Voller Tatendrang: Johannes Richter. FOTO FRIEDRICH
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Voller Tatendrang: Johannes Richter. FOTO FRIEDRICH

Vielseitiger Leistungsträger

  • vonSebastian Kilsbach
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(sks). Nicht weniger als 173 BBL-Spiele hat Johannes Richter bereits hinter sich. Die letzten zwei Jahre verbrachte der 26-Jährige bei Gießens Ligakonkurrent Würzburg. Besonders gerne denkt er aber an die Zeit bei den Rockets in Gotha ein Jahr zuvor zurück, wie er im Gespräch nach dem Pressetraining der 46ers verrät.

Richter ist kein unbeschriebenes Blatt. Er gehört einer Generation an, die erstmals nachhaltig vom veränderten Nachwuchsprogramm des Deutschen Basketball-Bundes profitiert hat. Jugend- und Nachwuchsbasketball-Bundesliga sowie die zweigleisige dritte Liga ProB, die sich zu Beginn als "Junge Liga" labelte, sind Geburten der späten Nullerjahre. Richter ist zu diesem Zeitpunkt in der Pubertät und durchläuft das ganze Programm. Der Durchbruch erfolgt bei den Frankfurt Skyliners, für die er bis 2016 spielt. Kaum ein Team verzahnt damals Jugend- und Nachwuchsbereich stärker als der hessische Rivale der 46ers. Richter zahlt das in ihn gesetzte Vertrauen zurück. Das Fachmagazin "BIG" führt ihn in einer Rangliste auf Platz zehn der besten deutschen Powerforwards. "Da sind schon einige wahnsinnig gute Basketballer dabei", sagt er mit Blick auf NBA-Akteure wie Daniel Theis und Maximilian Kleber sowie Danilo Barthel.

Trotzdem: Ein bisschen höher hätte sich Richter persönlich schon eingestuft: "Das ist teils auch dem geschuldet, wie dein Stand in der Mannschaft ist. Andere sehen mich vielleicht auch ein bisschen schlechter. Aber ich bin hier in Gießen, um zu beweisen, dass ich da auf jeden Fall noch mal nach oben komme."

Damit greift er der Königsfrage vor, was ihn zum Wechsel an die Lahn motiviert hat. "Am Ende war es einfach die sportliche Situation, auch mit Corona", erklärt Richter. Im Winter wird er Familienvater, die 46ers versprechen monetäre Sicherheit, wobei Geld zweitrangig gewesen sei: "Ich wollte in eine Mannschaft, in der ich der absolute Leistungsträger sein kann und wo ich auch eine recht große Rolle spiele."

V or allem vielseitig möchte er eingesetzt werden, und passt damit perfekt ins Konzept von Coach Ingo Freyer und Sportdirektor Michael Koch. Der Kader ist gezielt darauf ausgelegt, dass jeder Spieler mehrere Positionen besetzen kann. Der Hang zum Small-Ball-Basketball dieser Tage kommt ihm da gelegen. "Ich weiß nicht, ob dieses System das Allheilmittel ist", für seine Fähigkeiten passe es aber nahezu perfekt. "Früher in der Jugend und auch noch in der BBL war ich ein reiner Vierer, habe kaum auf Center gespielt - höchstens Aushilfsweise", erinnert sich der zukünftige Familienvater, der bei den 46ers damit auch das Erbe von Big John Bryant antreten will. "Aber hier in Gießen werde ich auf beiden Positionen spielen, so kann ich auch meine Fähigkeiten von außen einsetzen", so Richter.

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