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Sven Höller am Sonntagmorgen an der Niddaquelle auf dem Hoherodskopf.

Von der Quelle bis zur Mündung

  • VonTanja Weber
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(web). An einem Stück, in praller Sonne sowie überwiegend auf Asphalt hat Ultraläufer Sven Höller vom LT Florstadt dieser Tage eine 94 Kilometer lange Strecke an der Nidda bewältigt. 9:26 Stunden benötigte er für den Lauf am Fluss.

»Die Nidda spiegelt meine Heimat wider, dort findet mein tägliches Training statt. Ich habe nach dem 100-Kilometer-Lauf im letzten Jahr nach einer neuen Herausforderung gesucht«, sagt Höller. Dieses Mal galt es allerdings nicht, 83,5 Runden à 1,2 Kilometer zu bewältigen, sondern die Strecke vom Hoherodskopf bis zur Mündung nach Frankfurt-Höchst - einen One-Way-Kurs bei fast 30 Grad.

»Es war einfach zu organisieren, ich hatte meist einen Begleiter und konnte mich verpflegen.« Zudem sei die Nidda an vielen Punkten gut erreichbar für seine Betreuer gewesen. Ehefrau Stefanie wartete mit Töchterchen Merle in Karben, Eschersheim und im Ziel der Nidda-Mündung in den Main auf ihn. »Dann gab es Melonen und Bananen«, so Höller. »Mental hat mir das natürlich auch sehr geholfen, obwohl ich nie wirklich einen Einbruch hatte.«

Um 7 Uhr morgens am vergangenen Sonntag startete Höller bei 13 Grad an der Quelle auf dem Hoherodskopf. Die ersten 21 Kilometer verlief die Strecke meist auf schattigen Waldwegen und bergab. »1:35 war flotter als geplant für den ersten Abschnitt, und ich hatte Bedenken, ob mir das Bergablaufen muskulär nicht später Probleme bereiten würde«, sagt der leidenschaftliche Sportler. Ab dem Nidda-Stausee verlief die Route nun mehr oder weniger mit Sichtkontakt zur Nidda. Vereinskollege Dennis Andres begleitete Höller nun auf dem Rad bis Florstadt. Hier wurde er auf dem Festplatz ordentlich angefeuert. Die Radbegleitung wechselte von Dennis zu Dirk und Turid. 45 Kilometer waren dann geschafft. »3:29 zeigte meine Uhr für die Marathondistanz«, sagt Höller lächelnd. »Jetzt hieß es, etwas Tempo herauszunehmen, um das Finish nicht zu gefährden.«

Sven Höller braucht 9:26:03 Stunden

Ab Kilometer 65 habe er bewusst öfter eine kurze Pause eingelegt, die hinteren Oberschenkel zwickten leicht. »Ich wollte kein Risiko eingehen und einfach nur gesund an der Niddamündung ankommen.« Jede Brückenunterführung fühlte sich langsam wie ein steiler An- und Abstieg an. Um 16.26 Uhr, nach 9:26:03 Stunden, lief Höller die letzten Meter mit Tochter Merle auf einem kleinen Trampelpfad an der Wörthspitze zur Niddamündung in den vom Hochwasser braunen und vollen Main, glücklich sein Ziel erreicht zu haben. »Der Lauf hat mir jede Menge Spaß gemacht und ich bin wieder um eine Erfahrung reicher. Die Niddaroute ist auf den gesamten 94 Kilometern eine wunderschöne Strecke«, sagt der 34-Jährige über einen Weg, den in den 1980er Jahren schon die US-Army nutzte, um entlang des Flusses über 80 km den Niddalauf mit Ziel in Nieder-Eschbach auszurichten.

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