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Bad Vilbel verpasst Relegation

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(ub) »Wir waren praktisch schon durch, haben uns aber die Butter noch vom Brot nehmen lassen. Unfassbar«. Der Stachel der Enttäuschung saß tief, und bei Trainer Amir Mustafic auch Stunden nach Spielende sogar noch einige Zentimeter tiefer.

Dass der heimische Verbandsligist FV Bad Vilbel den Sprung in die Aufstiegsrunde zur Hessenliga angesichts des 2:2 (0:1)-Remis beim Absteiger Kickers Offenbach II geradezu fahrlässig in den Sand setzte, wird den Übungsleiter der Brunnenstädter gewiss noch eine ganze Weile beschäftigen.

Da lag seine Mannschaft auf dem Offenbacher Sportgelände am Münchner Ring ab der 65. Minute mit 2:1 vorne, wusste angesichts einer zehnminütigen Gewitter-Unterbrechung bereits eine Viertelstunde vor Abpfiff der Partie vom torlosen Remis zwischen Viktoria Urberach und Aufstiegsrunden-Rivale Rot-Weiß Darmstadt und hätte den knappen Vorsprung in personeller Überzahl (»Gelb-Rot« für Offenbachs Gerken in der 61. Minute) eigentlich nur noch über die Zeit bringen müssen, um das Tor zur Hessenliga, die zwei der drei Verbandsliga-Vizemeister ab Sommer in Angriff nehmen können, ganz weit aufzustoßen. Die Spur war gelegt, der so wichtige Dreier gegen die dezimierte OFC-Truppe lag zum Greifen nah.

Führung in Überzahl abgegeben

Doch dann kam die 85. Minute: Offenbachs Innenverteidiger Semun Biber spielte steil, Außenstürmer Dominik Wüst zog auf und davon und überlistete FV-Keeper Robin Orband per Flachschuss ins kurze Eck zum 2:2-Ausgleich. Ein Schock für die Grün-Weißen. Man wurde quasi aus allen Träumen gerissen. Diskussionen unter den FV-Fans, welche Erfolgsaussichten am kommenden Samstag auf dem Niddasportfeld gegen den Zweiten der Verbandsliga Nord bestünden, endeten abrupt und zerplatzten schließlich wie Seifenblasen.

In der noch verbleibenden Spielzeit verstand es die Bad Vilbeler Elf nicht, gegen nur noch neun Offenbacher Cracks (Ampelkarte gegen Torschütze Wüst in der 86. Minute) den dringend benötigten Siegtreffer zu erzielen. Diesbezüglich beste Gelegenheiten ließen die Wetterauer Gäste vor Wüsts 2:2 durch Cengiz Veisoglu (71./73.) und Anastasio Keoseoglu (77.) serienweise ungenutzt verstreichen. Sträflicher Leichtsinn, der sich rächen sollte und schon in Halbzeit eins phasenweise erkennbar war.

Schwache Abschlüsse von Emre Kadimli (10.) und Cengiz Veisoglu (15.) waren nämlich gewiss nicht das, was Coach Mustafic von seinen Leuten erwartet hatte. Zudem stand Offenbachs Keeper Alexander Sebald mehrmals im Weg. So geschehen in der 18. Minute (Schrägschuss Fatih Uslu), oder kurz vor der Pause, als Strenger flankte, Veisoglu sofort abzog, aber Sebald spektakulär zu parieren verstand.

Ging’s um Vollstrecker-Qualitäten, zeigte sich auf Bad Vilbeler Seite lediglich Kapitän Nuh Uslu allen Anforderungen gewachsen. Seinem »Riecher« war es zu verdanken, dass die Mustafic-Elf nach dem 0:1-Pausenrückstand, für den Offenbachs Torjäger Christos Stoilas in der 37. Minute aus allerdings stark abseitsverdächtiger Position verantwortlich zeichnete, wieder auf die Erfolgsspur zurückfand.

Eine Steilvorlage Emre Kadimlis nutzte Uslu in der 60. Minute zum 1:1-Ausgleich, fünf Minuten später tauchte der Bad Vilbeler Außenverteidiger erneut am langen Pfosten auf und verwandelte Marvin Strengers flache Hereingabe im zweiten Versuch zur erstmaligen Führung.

Treffer Nummer drei wäre gegen das Team von Offenbachs Coach Zaki Tammaoui, dem inklusive Ersatzkeeper Patrick Rühl lediglich zwölf Spieler zur Verfügung standen, wohl die definitive Entscheidung gewesen. Doch der wollte – teils aus purer Überheblichkeit – partout nicht fallen. Die aus Gäste-Sicht bittere Antwort folgte unerwartet, wirkte ernüchternd und ließ die Stimmung im Bad Vilbeler Lager schlagartig auf den Nullpunkt sinken.

Kickers Offenbach II: Sebald – Dietrich, Biber, Haruna, Michel – Gerken, Bulut – Chihab, Barisic, Wüst – Stoilas.

FV Bad Vilbel: Orband – Nuh Uslu, Maksumic (46. Keoseoglu), Geh – Ernad Dananovic, Babic, Knauer, Kadimli – Strenger, Veisoglu (75. Emmel), Fatih Uslu (55. Gischewski).

Steno: Tore: 1:0 (37.) Stoilas, 1:1 (60.) Nuh Uslu, 1:2 (65.) Nuh Uslu, 2:2 (85.) Wüst. – Schiedsrichter: Nicklas Rau (Nidderau). – Gelb-Rote Karten: Gerken (61./Foulspiel), Wüst (86./Foulspiel). – Zuschauer: 150.

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