SSC Bad Vilbel besticht mit Teamgeist und mehr Ehrgeiz

Auf einen echten Nervenkrimi blicken die Oberliga-Volleyballerinnen des SSC Bad Vilbel zurück. Mit 1:3-Sätzen verlor man das letzte Punktspiel der Saison vor eigenem Publikum gegen den Abstiegsreleganten VG Eschwege und glaubte damit, den Aufstieg in die Regionalliga bereits verspielt zu haben. Doch es reichte dennoch.

Die Sensationsmeldungen der Konkurrenten aus Frankfurt und Bad Homburg trafen nach dem Ende der SSC-Partie im Bad Vilbeler Sportzentrum Nord ein. Dank der Niederlagen der Eintracht und der HTG war den Brunnenstädterinnen der zweite Tabellenplatz – und damit der direkte Aufstieg in die Regionalliga – sicher.

"Einen solch kuriosen Spieltag habe ich persönlich noch nicht erlebt. Wir sind erstmals in der Regionalliga", zeigte sich SSC-Trainer Christoph Haase nach der Partie von seinen Gefühlen überwältigt.

Als Hauptfaktoren für den Erfolg seiner Tulpen in der abgelaufenen Saison sieht der Coach die mannschaftliche Geschlossenheit und das enorme Engagement jeder einzelnen Akteurin. "Die Spielerinnen spornen sich gegenseitig unheimlich an, was sich auf dem Feld positiv auswirkt. Sie sind sowohl auf als auch neben dem Platz füreinander da und auch im privaten Umfeld regelmäßig gemeinsam unterwegs, auch wenn sich einige erst zu Beginn der Saison kennengelernt haben", lobt Haase den Teamgeist innerhalb seiner Mannschaft. Ebenfalls von großer Bedeutung für den Erfolg seien die guten Trainingsbedingungen, die mit der Eröffnung des Sportzentrums Nord in Bad Vilbel für die Oberliga-Mannschaft geschaffen wurden.

"Hinzu kommen die Sponsoren, ohne die man Volleyball auf diesem Niveau nicht mehr spielen kann."

Zehn von 16 Begegnungen haben die Brunnenstädterinnen in der abgelaufenen Spielzeit für sich entschieden. Trotz großer Verletzungssorgen im Saisonverlauf – mit Britta Brisken (Meniskusriss), Sabine Schäfer (Bänderriss) und Yvonne Thiel (Muskelfaserriss) fehlten dem Team drei Leistungsträgerinnen – sollte das am Ende für den zweiten Tabellenrang reichen. Den ersten Höhepunkt einer herausragenden Saison erlebte die Mannschaft bereits am ersten Spieltag, an dem man sich dem späteren Meister VC Wiesbaden nur knapp mit 2:3 geschlagen geben musste. "Ich war der festen Überzeugung, dass die Mannschaft nach der durchwachsenen Vorbereitung noch nicht so weit ist, den Wiesbadenerinnen die Stirn bieten zu können", erinnert sich Haase, dem es schwer fällt, die Leistungsträgerinnen innerhalb seines Aufgebots zu benennen. "Sicherlich hatte die eine Spielerin etwas mehr und die andere etwas weniger Einsatzzeit. Aus meiner Sicht war die Mannschaft als Ganzes entscheidend für den Erfolg. Die Ausfälle hat das Team hervorragend kompensiert, alle sind einen Schritt nach vorn getreten und haben noch ein wenig härter und mit mehr Ehrgeiz trainiert."

Völlig überraschend nach der Hinrunde Erster

Die Konsequenz: Mit einem 3:1-Auswärtserfolg im letzten Hinrundenspiel gegen Eschwege sicherten sich die Tulpen völlig überraschend die Herbstmeisterschaft. "Wir hatten sicherlich auch in der vergangenen Saison nicht immer die individuell besten Spielerinnen im Vergleich zu unseren Konkurrenten. Aber als Team haben wir das wettgemacht und sind zwar überraschend, aber doch verdient Herbstmeister geworden."

Dabei waren die Erwartungen in der Brunnenstadt vor der Saison alles andere als hoch gewesen. Mit Sarah Hense, Anja Beyrich und Kristin Bernius hatten gleich drei Leistungsträgerinnen die Mannschaft verlassen. Mit der TG Bad Soden II und Eintracht Frankfurt hatte man zudem zwei Regionalliga-Absteiger in der Klasse. "Hinzu kam der VC Wiesbaden, der seine Mannschaft mit Erstligaspielerinnen aufgestockt hatte. Die Zugänge von Anna Bauer, Kristin Siegel, Eva Woköck und Paula Pokarowska sowie die Rückkehr von Viola Krickau haben uns schon in der Vorbereitung gut getan und den nötigen Aufschwung gegeben."

Mit großem Respekt blickt Haase nun auf die erste Spielzeit in der Regionalliga. "Es wird schwer genug werden, die Klasse zu halten. Wir werden neue Spielerinnen brauchen, am besten bereits mit Regionalligaerfahrung", glaubt Haase. "Da die Spielklasse durch die zahlreichen Abgänge in die dritte Liga und die Aufsteiger fast völlig neu zusammengemischt werden wird, fällt eine Prognose über die Spielstärke schwer. Dennoch wird für uns das Saisonziel ganz klar der Klassenerhalt sein." Sascha Kungl

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