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Vetter: »Jeder weiß, woher er kommt«

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Maik Vetter trifft mit Kickers Offenbach auf den 1. FC Magdeburg.
Maik Vetter trifft mit Kickers Offenbach auf den 1. FC Magdeburg. © Peter Hartenfelser

(mn) Nur drei Niederlagen in 34 Spielen. Deren zwei kassierte Kickers Offenbach, als die Meisterschaft längst entschieden war. Der OFC hat in der Fußball-Regionalliga Südwest in dieser Saison die Maßstäbe gesetzt. Zehn Punkte trennen den Titelträger vom Rangzweiten aus Saarbrücken.

Aber: Der DFB-Pokalsieger von 1970 ist noch nicht am Ziel. In zwei Partien gegen den 1. FC Magdeburg will der inzwischen schuldenfreie OFC den Wiederaufstieg in die 3. Liga perfekt machen. Mit dabei: Maik Vetter aus Rodheim. 27 Mal stand der Defensiv-Allrounder im Kader von Rico Schmitt, kommt bei sechs Startelf-Einsätzen und 14 Einwechslungen auf 758 Einsatz-Minuten in der vierten Liga.

Maik Vetter bezeichnet die Erfolgsstory vom Bieberer Berg als einen »krassen Lauf«, wie er ihn zuvor noch nicht erlebt habe. Von Klein-Karben, wo er über die U19 in die damalige Hessenliga-Mannschaft integriert wurde, ist Vetter zum FSV Frankfurt II, später zu Eintracht Frankfurt II, zum SV Wehen Wiesbaden und schließlich zu den Kickers gewechselt, wo sein 90-Minuten-Einsatz im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach (»Das war schon ein ganz besonderes Erlebnis.«) für den bisherigen Saison-Höhepunkt steht. Eine »extreme mannschaftsinterne Geschlossenheit« nennt der 24-Jährige einen wesentlichen Erfolgsfaktor. »In der Mannschaft brennt ein enormes Feuer, spürt man die Entschlossenheit. Ich hatte nie das Gefühl, das irgendetwas anbrennen könnte.« Einem 0:3 in Pirmasens gleich im ersten Spiel ließen die Kickers eine Serie von 29 Spielen ohne Niederlage folgen und konnten den Meistertitel feiern.

Vetter musste in dieser Zeit oft hinten anstehen und Kurzeinsätze akzeptier en. Seine Flexibilität, auf drei Positionen spielen zu können und nirgends gesetzt zu sein, wurde ihm zum Verhängnis; ebenso eine Gürtelrose zum Saisonende hin. Die Chancen gegen den 1. FC Magdeburg beziffert Vetter auf 50:50. »Magdeburg ist nicht umsonst Nordost-Meister geworden.«

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Maik Vetter, worin ist der Teamzusammenhalt begründet?

Maik Vetter: In unserer Mannschaft weiß jeder, woher er kommt und welche Chance ihm sich hier bietet. Wir haben keine ehemaligen Drittliga-Spieler, sondern uns alles hart erarbeitet.

Sie haben in der Winterpause Ihre Zeit bei Kickers Offenbach als letzte Chance definiert. Wie sehen Sie das jetzt?

Vetter: Natürlich will jeder spielen, und natürlich hätte ich mir längere Einsätze gewünscht. Aber ich weiß auch, wie schnell es gehen kann. Ein Mitspieler fällt aus, Du springst ein und kannst das Spiel entschieden.

Würden Sie - sofern die Kickers nicht aufsteigen - von einem verlorenem Jahr sprechen?

Vetter: Nein. Viel mehr kann man doch gar nicht erreichen. Das war, wenn ich es einmal aus Sicht der Mannschaft betrachte, die Saison meines Lebens. Ich habe bislang immer gegen den Abstieg gespielt. Jetzt bin ich Meister, durfte im DFB-Pokal gegen Mönchengladbach spielen.«

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Geburtsdatum 6. September 1991

Geburtstort Frankfurt am Main

Alter 23 Jahre

Größe 1,88 Meter

Position Defensives Mittelfeld

Fuß rechts

Verein Kickers Offenbach

Vertrag bis 30. Juni 2016

Bisherige Vereine: KSV Klein-Karben, FSV Frankfurt, Eintracht Frankfurt, SV Wehen Wiesbaden.

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