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Jan-Niklas Tille und der TV Rendel sind nur noch einen Schritt von der Rückkehr in die 2. Faustball-Bundesliga entfernt.

Volle Kraft für den Aufstieg

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Die Faustballer des TV Rendel wollen zurück in die zweite Bundesliga. Beim Aufstiegsturnier am Samstag auf dem heimischen Sportplatz sind sie der Favorit. Eine Sportart, die geprägt ist von familiärer Atmosphäre und Boris Becker.

Das Selbstbewusstsein ist groß: "Wir sind schon der Topfavorit", sagt Jan-Niklas Tille. Der Faustballer des TV Rendel hat noch drei Spiele vor der Brust, dann soll nach Möglichkeit die Rückkehr in die 2. Bundesliga auf dem Feld feststehen. Am Samstag empfängt der TVR als Hessenmeister auf dem heimischen Sportplatz in Rendel den TV Dieburg, die TB Oppau und die SG Franconia Karlsruhe zum Aufstiegsturnier. Gesucht werden im Modus "Jeder gegen Jeden" zwei künftige Zweitligisten.

Faustball ist eine Randsportart, das betont auch Tille. Sieben Spieler gehören zum Stamm der ersten Mannschaft. Die kleine, verschworene Gemeinschaft ist auch der Grund, weswegen der 24-Jährige lieber Faustball spielt und dem Tennis und Fußball den Rücken kehrte. "Faustball ist eine sehr familiäre Sportart, das gefällt mir", sagt Tille, der über seinen Vater zum Sport gekommen ist, genauso wie sein jüngerer Bruder Jonas. Im Rendeler Kader steht mit Luis und Christian Zang ein weiteres Brüderpaar.

Die familiäre Atmosphäre ist überall im Verein spürbar. Die Familienmitglieder der Spieler sorgen an Heimspieltagen immer für einen reibungslosen Ablauf, so auch am Samstag und in zwei Wochen, wenn mit den Westdeutschen Meisterschaften in Rendel das nächste Highlight auf dem Programm steht. "Wir sind sehr froh, uns auf die vielen Helfer verlassen zu können", sagt Tille.

Schon als Vierjähriger hat er gemeinsam mit Johannes Weber, und Christian Zang, der Großteil der Männermannschaften ist die Jugendteams gemeinsam durchlaufen. Auch mit den gegnerischen Teams verbindet die Rendeler ein kollegiales, fast schon freundschaftliches Verhältnis. "Eine Rivalität gibt es nicht", sagt Tille. Die Spieler kennen sich untereinander aus zahlreichen Duellen, so wird es auch am Samstag, da ist das Stichwort wieder, familiär zugehen.

Nichtsdestotrotz geht es um sportlichen Erfolg und um die Rückkehr in die überregionale Spielklasse. Gegen Dieburg kassierte der TVR im Hinspiel die einzige Niederlage der Saison, marschierte aber trotzdem unangefochten an der Spitze zum Titel. Gegen den badischen Verbandsligasieger aus Karlsruhe ist man ebenso favorisiert. Schwer einzuschätzen ist der TB Oppau. Die erste Mannschaft wird aus der zweiten Bundesliga absteigen, doch die Reserve nimmt als Sieger der Verbandsliga Pfalz am Turnier teil und ist auch aufstiegsberechtigt.

Was in vielen Sportarten nicht möglich wäre, ist beim Faustball kein Problem. Sollte Oppau II sich qualifizieren, würde man in der kommenden Saison als erste Mannschaft in der zweiten Liga starten. Die Voraussetzung für die zweiten Bundesliga sind vonseiten des TVR erfüllt. Die Auflage, Jugendmannschaften zu stellen, erfüllen die Rendeler bekanntlich schon seit Jahren. Tille hat sogar die Hoffnung, dass aus den aktuellen weiblichen Nachwuchsmannschaften in einigen Jahren sich wieder eine Frauenmannschaft entwickeln könnte.

Doch das ist Zukunftsmusik. Die Gegenwart ist das Aufstiegsturnier. Dann wird Tille mit seinen Kollegen über den Rendeler Sportplatz fliegen. "Lange Ballwechsel und spektakuläre Szenen machen Faustball aus. Ich liebe diese Hechtsprünge in der Abwehr. Wie beim Becker-Hecht", sagt Tille. Jetzt fehlt nur noch die Becker-Faust nach dem geschafften Aufstieg.

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