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Viele Unbekannte – ein großer Name

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Von: Redaktion

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Die großen Jungs sind wieder zurück: Am Samstag endet die Sommerpause in der Basketball-Bundesliga. Und für die Gießen 46ers geht es gleich mit einem Knaller los, wenn um 20.30 Uhr der FC Bayern München in der Osthalle gastiert.

Am ersten Spieltag spielt die Vergangenheit eine große Rolle: Einerseits bilden besondere Trikots das optische Highlight der Jubiläumsfeierlichkeiten zu fünf Jahrzehnten Bundesliga-Basketball in Gießen, aber auch auf dem Feld gibt es einen Blick in die (jüngere) Historie: Denn da gibt es Wiedersehensfreude auf beiden Seiten: Die Münchener bringen mit Braydon Hobbs und Anton Gavel zwei Ex-Gießener mit, die 46ers haben mit John Bryant einen ehemaligen Münchener in ihren Reihen. Dennoch ist Gießen im ersten Heimspiel der Underdog.

Kein Stein blieb auf dem anderen in diesem Sommer. Bereits im März sicherten sich die 46ers die Dienste von Ingo Freyer als neuen Cheftrainer. Der 46-Jährige war bei seiner alten Station in Hagen vor allem durch seinen spektakulären, schnellen Stil aufgefallen. Die Westfalen lieferten unter seiner Ägide fast in jedem Jahr den schnellsten Basketball der Liga ab, drückten über 40 Minuten lang aufs Gaspedal und hielten so nicht nur Jahr um Jahr die Klasse, sondern zogen sogar einmal in die Playoffs ein.

Doch nicht nur auf der Trainerbank, auch bei den Spielern mussten die 46ers-Fans Abschied nehmen: Dwayne Evans und Justin Sears gingen nach Ludwigsburg, Skyler Bowlin nach Jena, Joshiko Saibou schloss sich ALBA Berlin an und Maurice Pluskota läuft für Karlsruhe in der ProA auf. Andreas Obst zog weiter zu Aufsteiger Gotha, Bazoumana Koné spielt in Zukunft für Braunschweig und Cameron Wells sowie Thomas Scrubb verdienen in der kommenden Saison in Italien ihr Geld. Lange Zeit sah es so aus, als würden aus dem letztjährigen Kader nur Marco Völler und Benjamin Lischka bleiben.

Die Powerforwards waren bereits Anfang des Jahres weiterverpflichtet worden. Lischka als gebürtiger Gießener und Völler, der aus Offenbach stammt, sind Integrationsfiguren sowohl für die Fans als auch für neue Spieler. Neben den beiden Hessen baute Freyer in einem Sommer, in dem die 46ers eine eigene ProB-Mannschaft aufstellen und finanzieren mussten, eine Truppe auf, die vornehmlich aus kleinen Ligen kommt und sich nun in der BBL beweisen will und muss.

Alle Augen auf Bryant

So spielte Jamar Abrams in seiner Karriere unter anderem bereits in Japan und zuletzt in Rumänien, während Max Landis (einziger Ausfall heute) noch seine Rookie-Saison in Belgien verbrachte. Austin Hollins war unterdessen in der zweiten französischen Liga und in Finnland am Ball, Darwin Davis in Slowenien. Alles Ligen, die vom Niveau her unter der heimischen Eliteklasse liegen.

Mauricio Marin und Mahir Agva haben zwar bereits BBL-Erfahrung, ihren Durchbruch aber noch nicht geschafft – ebenso wie Jahenns Manigat: Der Publikumsliebling der vergangenen Saison war eigentlich schon weg vom Fenster, als das Schicksal die Tür zur Vertragsverlängerung in Gießen noch einmal öffnete und den Kanadier zurück zu den 46ers brachte.

Das Prunkstück des Kaders ist aber zweifelsohne Center John Bryant. Nachdem mit Kayel Locke und Malik Dime zwei Spieler ihre Probezeit bei den 46ers nicht bestanden, komplettierten die Verantwortlichen das Team mit dem zweifachen BBL-MVP. Doch auch der 30-Jährige hat – allen Ehren zum Trotz – nach zwei gescheiterten Engagements in der vergangenen Saison in Valencia und Monaco, einiges zu beweisen. Mit seiner Erfahrung soll der Koloss der Mannschaft Stabilität verleihen und vorangehen.

In der Vorbereitung, die aufgrund von Verletzungen bestenfalls durchwachsen verlief, zeichnete sich ab, dass mit Austin Hollins und Jamar Abrams das Flügelduo als Führungsspieler vorangehen soll und wird. Dazugesellt sich nun Bryant, der als einziger Akteur im Kader bereits 30 Jahre alt ist und über die Erfahrung von 249 Erstligaspielen in Deutschland verfügt.

Trotz des großen Namens Bryant: Zu viel darf man von den 46ers in dieser Saison nicht erwarten. Bereits in den vergangenen zwei Spielzeiten haben die Gießener mit dem Erreichen des neunten Tabellenplatzes deutlich überperformt. In dieser Saison ähnliches zu erwarten, wäre vermessen.

Das Saisonziel ist klar der Klassenerhalt, der durchaus realistisch ist: Im Vergleich zu Teams wie Braunschweig, Bremerhaven, Gotha oder Frankfurt müssen sich die 46ers keinesfalls verstecken.

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