wird. Lena Huber, Ines Matokovic und Franziska Schnoor dienen als Back-up aus der zweiten Mannschaft. Trainiert wurde bisher mit Fokus auf die Athletik viel draußen. Geplante Teamevents (Kanu fahren, Spinning, Kampfsport) sollen in naher Zukunft für Zusammenhalt und viel Spaß sorgen.

FSG Gettenau/Florstadt:FSG-Trainer Marco Boller hofft darauf, dass der für Mitte September geplante Rundenstart doch noch nach hinten verschoben wird. "Bei uns sieht es nicht ganz so rosig aus. Bisher konnten wir mit unserem dünnen Kader nur draußen trainieren. Die Hallen sind ferienbedingt geschlossen und wir haben ohnehin hohe Auflagen, was die Hygiene betrifft. Ab August werden wir aber wohl mit unserer zweiten Mannschaft gemeinsam in der Halle trainieren können", sagt Boller. Zudem stehen dem Übungsleiter bisher nur elf Spielerinnen zur Verfügung, obwohl die FSG keine direkten Ab- oder Zugänge zu verzeichnen hat. Doch Schwangerschaften, Pausen und schwerwiegende Verletzungen, wie die Kreuzbandrisse von Kim Ende und Lisa Ginter machen einen vollzähligen Trainingsbetrieb unmöglich. Bei einem späteren Saisonstart könnten zumindest die Verletzten eventuell wieder mit an Bord sein.

HSG Butzbach:Die erste Frauenmannschaft der neu gegründeten HSG Butzbach startete unter der Leitung von Trainer Michael Hakel, der das Team Anfang des Jahres übernommen hat, bereits am 26. 5. in die Vorbereitung. Zunächst draußen, später aber auch in der Halle. Neuzugänge gibt es keine, dafür hat außer Maren Klarner (TV Hüttenberg II) aber auch keine Spielerin den Verein verlassen. Einige Spielerinnen laborieren jedoch noch an Verletzungen aus der vergangenen Saison. "Wir wollen auch in der kommenden Saison gerne die Klasse halten. Wir hoffen aber erst mal, dass es bald losgeht, und freuen uns tierisch auf die kommende Runde", sagt Michael Hakel.

HSG Wettertal:Wettertals Trainer Holger Weisel bat seine Damen bereits am zweiten Juni zum Trainingsauftakt. Bis Juli wurde draußen trainiert, ehe der Trainingsbetrieb mit Abstands- und Hygieneregeln in die Halle verlegt wurde. "So wie es jetzt aussieht werden wir auch erst mal nur trainieren, Freundschaftsspiele sind ja nicht möglich. Wir planen zwar so, dass es im September losgeht, aber so richtig daran glauben kann ich nicht", meint Weisel. Sophie Kerschner und Katharina Exner haben die Mannschaft aus privaten Gründen verlassen, beide waren wichtige Spielerinnen für die Spielgemeinschaft. Jedoch konnte mit Elisa Eifert von der HSG Anspach/Usingen ein externer Neuzugang begrüßt werden. "Das freut uns sehr", sagt Weisel, der mit seinem Team nach einer tollen letzten Saison einen vorde- ren Mittelfeldplatz erreichen möchte.

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