Fußball-Hessenliga

FV Bad Vilbel: Mutig nach Nordhessen

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(ub). Welche Mannschaft beendet in der Fußball-Hessenliga das Jahr 2019 als Spitzenreiter? Darauf zu wetten, dies werde wohl der aktuelle Tabellenführer Eintracht Stadtallendorf sein, könnte sich womöglich als Irrtum erweisen. Zwar führt der Ex-Regionalligist nach dem 3:1-Sieg über den ärgsten Rivalen FC Eddersheim das Klassement seit letzter Woche mit 45 Punkten an, doch zwei Zähler Vorsprung auf die Mannschaft aus dem Hattersheimer Stadtteil sind vor dem am Sonntag in Eddersheim steigenden zweiten Schlagabtausch der beiden führenden Klubs nicht die Welt. Sieben weitere Hessenliga-Spiele steigen zum Jahres-Kehraus unter den gleichen Rahmenbedingungen: Wer vor Wochenfrist Heimrecht genoss, muss gegen den gleichen Kontrahenten an diesem Wochenende auswärts Farbe bekennen.

Den Wetterauer Hessenligisten Türk Gücü Friedberg (Rang 9/27 Punkte) und FV Bad Vilbel (14./20) bleiben ähnlich ungewöhnliche Vorgaben erspart: So haben sich die Kreisstädter, deren zweiter Vergleich gegen Schlusslicht FSV Fernwald bereits am 23. Oktober über die Bühne ging und mit einer 2:5-Pleite endete, bereits in die Winterpause verabschiedet. Dagegen kommt’s für den FV Bad Vilbel zum ersten Saisonduell mit dem Rangdritten Hessen Kassel. Die Ursache: Am letzten Wochenende hätten die Brunnenstädter gegen die Nordhessen vor eigenem Publikum gespielt, doch auf dem Bad Vilbeler Niddasportfeld ging wegen mieser Platzverhältnisse gar nichts.

Hessen Kassel - FV Bad Vilbel (Samstag, 14 Uhr):Dass man in den Reihen der offensivstarken Kasseler Löwen (53 Treffer) unter den Direktiven von Trainer Tobias Damm den siebten Seriensieg fest eingeplant hat, um nach dem total missratenen Rundenstart eventuell doch noch in den Kampf um Platz eins oder zwei eingreifen zu können, versteht sich von selbst. Bad Vilbels Coach Amir Mustafic lässt sich dadurch jedoch nicht aus der Fassung bringen. "Rufen unsere Spieler das ab, was sie tatsächlich drauf haben, brauchen wir uns vor keinem Gegner zu verstecken - also auch nicht vor den Nordhessen", sagt er im Brustton der Überzeugung. Klingt vor dem schweren Gang ins Kasseler Aue-Stadion ganz schön mutig, hat aber durchaus seine Berechtigung: Wären die Grün-Weißen ab Anfang August bis Ende November nämlich zu Hause (ein Sieg, ein Remis, sechs Niederlagen) auch nur annähernd so erfolgreich zur Sache gegangen wie auf fremdem Terrain (vier Siege, vier Unentschieden, drei Niederlagen), wären Befürchtungen in Sachen Klassenerhalt die reinste Verschwendung. "Klar, der bisherige Saisonverlauf war für uns enttäuschend, und gerade mal 20 Zähler sind viel zu wenig", erklärt der FV-Übungsleiter. Aber in vielen Partien habe man keine Punkte verloren, sondern geradezu fahrlässig verschenkt: "Unnötige Fehler in der Defensive und die mangelhafte Chancenverwertung haben dazu geführt, dass wir mit dem Rücken zur Wand stehen." Im Vergleich zum 4:0-Erfolg beim heimischen Lokalrivalen Türk Gücü Friedberg, der die FV-Aktien wieder ein wenig steigen ließ, plant Mustafic keine gravierenden Personaländerungen. "Allerdings lege ich großen Wert auf die Trainingseindrücke", ergänzt er. Mit Ausnahme von Zino Zampach und Ajdin Maksumic (beide verletzt) kann der Bad Vilbeler Coach wohl auf den kompletten Kader zurückgreifen.

FV Bad Vilbel: Sememy (Klahr), Alik Grüter, Saso, Dogan, Babic, Dananovic, Tochihara, Knauer, Bauscher, Brauburger, Farid Affo, Railean, Huwa, Biehrer, Tiago, Cichutek.

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