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Der dritte Streich: Torwart Sadra Sememy kann den Treffer von Nael Najjer nich verhindern und unterliegt mit dem FV Bad Vilbel beim KSV Hessen Kassel mit 1:6. FOTO HEDLER

Fußball-Hessenliga

FV Bad Vilbel: Höchste Saison-Niederlage beim KSV Hessen Kassel

Der FV Bad Vilbel verabschiedet sich mit der höchsten Saison-Pleite in die Winterpause der Fußball-Hessenliga. Beim KSV Hessen Kassel unterlagen die Brunnenstädter mit 1:6.

Zum Jahresabschluss 2019 musste der FV Bad Vilbel in der Fußball-Hessenliga im Spiel beim KSV Hessen Kassel die bislang höchste Saisonniederlage hinnehmen. Mit 1:6 kamen die Wetterauer im Auestadion vor 1600 Zuschauern unter die Räder und boten insbesondere in den ersten 20 Minuten eine indiskutable Vorstellung. Denn zu diesem Zeitpunkt lagen die von Beginn an auf Angriff spielenden Nordhessen schon mit 4:0 vorne.

Die ersten beiden Tore fielen in Minute drei und vier derart schnell nacheinander, dass dem Stadionsprecher zwischendurch nicht einmal die Zeit blieb, um das 1:0 durch den Distanzschuss von Adrian Bravo Sanchez aus eigentlich unmöglichem Winkel durchzusagen. Denn unmittelbar danach leisteten sich die Vilbeler nach dem Anstoß einen kapitalen Ballverlust, der zum zweiten Treffer der Gastgeber durch Alban Mehas führte. Sehr zum Leidwesen von Gästetrainer Amir Mustafic. "Bei solchen individuellen Fehlern ist es schwierig, irgendetwas von außen zu machen. So konnten wir durch diese Verunsicherung hier nicht so auftreten, wie wir eigentlich dazu in der Lage sind."

Kassel spielte beflügelt von sechs Siegen in Serie unter der Regie des neuen Trainers Tobias Damm weiter bedingungslos nach vorne und legte nach einem Doppelpass zwischen Marco Dawid und Nael Najjer durch den Rechtsverteidiger das 3:0 nach (11.). Und auch danach waren die Brunnenstädter komplett überfordert und kassierten nach Zuspiel von Tim Philipp Brandner durch den ehemaligen Bundesliga-Stürmer Mahir Saglik auch noch den vierten Treffer. Die desaströse Anfangsphase der Vilbeler gegen den schlicht und einfach viel zu starken Gegner ließ Befürchtungen aufkommen, dass sich die Grün-Weißen womöglich eine zweistellige Packung abholen könnten.

Ganz so schlimm kam es dann doch nicht, auch weil sich die Gäste danach etwas stabilisierten und ihr Hauptaugenmerk auf die Rubrik Schadensbegrenzung legten. "Mit der Niederlage habe ich schon gerechnet, aber ich habe schon gehofft, das Spiel länger offen zu halten und vor allem erwartet, dass wir mehr Widerstand leisten und nicht von den ersten vier Toren drei selbst auflegen", haderte Mustafic mit dem fatalen Beginn und brachte dann mit Oleg Huwa für Ernad Dananovic eine zusätzliche Defensivkraft.

Stehende Ovationen vom Heimpublikum standen da schon längst an der Tagesordnung, auch wenn sich der Sturmlauf des Aufstiegsanwärters nach dem 4:0 beruhigte und bis zum Pausenpfiff kein weiteres KSV-Tor hinzugerechnet werden konnte. Bad Vilbel kam erst drei Minuten vor dem Wechsel durch Farid Affo zur ersten Tormöglichkeit und offenbarte auch spielerisch einen Offenbarungseid.

Die desolate Abwehrarbeit setzte sich zu Beginn von Abschnitt zwei nahtlos fort. Bei einem Eckball konnte Saglik einen aufspringenden Ball ungestört zum 5:0 einköpfen (52.). Immerhin war es der einzigen Sturmspitze Maximilian Brauburger vergönnt, die gänzlich ohne Anhänger angereisten Gäste wenigstens einmal zum Jubeln zu bringen (69.), ehe der eingewechselte Ingmar Merle quasi im Gegenzug den Ball viel zu einfach zum 6:1 über die Linie drücken konnte (70.). "Wir müssen schauen, dass wir nach der Winterpause den einen oder anderen Gegner schlagen, der zu unserer Kragenweite gehört, um in der Klasse zu bleiben", konstatierte Mustafic.

KSV Hessen Kassel: Zunker - Najjer, Evljuskin, Mißbach, Brandner - Brill - Dawid (66. Mogge), Bravo Sanchez, Meha (80. Fischer), Iksal (66. Merle) - Saglik.

FV Bad Vilbel: Sememy - Dogan, Saso, Alik, Tochihara - Dananovic (32. Huwa) - Farid Affo (53. Cichutek), Knauer, Atzberger (80. Tiago), Bauscher - Brauburger.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Joshua Herbert (Nüsttal). - Zuschauer: 1600. - Tore: 1:0 (3.) Bravo Sanchez, 2:0 (4.) Meha, 3:0 (11.) Najjer, 4:0 (20.) Saglik, 5:0 (52.) Saglik, 5:1 (69.) Brauburger, 6:1 (70.) Merle.

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