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FV Bad Vilbel verliert 1:5 gegen Seligenstadt

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Der Verbandsligist FV Bad Vilbel hat am Sonntag sein Heimspiel gegen den Tabellenführer SF Seligenstadt nach einer desolaten zweiten Halbzeit vor lediglich 70 Zuschauern mit 1:5 (1:1) verloren. Knackpunkt war dabei der Platzverweis gegen Spielertrainer Amir Mustafic nach 39 Minuten.

Ob Spieler oder Trainer: Amir Mustafic kennt man in beiden Funktionen als zwar energischen, aber ansonsten sehr besonnenen Fußballer. Gestern Nachmittag, im Rahmen des Bad Vilbeler Heimspiels gegen den Spitzenreiter SF Seligenstadt, war alles anders. Der 37-jährige FV-Coach hatte sich nämlich dazu entschlossen, auf Grund fehlender defensiver Ordnung im grün-weißen Mittelfeldspiel auf dem Niddasportfeld sein Debüt als Spielertrainer zu vollziehen. Das klappte zunächst auch ganz nach Wunsch. Mustafic outete sich als ruhender Pol vor der FV-Abwehr, verteilte klug die Bälle und präsentierte sich als absoluter Führungsspieler. Leider nur bis zur 39. Minute, denn nach einem Foul gegen Seligenstadts Serkan Bayin an der Mittellinie hielt ihm Referee Matthias Kristek (Büdingen) beim Stand von 1:1 »Gelb-Rot« unter die Nase.

Amir Mustafic verstand ob dieser harten Entscheidung die Welt nicht mehr, war quasi »geladen« bis unter die Haarspitzen und musste von der Bank aus registrieren, dass seine Mannschaft, die bis zu diesem Zeitpunkt dem Liga-Leader erfolgreich Paroli geboten hatte, gegen die zum fünften Mal in Serie siegreiche Truppe von SF-Trainer Klaus Reusing noch eine hohe 1:5 (1:1)-Niederlage schlucken musste. Damit gehen die Brunnenstädter schweren Zeiten entgegen.

Hinterher, nach vor allem im zweiten Abschnitt einseitigen Minuten mit klarer Gäste-Dominanz, stand für Amir Mustafic fest: »Der Schiedsrichter hat unser Spiel zerstört. Mein Platzverweis war völlig überzogen. Jedenfalls hatten wir die Seligenstädter vor der Pause recht gut im Griff und wären später dann nie und nimmer so untergegangen«. Dies so zu sehen, mag durchaus etwas für sich haben. Fakt war aber auch: Die Art und Weise, wie sich das Bad Vilbeler Team in den zweiten 45 Minuten in ihr Schicksal ergab, lässt – auch wenn man die personelle Unterzahl berücksichtigt – Schlimmes erahnen.

Jedenfalls wirkten die Brunnenstädter saft- und kraftlos, tauchten kein einziges Mal mehr auch nur halbwegs gefährlich vor Pauers Kasten auf, und ließen sich von einer Seligenstädter Elf, die sich allenfalls aufs Notwendigste beschränkte, ein ums andere Mal vorführen. Mit Fußball, der Verbandsliga-Ansprüchen genügt, wussten die Platzherren nur in Abschnitt eins zu gefallen.

Daran änderte auch die schnelle Gäste-Führung nichts, für die Tobias Leis schon in der vierten Minute per haltbar scheinenden 18-Meter-Flachschuss verantwortlich zeichnete. Viel mehr hatte Seligenstadt in punkto offensiver Schlagkraft bis auf Weiteres nicht zu bieten. Bad Vilbel bekam hingegen Oberwasser, bestach im Mittelfeld durch relativ sicheres Pass-Spiel und kam – wenn auch nur sehr selten – zu guten Chancen. Die erste versiebte Thorben Knauer in der 21. Minute, als er mit einem Schuss aus spitzem Winkel an Seligenstadts Torwart Michael Pauer scheiterte. Exakte Vorarbeit leisteten dabei Alexander Bauscher (Steilvorlage) und Kerim Ben Neticha (flankte von der Grundlinie).

Noch besser funktionierte es nach 38 Minuten: Haris Sejdovic und Bauscher hebelten die SF-Abwehr aus, brachten Fatih Uslu in Position, und der FV-Goalgetter trickste Pauer gekonnt aus, um gleich anschließend zum 1:1-Ausgleich einzunetzen.

Nächste Aktion war Mustafics vorzeitiger Abgang. Befürchtungen seitens der Bad Vilbeler Fans unter den lediglich rund 70 Zuschauern, die eigene Mannschaft werde im zweiten Abschnitt wohl in erhebliche Schwierigkeiten geraten, sollten sich in recht krasser Form bestätigen. Zur Verdeutlichung: Elf mehr oder weniger klaren Seligenstädter Gelegenheiten, darunter Gödeckes Lattenkopfball in der 54. Minute, stand die offensive Bankrott-Erklärung der Bad Vilbeler Elf gegenüber. Vier Mal musste FV-Torwart Robert Cue, der nicht seinen besten Tag erwischte, noch hinter sich greifen: Christoph Stefani traf nach einer Leis-Ecke in der 47. Minute aus zwölf Metern zum 1:2 ins Schwarze, Dennis Rung gelang mittels gefühlvollen Lupfer von der Strafraumgrenze das 1:3 (63.

), der eingewechselte Patrick Richter hämmerte eine Trumpp-Hereingabe flach in die Maschen (80.), und Tobias Leis beendete mit einem 20-Meter-Schuss, der den 1:5-Endstand brachte (87.), das ab der 46. Minute einseitige Treiben.

FV Bad Vilbel: Robert Cue – Alempic, Bernhardt, Steven Cue, Pröckl (55. Benjamin Sejdovic) – Mustafic, Ben Neticha – Bauscher (51. Huwa), Haris Sejdovic, Knauer (67. Knell) – Fatih Uslu.

SF Seligenstadt: Pauer – Hertrich (46. Trumpp), Althaus, Prümm, Ransom – Stefani, Väth – Bayin (72. Richter), Rung, Leis – Gödecke.

Tore: 0:1 (4.) Leis, 1:1 (38.) Fatih Uslu, 1:2 (47.) Stefani, 1:3 (63.) Rung, 1:4 (80.) Richter, 1:5 (87.) Leis.

Schiedsrichter: Matthias Kristek (Büdingen). – Gelb-Rote Karte: Mustafic (39./Foulspiel). – Zuschauer: 70. Uwe Born

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