Viele Universe-Baustellen

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(kaja). Mele Mosqueda galt als Glücksfall, als einer, der perfekt zu den Plänen von Frankfurt Universe zu passen schien, nach dem ungewollten Umbruch in diesem Jahr den längerfristigen Neuaufbau zu schaffen. Doch Ende Juli gab der Club aus der German Football League (GFL) die vorzeitige Trennung von seinem Headcoach bekannt.

Als einen Grund dafür nennt Geschäftsführer Daniel Zeidler Kommunikationsprobleme. Der Amerikaner sei wochenlang nicht erreichbar gewesen und habe auch auf E-Mails nicht reagiert. Zudem beklagten sich die anderen Trainer darüber, dass Mosqueda alles selbst habe bestimmen wollen. »Wir wollten mit ihm die Saison zu Ende spielen«, sagt Zeidler. Aber um nicht Gefahr zu laufen, die restlichen Betreuer zu verlieren, habe man frühzeitig handeln müssen.

»Ich denke, er war überfordert«, vermutet der Manager. Mosqueda ist seit diesem Jahr auch für die finnische Nationalmannschaft zuständig; beide Tätigkeiten zugleich auszuüben, sei wohl zu viel für ihn gewesen. »Wir haben uns nicht im Bösen getrennt«, betont Zeidler.

Einen Nachfolger wird es vorerst nicht geben. Bis zum Ende der Spielzeit übernimmt Defense Coordinator Sean Averhoff die Aufgaben. Langfristig will dieser dafür nicht zur Verfügung stehen.

Ursprünglich sollte eine Art Spielertrainer die Regie bei Universe führen. Doch der dafür vorgesehene Quarterback Danny Farley wanderte kurzfristig zu den Cologne Centurions in die European League of Football ab. Die Lösung mit Mosqueda kam im Frühjahr daher wie gerufen. »Er hat bei uns kein volles Gehalt bekommen«, beschwichtigt Zeidler. So habe man ihn sich leisten können.

Wie es im nächsten Jahr weitergeht, wird sich zeigen. Als bislang punktloser Tabellenletzter im Süden müssen die Frankfurter sich darauf einrichten, nach den drei noch ausstehenden Hauptrundenpartien am Sonntag (15 Uhr) bei den Allgäu Comets, am 29. August gegen München und am 5. September in Marburg in Relegation in der zweiten Septemberhälfte einzuziehen. Auch wenn weiterhin die Wertung der Heimpartie gegen die Kemptener aussteht, die diese von sich aus im Juli abgesagt hatten, weil es zuvor einen positiven Corona-Test im Kader der Gastgeber gab.

Ob Abstieg oder nicht: Ein Umzug in eine andere Spielstätte wird in jedem Fall nötig werden. Das Stadion am Bornheimer Hang wirkt schon jetzt deutlich überdimensioniert. Zur 22:64-Niederlage am Samstag gegen die Ravensburg Razorbacks ließen sich nur wenig mehr als 300 Zuschauer locken. Die Gegentribüne hat Universe bereits geschlossen, um die Kosten für zusätzliches Sicherheitspersonal zu sparen.

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