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Nach den Vorkomnissen im Hessenpokal´spiel gegen den TSV Steinbach hat das Sportgericht des Hessischen Fußball-Verbands dem Fußball-Gruppenligisten Sportfreunde Friedrichsdorf vier Punkte abgezogen. (Symbolfoto: dpa)

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Sportgerichtsurteil: Vier Punkte Abzug für SF Friedrichsdorf

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Fußball-Gruppenligist Sportfreunde Friedrichsdorf bekommt nach den Vorkomnissen beim Hessenpokalspiel gegen den TSV Steinbach vier Punkte abgezogen. Auch innerhalb des Vereins hat es Konsequenzen gegeben.

Es hätte schlimmer kommen können für die Sportfreunde Friedrichsdorf. Das Sportgericht für die Verbandsligen des Hessischen Fußball-Verbandes unter Vorsitz von Rainer Lach (Darmstadt) sprach am Montagabend Strafen gegen den Verein, zwei Funktionäre und einen Spieler aus. Die 1. Mannschaft, derzeit Tabellenachter in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt West, erhält einen Abzug von vier Punkten. Damit rutschen die Sportfreunde auf Rang 14 ab und stehen nun genau wie die Wetterauer Gruppenligisten FC Karben (13 Punkte), FC Olympia Fauerbach (12) und SV Gronau (11) auf einem Abstiegsplatz. Die kurzfristig durch den Verband angesetzte Spielsperre wird aufgehoben und die abgesagte Partie gegen die Spvgg. Oberrad voraussichtlich für den 6. November neu angesetzt. Der Verein hat angekündigt, das Urteil akzeptieren zu wollen.

Nach den Ereignissen im Friedrichsdorfer Sportpark während und nach dem Hessenpokalspiel am vergangenen Mittwoch zwischen den Sportfreunden und dem TSV Steinbach Haiger (0:5) war es zur mündlichen Verhandlung in Grünberg gekommen. Der Schiedsrichter des Spiels hatte einen Sonderbericht verfasst. Das Gespann sah sich während der Partie nach fragwürdigen Entscheidungen teils üblen Beleidigungen durch die Zuschauer am Kunstrasenplatz ausgesetzt. Der Platzsprecher hatte die Stimmung in der ersten Halbzeit durch eine unfaire Ansage zusätzlich aufgeheizt. Das Ganze gipfelte darin, dass der Schiedsrichter nach dem Spiel in seiner Kabine eingeschlossen wurde. Er riefen daraufhin die Polizei. Befreit wurde er dann noch vor dem Eintreffen der Ordnungshüter.

Das Sportgericht verhängte gegen die Sportfreunde, für die das Hessenpokalspiel mit rund 250 Zuschauern ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte darstellte, außer dem Punktabzug eine Geldstrafe in Höhe von 500 Euro. Das Sportgericht sprach zudem gegen den Hauptübeltäter, der die Schiedsrichter auch eingeschlossen hatte, ein Tätigkeits- und Funktionsverbot bis zum 20. Mai 2020 aus. Weiterhin wurde er mit einer Geldstrafe in Höhe von 500 Euro belegt. Ein weiterer Funktionär erhielt eine 50-Euro-Geldstrafe.

Wie der Sportliche Leiter der Sportfreunde Friedrichsdorf, Martin Schmidt, dieser Zeitung mitteilte, habe der Hauptübeltäter von sich aus die Konsequenzen gezogen. Er sei aus dem Verein ausgetreten. Es ist davon auszugehen, dass er sich auch zivilrechtlich verantworten muss. Immerhin gilt das, was er tat, als Freiheitsberaubung.

Am Vormittag nach der Urteilsverkündung sagte Martin Schmidt, dass die Sportfreunde die Vorkommnisse vom Mittwoch "selbst stark verurteilen". Man habe sich bisher nie etwas zuschulden kommen lassen, betonte der Sportliche Leiter des Aufsteigers zudem. Man müsse jetzt mit dem Urteil leben und nach vorne blicken.

Nach vorne, das heißt auf Samstag, wenn die SF im Hochtaunus-Derby um 18 Uhr beim FC Neu-Anspach antritt. Diese und die kommenden Aufgaben des derzeitigen Tabellenachten wird eine weitere Strafe beeinflussen, die in Grünberg ausgesprochen wurde. Alexandros Theodosiadis, der im Pokalspiel vom Platz gestellt worden war, erhielt eine Sperre von vier Spielen. Der frühere Profi von Kickers Offenbach verstärkt nicht nur die Friedrichsdorfer Abwehr, er war am Mittwoch auch erstmals für die Mannschaft als Trainer alleinverantwortlich.

Nach der Trennung von Josip Coric hat sich die Sportliche Leitung entschieden, den mitspielenden Co-Trainer Theodosiadis zum Chef zu befördern. "Er hat hohes Ansehen in der Mannschaft und im Umfeld" erklärte Schmidt dazu. Für die nächsten vier Spiele müssen sich die Sportfreunde nun eine Übergangslösung überlegen.

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