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Viererpack binnen elf Minuten

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Schlussakt: Zwölf Sekunden vor dem Ende prügeln Tim Brazda (rechts) und Dominik Tiffels aufeinander ein.
Schlussakt: Zwölf Sekunden vor dem Ende prügeln Tim Brazda (rechts) und Dominik Tiffels aufeinander ein. © Andreas Chuc

(mn) Patrick Strauch, der Kapitän, sah die Aufgabe als »bravourös gemeistert« an, Trainer Petri Kujala freute sich derweil über »viele dreckige Tore«.

Vor 3064 Zuschauern am »Tag der Vereine« feierte Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim einen 5:2 (0:0, 4:2, 1:0)-Erfolg gegen die Heilbronner Falken, der zunächst die Nerven etwas beruhigt, aber in der Kategorie »Pflichtsieg« abgelegt werden muss und nach vieldiskutierten Feiertagen nicht als Maßstab dienen kann. Die Falken kamen als Tabellenletzter in das Colonel-Knight-Stadion, hatten nach 13 Niederlagen in Serie am Freitag erstmals gewonnen. »Wir sind in der Vorbereitung auf die Playdowns«, räumte Falken-Coach Gerd Wittmann ein. »Die Routiniers der Teufel haben unsere Fehler kalt ausgenutzt.«

Für die Entscheidungsfindung reichten im Grunde genommen elf Minuten. Mitte des zweiten Abschnitts, als die Gastgeber ihre Anfangsnervosität abgelegt und drei Unterzahl-Situationen gegen die mit Abstand schwächste Powerplay-Mannschaft der Deutschen Eishockey-Liga 2 überstanden hatten, konnten die Roten Teufel einen 4:2-Zwischenstand herausarbeiten. Und dieser sollte auch im Schlussdrittel, speziell während zwei weiterer Unterzahl-Situationen in den letzten sieben Minuten, nicht mehr wirklich in Gefahr geraten. RT-Goldhelm Vitalij Aab erzielte zwei Treffer, zudem konnten sich Matt, Beca, Max Campbell und Daniel Ketter mit seinem ersten Saisontor in die Torschützenliste eintragen.

RT-Coach Petri Kujala hatte auf die zuletzt immer schwächeren Offensiv-Leistungen reagiert und umgestellt. Da stürmte beispielsweise der letztjährige Shootingstar Max Campbell zwischen Aab und Harry Lange, brachte Max Spöttel neben Kyle Helms und Matt Beca läuferische und kämpferische Elemente ein, während die dritte Reihe durch die spielerischen Fähigkeiten von Dusan Frosch aufgewertet worden ist. Zwischen den Pfosten wurde erneut rotiert. Domenic Bartels zeigte - gerade als er in der Anfangsphase geprüft wurde - eine ordentliche Leistung und dürfte auch am Dienstag in Ravensburg das Tor hüten, da Jan Guryca krankheitsbedingt wohl noch nimmer nicht zur Verfügung steht.

Bad Nauheim zeigte vor prächtiger Kulisse, die dankbar jede gelungene Aktion akustisch begleiten sollte, von Beginn an den Willen, angesichts der jüngsten Kritik an der Einstellung etwas gutmachen zu wollen, wenngleich in den ersten 20 Minuten gegen die ersatzgeschwächten Falken um die starke Top-Reihe Riley Armstrong, Dustin Cameron und Stefan Legain nur wenig gelingen wollte. Der Knoten platzte schließlich im zweiten Abschnitt, wobei es den Gastgebern partout nicht gelungen ist, vorzeitig den Sack zuzuschnüren.

Dem Gast mit fünf Spielern des Jahrgangs 1995 im gestrigen Aufgebot fehlten im Schlussabschnitt schlichtweg die Mittel, um den Sieg der Roten Teufel noch einmal in Gefahr zu bringen.

Noch immer ungeklärt ist die Zukunft von David Hajek, dessen Vertrag am Mittwoch ausläuft. RT-Geschäftsführer Andreas Ortwein erklärte auf WZ-Nachfrage, dass man sich vorstellen könne, »für einige Wochen« zu verlängern.

EC Bad Nauheim: Bartels - Paris, Blankart, Schütz, Ringwald, Baum, Ketter - Lange, Campbell, Aab, Spöttel, Helms, Beca, Frosch, May, Strauch, Oppolzer, Gerbig, Tim Brazda.

Heilbronner Falken: Scola - Bär, Heinis, Thomson, Haase, Tiffels, Krull - Armstrong, Cameron, Legain, Sascha Janzen, Blank, Alexander Janzen, Maginot, Ackermann, Palausch.

Steno: Tore: 1:0 (26.) Aab (Paris, Campbell), 2:0 (28.) Beca (Frosch, Ringwald - 5-4), 2:1 (29.) Krull (Tiffels, Palausch), 3:1 (30.) Campbell (Aab, Lange), 3:2 (35.) Heinis (Armstrong, Cameron - 5-4), 4:2 (37.) Ketter (Frosch, May), 5:2 (60.) Aab (Paris - Empty Net). - Schiedsrichter: Marc Iwert. - Strafminuten: Bad Nauheim 18 plus zehn Minuten (Tim Brazda), Heilbronn 10 plus zehn Minuten (Tiffels). - Zuschauer: 3064.

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