Das Heimspiel vom SC Dortelweil mit dem spielenden Co-Trainer Julian Mistetzky, hier verfolgt von Patrick Albert von den SF Friedrichsdorf - gegen den SV Steinfurth findet ohne Zuschauer statt. FOTO: NICI MERZ
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Das Heimspiel vom SC Dortelweil mit dem spielenden Co-Trainer Julian Mistetzky, hier verfolgt von Patrick Albert von den SF Friedrichsdorf - gegen den SV Steinfurth findet ohne Zuschauer statt. FOTO: NICI MERZ

Vier Derbys im Corona-Strudel

(ace). Der 12. Spieltag der Fußball-Gruppenliga Frankfurt West steht ganz im Zeichen von Wetterauer Derbys, denn ausnahmslos alle Vertreter des Kreises Friedberg sind am Sonntag in vier reizvollen Paarungen unter sich. In den Vorjahren wurden solche Nachbarschaftsduelle von Klassenleiter Thorsten Bastian gerne am Anfang der Spielzeit mit Hin- und Rückspiel innerhalb von wenigen Wochen platziert, um im Sommer viele Zuschauer auf die Sportplätze zu locken. In Zeiten der Coronavirus-Pandemie müssen die Heimvereine jetzt strikt darauf achten, das neue vorgegebene Zuschauerlimit von 150 Besuchern nicht zu überschreiten.

FC Karben - FC Olympia Fauerbach (Sonntag, 15 Uhr): "Wir verstehen, dass wir unter den gegebenen Umständen Einschränkungen hinnehmen müssen", sagt Thomas Dechant, einer der beiden Sportlichen Leiter des FC Karben, und ergänzt: "Unser Hygienekonzept wird penibel umgesetzt. 150 Zuschauer sind für uns händelbar." Sportlich gesehen kam Dechant nach dem 3:1-Sieg gegen Gronau unter der Woche zu positiven Erkenntnissen: "Wir haben uns Luft zur Abstiegszone verschafft und sind gegen Fauerbach hoch motiviert." Beide Teams sind mit zehn Zählern punktgleich, sodass FCO-Spielertrainer Andreas Baufeldt ein Spiel auf Augenhöhe erwartet: "Das junge Team des Gegners wird uns alles abverlangen." Nach dem späten Ausgleichstor gegen Beienheim herrschte Enttäuschung am Elachfeld, denn es war laut Baufeldt "eine Topleistung". Angesichts der steigenden Infektionszahlen spricht sich der FCO-Coach klar für eine Unterbrechung der Spielzeit aus: "Ich habe das Gefühl, dass jeder Kreis sein eigenes Süppchen kocht. Da fehlt die klare Linie. Im Hochtaunus-Kreis wird der Spielbetrieb auf Kreisebene ausgesetzt, ab der Gruppenliga aber weiter gespielt. Der Verband muss reagieren."

SC Dortelweil - SV Steinfurth (Sonntag, 15.30 Uhr): Der goldene Oktober soll in Dortelweil mit dem sechsten Sieg in Folge abgeschlossen werden. Allerdings ohne Publikum, denn der Verein folgt der ausgesprochenen Empfehlung, keine Zuschauer zuzulassen. Gegen Seckbach gelang der Elf von Trainer Frank Ziegler ein 3:2-Sieg und damit festigte man Rang zwei punktgleich mit dem FC Neu-Anspach. Co-Trainer Julian Mistetzky ist bislang kein Statement in Bezug auf die Aufstiegschancen der Grün-Weißen zu entlocken, denn der Abwehrspieler gilt seit jeher als Vertreter der bescheidenen Zunft: "Es mag wie eine langweilige Floskel klingen, aber es sind noch 28 Spieltage zu gehen." Der Aufsteiger verpasste am Donnerstag im Kellerduell beim 1:1 gegen die FSG Burg-Gräfenrode den Befreiungsschlag und dümpelt weiter auf Rang 19 herum. Angesichts der vielen Nachholspiele sah es der Plan von Trainer Süleyman Karaduman vor, sich "durch ein Erfolgserlebnis darauf einzustimmen". Das gelang nur teilweise und Dortelweil dürfte ohnehin nicht zur Kragenweite der Rosendörfler gehören.

Türkischer SV Bad Nauheim - SKV Beienheim (Sonntag, 15.30 Uhr): Beim 2:1 bei der SG Westend zeigte Bad Nauheim nicht nur Effektivität, sondern legte auch ein geordnetes Defensivverhalten an den Tag. Auch auf dem Hartplatz wurde eine starke spielerische Leistung gezeigt und vorne erwies sich Torjäger Stanley Ike mit zwei entscheidenden Toren als geistesgegenwärtiger Stürmer. Mit 19 Toren führt der Neuzugang trotz einiger verletzungsbedingter Pausen die Torschützenliste an. Gegen die im Mittelfeld der Tabelle stehenden Beienheimer soll mit einem Heimsieg der Kontakt zur Tabellenspitze gewahrt bleiben. Eklatant sind die Unterschiede beider Teams in Sachen Torverhältnis. Bad Nauheim, häufig Protagonist von Eishockey-Ergebnissen wie 7:4, hat mit 41 Treffern die meisten der Klasse geschossen, aber mit 27 mehr kassiert als so mancher Abstiegskandidat. Beienheim dagegen kommt unter der Regie von Trainer Matthias Tietz oft pragmatisch daher. Vor den Unentschieden gegen Gronau (4:4) und in Fauerbach (2:2) stand man bei 9:7 Toren, mittlerweile bei 15:13. "Der TSV ist eine Spitzenmannschaft, da könnte die Messlatte nicht höher liegen. Es wird brutal schwer, da was zu holen", erklärt Tietz.

SV Gronau - FSG Burg-Gräfenrode (Sonntag, 15.30 Uhr):Nach dem 1:1 beim SV Steinfurth steht für die Roggauer in Gronau das nächste Kellerduell vor der Tür. Die Bad Vilbeler Vorstädter stehen mit vier Zählern genauso mit dem Rücken zur Wand und der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt jetzt schon für beide sechs Zähler. "Von der Konstellation ein ähnliches Spiel, auch dort wollen wir was Zählbares mitnehmen", sagt FSG-Vorsitzender Florian Fünffinger.

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