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FV Bad Vilbel holt den Kreispokal

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Als der bullige Michael Ennin für den SV Gronau in der 88. Minute auf 2:3 verkürzte, wurde das Endspiel um den Pokal im Fußballkreis Friedberg wie aus heiterem Himmel nochmal spannend. Außer einen abgeblockten Polotzek-Schuss war jedoch für die rund 150 Zuschauer auf dem Massenheimer Sportgelände keine Gronauer Chance mehr zu registrieren, sodass der FV Bad Vilbel nach dem 3:2 (3:0)-Erfolg gegen den Stadtrivalen bereits zum dritten Mal in den vergangenen vier Jahren den »Pott« in die Brunnenstadt holte und dies ausgelassen feierte.

Bier des Hauptsponsors und Sekt flossen in Strömen, und Robert Cues Jubelrufe in englischer Sprache sowie die Antworten seiner Mannschaftskollegen im Kreis nach der Partie dürften am Niddasportfeld zu hören gewesen. Nach 27 Minuten hatte es nach einem wesentlich klareren Erfolg für den Verbandsligisten ausgesehen, der mit einer verstärkten A-Junioren-Mannschaft antrat. Weil auch der Gegner aufgrund des Abstiegskampfes einige Akteure schonte, blieb das Niveau selbstverständlich unter den normalen Erwartungen an eine Partie zwischen einem Verbands- und einem Gruppenligisten.

2010 hatte der FV Bad Vilbel den FC Ober-Rosbach geschlagen, ein Jahr später besiegte der FV den SKV Beienheim. Im vergangenen Jahr setzte sich Türk Gücü Friedberg durch, die bereits in der ersten Runde dieser Saison am Türkischen SV Bad Nauheim gescheitert waren.

Wie im Vorjahr passte der schon Monate vorher feststehende Termin am Abend vor Christi Himmelfahrt zumindest einer Mannschaft nicht in den Plan. Während seinerzeit der SC Dortelweil mit einer verstärkten zweiten Mannschaft auflief und Türk Gücü das Feld überlassen musste, war heuer der FV Bad Vilbel von Terminkollissionen betroffen. Weil die Spfr. Seligenstadt das auf gestern terminierte Nachholspiel nicht mehr verschieben wollten, schickte FV-Spielertrainer Amir Mustafic (stand 90 Minuten einsatzbereit am Spielfeldrand) zahlreiche Nachwuchskräfte ins Rennen. Sein Gegenüber Jochen Kostiris schonte aufgrund des wichtigen Spiels am Sonntag gegen die Spvgg. 05/99 Bad Homburg zwar einige Stammkräfte – ließ aber im Kern das Team spielen, das die Bad Vilbeler Vorstädter ins Finale gebracht hatte.

Konkret sahen die personellen Veränderungen so aus: Bad Vilbel agierte gleich mit fünf A-Junioren, die kürzlich die Gruppenliga-Meisterschaft gefeiert hatten (Dautenheimer, Grzyb, Calla, Geh, Knell – Calla und Knell gehören zum Verbandsliga-Kader), von Beginn an gestern in Seligenstadt spielte nur Steven Cue, Oleg Huwa und Lukas Knell; Gronau setzte insgesamt neun Feldspieler ein, die auch beim Halbfinalerfolg gegen Nieder-Weisel (3:2) mithalfen. Geschont wurden Giuliana, Vancura, Basanisi, Teich und Güven.

Nach der Partie zeigte sich Mustafic zufrieden mit dem Auftreten seiner jungen Truppe. »Sie haben genau das umgesetzt, was ich von ihnen gefordert habe. Dass wir in der zweiten Halbzeit mit zehn Mann etwas abbauen, ist normal. Insgesamt war es aber souverän«, bilanzierte er. Jochen Kostiris sah die Vorentscheidung bereits in den zwei frühen Gegentoren. »Die erste Halbzeit war nicht gut von uns. Wir haben uns zwar gesteigert, aber letztlich verdient verloren. Wir haben uns gut präsentiert. Insgesamt ist es schade für das Event, dass nicht die besten Leute der beiden Teams gegeneinander gespielt haben. Denn das Engagement von Krombacher ist eine tolle Sache«, betonte Kostiris.

Die Partie selbst nahm früh Fahrt auf. Bereits nach 66 Sekunden schoss Lukas Knell zum 1:0 für Bad Vilbel ein, er hatte nach einer Pröckl-Ecke viel Zeit. Exakt 100 Sekunden danach köpfte Adrian Bitiq einen Alempic-Freistoß zum 2:0 ein. Ohne sich zwingende Chancen zu erspielen, blieb das Team von Amir Mustafic am Drücker, spielte gut in die Breite und kam über die Außenpositionen immer wieder bis zur Grundlinie – bei den Hereingaben fehlte es jedoch an Präzision. Die Gronauer Gegenwehr hielt sich in überschaubaren Grenzen, nach vorne war der Gruppenligist kaum präsent. Nachdem Bitiq den Ex-Vilbeler Dittmar ausgespielt und aus spitzem Winkel zum 3:0 eingeschossen hatte (27./Johnson hatte gepasst), konnte gar ein Kantersieg befürchtet werden. Matkovics abgefälschter Freistoß über das Bad Vilbeler Tor (43.) war der einzige nennenswerte Gronauer Abschluss vor der Pause. Knell (Chehab blockt ab/32.) und Pröckl (von Tement gestört/37.) verpassten eine noch höhere FV-Führung.

Zu Beginn der zweiten Hälfte schwächte sich Bad Vilbel, Haris Sejdovic hatte Del Carpio in den Nacken geschlagen – so die Sichtweise des sehr guten Schiedsrichters Maurits Weigand. Die Folge war die Rote Karte, gegen die es keine Proteste gab. Gronau hatte nun mehr Ballbesitz, erspielte sich aber insgesamt zu wenige gute Möglichkeiten. Eher zufällig fiel das 3:1, als Calla mit einem Rückpass Dautenheimer in Bedrängnis brachte und Pereira dazwischenspritzte. Er legte ab auf Michael Ennin, der keine Mühe hatte (3:1/65.

). Ein weiterer FV-Abwehrfehler – Grzyb und Cue konnten nach einer scharfen Jaguzovic-Hereingabe nicht klären – brachte erneut Ennin auf den Plan. Das 3:2 (88.) kam jedoch zu spät.

FV Bad Vilbel: Dautenheimer – Grzyb, Geh, Steven Cue, Pröckl – Calla, Huwa (46. Sejdovic), Alempic, Johnson – Knell (90. Bauscher) – Bitiq (77. Knauer).

SV Gronau: Dittmar – Zahradnik (77. Jaguzovic), Krug, Chehab (72. Ahäuser), Tement – Hewig, Polotzek, Matkovic (46. Del Carpio), Pereira – Attanin, Ennin.

Tore: 1:0 (2.) Knell, 2:0 (3.) Bitiq, 3:0 (27.) Bitiq, 3:1 (65.) Ennin, 3:2 (88.) Ennin.

Rote Karte: Sejdovic (FV/Tätlichkeit/55.). – Schiedsrichter: Weigand (Frankfurt). – Zuschauer: 150. Michael Wiener

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