FV Bad Vilbel holt den Kreispokal

Gejubelt wurde vergleichsweise verhalten, doch am Ende bekam Trainer Marcus Dippel auch noch eine Dusche mit einem alkoholischen Getränk: Der FV Bad Vilbel hat am Mittwochabend den Kreispokal-Titel aus dem Vorjahr im Kreis Friedberg verteidigt, und zwar mit einem letztlich lockeren 4:1 (3:0) gegen den zwei Klassen tiefer angesiedelten SKV Beienheim. Vor rund 400 Zuschauern in Dorheim hielt der Kreisoberligist eine halbe Stunde gut dagegen, ehe binnen zehn Minuten ein "Dreierpack" der Brunnenstädter die Partie praktisch entschied.

In der ersten halben Stunde war die taktische Marschrichtung von Beienheims Trainer Michael Major voll aufgegangen. Der SKV rührte Beton an, ließ den Bad Vilbelern wenig Raum, stand kompakt mit acht Mann um die Strafraumgrenze herum - und versuchte, mit den schnellen Stürmern Marcel Bilkenroth und Sven Harsch, Nadelstiche zu setzen. Nach exakt einer Minute schon hätte dies fast zum Erfolg geführt, denn der ehemalige Oberliga-Spieler Sven Harsch war auf und davon. Aber er schoss das Leder deutlich über den Kasten von Robert Cue. Die Bad Vilbeler unterdessen kamen schwer in Tritt und bissen sich an den aggressiv zu Werke gehenden "Gastgebern" - die Mehrzahl der Zuschauer war aus Beienheim - immer wieder die Zähne aus. Den ersten ernsthaften Torschuss gab der im Mittelfeld agierende Nuh Uslu in der 24. Minute ab, aber auch dieser ging weit drüber.

Der schnelle Sven Harsch hatte auf der anderen Seite in der 28. Minute die bis dato größte Gelegenheit, als er im letzten Moment von FV-Keeper Robert Cue gestoppt wurde. Doch dann kam die Phase des in Bestbesetzung auflaufenden Verbandsligisten, der nun seine läuferischen und spielerischen Vorteile auszunutzen verstand. Nach einer Flanke von Fatih Uslu gewann Dardan Krasniqi das Kopfballduell gegen den Beienheimer Kapitän Marcel Noack und überlistete den etwas zu weit vor seinem Tor stehenden Kevin Christiansen mit einer Bogenlampe zum 1:0 (30.). Nachdem sich Oleg Huwa auf der rechten Seite durchgetankt hatte und Christiansen den Winkel verkürzte, köpfte Nuh Uslu aus zehn Metern in das leere SKV-Gehäuse zum 2:0 (36.). Und Fatih Uslu nutzte nur vier Minuten danach einen von Michel an Kusebauch verwirkten Foulelfmeter zum 3:0. Dieser war jedoch von heftigen Beienheimer Protesten begleitet, denn die Aktion entstand aus einer erfolgreichen Faustabwehr von Robert Cue - bei der allerdings Yilmaz Dural zu Boden ging und liegenblieb.

In der zweiten Halbzeit plätscherte die Partie dann dahin. Der SKV Beienheim war zumeist mit der Defensivarbeit beschäftigt und konnte sich kaum befreien, während die Bad Vilbeler selten einen guten Abschluss fanden. Wiederum Fatih Uslu bereitete das 4:0 vor, das Sven Kusebauch mühelos aus sechs Metern erzielte (57.). Die erste echte Parade musste Robert Cue in der 65. Minute zeigen, als er Marcel Bilkenroths 20-Meter-Schuss abwehrte. In der Schlussphase ließ die Konzentration der Dippel-Truppe in der Defensive etwas nach, sodass Beienheim zwei wohl reguläre Tore gelangen. Dem ersten von Sven Harsch wurde wegen angeblicher Abseitsstellung die Anerkennung verweigert, und in der Nachspielzeit nutzte Marcel Bilkenroth nach einer Wolf-Flanke den Freiraum zum vielumjubelten 1:4-Anschlusstreffer - erzielt aus 15 Metern. Nach dem vermeintlichen Treffer von Sven Harsch hatte sich Jeton Visoka dermaßen mokiert, dass er direkt hintereinander zwei Gelbe Karten erhielt.

SKV Beienheim: Christiansen - Michel - Visoka, Schnell, Hachenburger, Marcel Noack (80. Berktas) - Kirim (84. Lang), Dural, Wolf - Harsch, Marcel Bilkenroth.

FV Bad Vilbel: Cue - Huwa, Weigand, Britze, Trumpp - Krasniqi (46. Kitanoski), Steven Cue, Nuh Uslu, Groda - Kusebauch (75. Wirth), Fatih Uslu (75. Neininger).

Tore: 0:1 (30.) Krasniqi, 0:2 (36.) Nuh Uslu, 0:3 (40.) FE Fatih Uslu, 0:4 (57.) Kusebauch, 1:4 (92.) Marcel Bilkenroth.

Schiedsrichter: René Filges (VfB Petterweil). Michael Wiener

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