Fußball-Hessenliga

FV Bad Vilbel: Geschenke verteilt, Punkt mitgenommen

Der FV Bad Vilbel erreicht ein Remis beim SV Steinbach. Trainer Amir Mustafic ärgert sich über Einladungen zu Gegentoren.

(ace). Der erstmalige Besuch des Fußball-Hessenligisten FV Bad Vilbel beim osthessischen SV Steinbach verlief am Samstagnachmittag turbulenter als erwartet. Beim 3:3-Unentschieden fielen am Mühlengrund alle sechs Tore innerhalb der ersten 50 Minuten. Der Unterhaltungswert als auch die Fehlerquote beider Teams trugen maßgeblich zum dramatischen Spielverlauf bei.

Die Gastgeber hatten bislang erst vier Treffer erzielt und fügten ihrer spärlichen Bilanz in etwas mehr als einer halben Stunde drei weitere Tore hinzu. "Wir haben die Gegentore hergeschenkt, weil wir bei diesen Angriffen geschlafen haben", monierte FV-Trainer Amir Mustafic das defensive Durcheinander in der Anfangsphase. Das verhalf den Steinbachern nach zehn Minuten, ihre 496 Minuten andauernde Torflaute in der Hessenliga zu beenden.

Leon Wittke setzte den Ball an die Unterkante der Latte, der Schiedsrichter sah den aufspringenden Ball in voller Umdrehung hinter der Torlinie (10.). Beflügelt vom Torjubel legte der SVS direkt nach: Nach einer Wittke-Ecke stand Petr Kvaca frei und verdoppelte den Vorsprung auf 2:0 (13.). Doch Bad Vilbel verkürzte kurz darauf, als der wiedergenesene Stürmer Farid Affo bei einer Kopfballrückgabe von Fabian Wiegand Übersicht und Spielintelligenz bewies. Er spitzelte den Ball geschickt am herauslaufenden Heimtorhüter Daniel Heinrich vorbei (16.).

Doch eine Viertelstunde später war wieder Unordnung in der Vilbeler Defensive, als Wittke mit einem Freistoß Tom Wiegand bediente, der FV-Keeper Sadra Sememy mit einem Volleyschuss zum 3:1 überwand. Bad Vilbel reagierte aber auch auf diesen unnötigen Gegentreffer schnell in Gestalt des Japaners Misaki Saso, der eine Kopfballverlängerung des Rumänen Alexander Railean verwertete (34.).

Nach Wiederbeginn war der Torefilm schnell gelaufen, als Affo per Kopf auf Railean ablegte, und dessen wuchtiger Distanzschuss zum 3:3 im Netz landete (49.). Schiedsrichter Alexander Hauser führte das Spiel mit harter Linie, verteilte insgesamt neun Gelbe Karten, davon sieben an die bisher im Saisonverlauf nur achtmal verwarnten Grün-Weißen und stellte Bad Vilbels Zino Zampach mit der Ampelkarte vom Platz (55.). "Das waren übermäßig viele Gelbe Karten. Der Schiedsrichter hat eine miserable Leistung gezeigt", echauffierte sich Mustafic über die Kartenflut des Unparteiischen.

In Unterzahl bewiesen die Vilbeler nun aber Moral, verhinderten nicht nur den womöglich entscheidenden vierten Gegentreffer, als Sememy glänzend gegen Michael Wiegand parierte. Nein, hier war sogar in Unterzahl der Sieg möglich. Steinbachs Alin Neacsu rettete kurz vor Schluss auf der Torlinie, als Aljoscha Atzberger den Vilbeler Dreier auf dem Fuß hatte.

"Wir haben hier eigentlich zwei Punkte verschenkt und erst in Unterzahl Moral bewiesen und dann doch noch eine gute Leistung geboten", zog Mustafic ein gemischtes Fazit.

SV Steinbach: Heinrich - Fabian Wiegand, Bott, Neacsu, Uth - Hanslik (37. Koch), Michael Wiegand, Tom Wiegand (68. Dimitrijevic), Wittke (57. Manß) - Kücükler, Kvaca.

FV Bad Vilbel: Sememy - Sasa, Alik, Babic, Tochihara - Zampach, Maksumic (60. Huwa), Knauer - Brauburger (67. Atzberger), Railean (75. Dogan), Farid Affo.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Hauser (Schwalbach). - Zuschauer: 220. - Tore: 1:0 (10.) Wittke, 2:0 (13.) Kvaca, 2:1 (16.) Farid Affo, 3:1 Tom Wiegand (31.), 3:2 Saso (34.), 3:3 Railean (49.). - Gelb-Rot: Zampach (55.).

Rubriklistenbild: © Jaux

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