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Tatjana Maria, Nummer 60 der Weltrangliste, feiert mit dem TC Bad Vilbel einen 7:2-Erfolg zum Einstand in die Tennis-Bundesliga. (Foto: Jaux)

TC Bad Vilbel

TC Bad Vilbel: Tennis-Fest zum Bundesliga-Debüt

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Erster Spieltag der Tennis-Bundesliga der Damen seit fast 20 Jahren in Hessen - ein Fest für Spieler, Zuschauer und Funktionäre. Und dann stimmte auch noch das Ergebnis für den TC Bad Vilbel.

Bad Vilbel erlebte einen Tennis-Festtag. Die Damen-Mannschaft feierte zum Einstand in der Bundesliga einen 7:2-Heimsieg gegen Mit-Aufsteiger TC Bredeney Essen und bot den mehr als 600 Zuschauern fünf Stunden lang beste Unterhaltung und atemberaubende Ballwechsel auf höchsten, eben auf Weltklasse-Niveau. Der Gastgeber – erster hessischer Erstligist seit fast zwei Jahrzehnten – hatte ausnahmslos Spielerinnen aus den Top 200 der Weltrangliste aufgeboten, darunter ein Quartett, das in der vergangenen Saison noch die deutsche Meisterschaft mit Regensburg gewonnen hatte. "Das ist natürlich ein Einstand, wie man ihn sich nur wünschen kann", freute sich Dirk Hinkel, der Vorsitzende der Brunnenstädter. Bereits am Freitag (13 Uhr) steht das nächste Heimspiel, dann gegen den DTV Hannover, auf dem Programm.

TC Bad Vilbel: Tatjana Maria als deutsches Aushängeschild eines neuen Teams

Kopf der Mannschaft war Tatjana Maria. Die Nummer 60 der Weltrangliste – auf Rang vier gemeldet – spielte an Position eins. Nach dreiwöchiger Wettkampfpause war sie im Zuge der Vorbereitung auf die Sandplatzsaison unter der Woche beim Turnier im marokkanischen Rabat ausgeschieden, am Freitag in der Qualifikation zum Turnier in Madrid gescheitert und bereits am Samstagmorgen in Bad Vilbel angekommen. Nach einer Trainingseinheit am Nachmittag kam sie mit dem Team am Abend im Golfclub Bad Vilbel zum Wiedersehen beim "Players Dinner" zusammen. Die Wege vieler Spielerinnen hatten sich bereits während der Woche bei den WTA-Turnieren gekreuzt.

"Tatjana ist eine echte Teamplayerin. Sie liebt es, neben dem Einzelwettkampf in der Mannschaft zu spielen", sagt Ex-Profi Charles Maria, der Ehemann, der die deutsche Topspielerin auch als Coach begleitet und im Einzel auf der Bank unterstützt. Die Atmosphäre auf einer Anlage wie in Bad Vilbel sei eben ganz speziell und familiär, sagt er. Im Einzel musste sich die 31-jährige Maria noch Bernada Pera (Nr. 107 der Welt) knapp geschlagen geben, im Doppel bot sie zusammen mit Johanna Larsson (Nr. 92) den Zuschauern ein echtes Spektakel mit tollen Ballwechseln, mit Kampf und Leidenschaft. Und letztlich war es auch Maria, die den ersten Matchball zum entscheidenden fünften Mannschaftspunkt mit einem Vorhand-Volley verwandelte. Noch am Abend führte der Trip nach Straßburg zu Töchterchen Charlotte sowie den Schwiegereltern, ab Freitag locken dann Weltranglistenpunkte beim Turnier in Rom.

TC Bad Vilbel: Komplett neu aufgestellt - und nun auch finanziell von der Stadt unterstützt

Der TC Bad Vilbel hatte sich gegenüber dem Vorjahr komplett neu aufgestellt; mit Erfolg. Johanna Larsson, die mit einer wuchtigen Vorhand überzeugte, benötige in der ersten Einzelrunde nicht einmal eine Stunde zum ersten Matchpunkt. Bibiane Schoofs, gecoacht Paul Haarhuis, dem Fed-Cup-Chef der Niederlande, ließ den zweiten Zähler folgen, während sich Lesley Kerkhove, eine weitere Niederländerin knapp geschlagen geben musste. Im zweiten Durchgang erhöhten Antonia Lottner und Liudmilla Samsonova, die mit einem krachenden Aufschlag beeindrucken konnte, bei einer Niederlage von Maria nach Champions-Tiebreak zum 4:2. Ein Punkt im Doppel fehlte – am Ende wurden gar drei Zweisatzsiege gefeiert.

Die Begrüßung war am Morgen von FFH-Reporter Frank Piroth moderiert worden, und Dr. Thomas Stöhr hatte gleich mal gute Nachrichten mitgebracht. "Der TCBV ist ein wunderbarer Botschafter unserer Stadt. Dass hier nun Bundesliga gespielt wird, macht uns stolz", sagte der Bürgermeister und übergab einen Förderbescheid in Höhe von 10 000 Euro, um die Investitionen auf dem Gelände zu unterstützen. Der Klub hatte nach dem Aufstieg unter anderem zusätzliche Zuschauerplätze geschaffen.

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