FV Bad Vilbel: Trennung von Fatih Uslu

(ub) Auf fremden Plätzen zu gewinnen, war dem FV Bad Vilbel in der Vorrunde nur einmal vergönnt, nämlich am 29. September in Wald-Michelbach. Nicht zuletzt aus diesem Grund muss sich der Wetterauer Verbandsligist diese Runde, so scheint’s, ganz auf den Kampf um den Klassenerhalt konzentrieren.

Am Sonntag, zur Rückrunden-Ouvertüre, stand für die Brunnenstädter erneut eine Auswärtspartie auf dem Programm. Bei der Spvgg. Neu-Isenburg, dem bis dato punktgleichen Tabellennachbarn, Zählbares zu holen, war demnach geboten. FV-Spielertrainer Amir Mustafic hatte sich vorab dazu entschlossen, die so dringend benötigten Zähler ohne Torjäger Fatih Uslu (14 Saisontreffer) zu ergattern. Eine Maßnahme, die zunächst mal für Verwirrung sorgte, die jedoch von Erfolg gekrönt war, denn die Grün-Weißen behielten beim Abstiegsrivalen knapp mit 2:1 (0:1) die Oberhand und können den kommenden Aufgaben wieder ein wenig optimistischer begegnen.

Weshalb Fatih Uslu fehlte, ja noch nicht einmal im Kader Berücksichtigung fand, hatte natürlich Gründe. »Aus disziplinarischen Gründen werde ich in Zukunft auf ihn verzichten«, verriet Mustafic. Eine Spieler müsse die Fähigkeit besitzen, sich im Team einzuordnen: »Das ist im Fall von Fatih Uslu derzeit nicht gegeben, und deshalb spielt er unter meiner Regie bis auf weiteres nicht«.

Den Sieg in Neu-Isenburg bezeichnete der Bad Vilbeler Übungsleiter als durchaus verdient, »weil wir nach den ersten 45 Minuten, in denen uns Keeper Robert Cue vor größerem Flurschaden bewahrte, durch teaminterne Umstellungen besseren Zugriff aufs Spiel bekommen und folgerichtig auch die zum Sieg notwendigen Tore erzielt haben«.

Robert Cues erste Glanztat durfte in der zwölften Minute registriert werden: Einen von Dejan Alempic verursachten und von Neu-Isenburgs Mario Marx geschossenen Handelfmeter entschärfte der Bad Vilbeler Keeper gekonnt. Die Wetterauer Gäste antworteten zwar mit Nuh Uslus Pfostenknaller (27.), entfachten aber ansonsten nur wenig Druck nach vorne. Nando Pröckls Kopfball nach Nuh Uslus Flanke entpuppte sich diesbezüglich als Ausnahme – das Leder landete jedoch neben Mombauers Gehäuse. Die Platzherren hatten vor der Pause mehr zu bieten, nämlich einen platzierten Marx-Schuss (38. – Latte) sowie die Führung kurz vor dem Pausenpfiff von Referee Glaser, erzielt nach Buschmanns Flanke und Kampkas optimalen Kopfball-Abschluss.

Auf Bad Vilbeler Seite reagierte man umgehend: Zur zweiten Halbzeit kamen Alexander Bauscher für Haris Sejdovic und Kerim Ben Neticha für Thorben Knauer, um mehr offensiven Elan zu entfachen. Das funktionierte erstmals nach 54 Minuten wie gewünscht: Dejan Alempic gab auf der linken Seite Gas, flankte präzise, während Alexander Bauscher in der Mitte goldrichtig stand und das Leder zum 1:1-Ausgleich über die Linie bugsierte. Beim zweiten Bad Vilbeler Volltreffer, markiert in der 72. Minute durch den eminent laufstarken Patrick Albert, entpuppten sich Oleg Huwa und Spielertrainer Amir Mustafic, der den entscheidenden Pass in die Schnittstelle der Neu-Isenburger Abwehr spielte, als Wegbereiter. Albert ließ sich nicht zwei Mal bitten – 1:2.

Klar, dass die Platzherren in der Schlussviertelstunde alles auf eine Karte setzten, um die totale Pleite zu verhindern. »Freilich ohne erkennbares Konzept«, meinte Bad Vilbels Pressesprecher Alexander Juli, »unsere Abwehr stand sicher und bewies Übersicht«. Am Ende waren die Bad Vilbeler dem dritten Tor sogar näher als Neu-Isenburg dem zweiten: Steven Cue und Alexander Bauscher starteten in der 88. Minute einen schnellen Konter, Bauscher zog ab – daneben.

Die grün-weiße Trauer ob dieser vergebenen Gelegenheit hielt sich in engen Grenzen. Wenig später war nämlich Schluss, und Bad Vilbel durfte drei wichtige Punkte mit zurück in den Wetterauer Süden nehmen.

Spvgg. Neu-Isenburg: Mombauer – Sancak, Lipka, Mimi, Nedwied – Buschmann, Bittner, Marx, Gerhardt (75. Pavic) – Kampka, Schwarz (75. Seibel).

FV Bad Vilbel: Robert Cue – Alempic, Huwa, Steven Cue, Haris Sejdovic (46. Ben Neticha) – Mustafic, Nuh Uslu – Albert, Knauer (46. Bauscher), Pröckl – Knell (90. Sembene).

Tore: 1:0 (45.) Kampka, 1:1 (54.) Bauscher, 1:2 (72.) Albert.

Schiedsrichter: Patrick Glaser (Wiesbaden). – Zuschauer: 120.

*

Samstag: Spfr. Seligenstadt – Rot-Weiß Frankfurt (14.30 Uhr), Eintracht Wald-Michelbach – TGS Jügesheim (16 Uhr).

Sonntag: SG Bruchköbel – KSV Klein-Karben, Usinger TSG – Spvgg. Oberrad, Kickers Obertshausen – Spvgg. Neu-Isenburg, TS Ober-Roden – FV Bad Vilbel, SC Dortelweil – FC Alsbach, FC Fürth – SG Anspach, Darmstadt 98 II – FC Bensheim (alle 14.45 Uhr).

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